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19.09.2012 - dvb-aktuell

Die Lebensversicherer mit der teuersten Verwaltung

Die Verwaltungskosten der deutschen Lebensversicherer sind 2011 laut Map-Report auf einen neuen Tiefststand gesunken. Die Spannbreite bei den einzelnen Anbietern ist jedoch gewaltig. Wer am besten bzw. schlechtesten abgeschnitten hat.

Im Geschäftsjahr 2011 sanken die Verwaltungskosten der deutschen Lebensversicherer leicht auf 2,41 Prozent der verdienten Bruttobeiträge. Den besten Wert hatte unter 88 Anbietern die Europa Leben zu verzeichnen, den schlechtesten die Targo. Dies zeigt die „Bilanzanalyse Deutscher Lebensversicherer 2011“, die kürzlich vom Marktbeobachtungsdienst Map-Report vorgelegt worden war (Nr. 811 – 813; kostet 87,50 Euro; Bestellung im Internet).

Der aktuelle Wert ist der niedrigste, der jemals erreicht wurde. Ihr Hoch erlebte die Verwaltungskostenquote 2002, als 3,49 Prozent der verdienten Bruttobeiträge erreicht wurden. Seither geht es bergab: über 3,27 Prozent 2004 über 2,96 Prozent 2007 bis auf 2,42 Prozent 2010. Die Versicherer haben also in den eigenen Häusern einen rigiden Sparkurs bei der Vertragsverwaltung gefahren.

Die Anbieter mit den niedrigsten Verwaltungskostenquoten

Auf der Ebene der insgesamt 88 analysierten Lebensversicherungs-Gesellschaften gibt es eine große Spannbreite zwischen 0,8 Prozent und 12,48 Prozent. Auf den besten Wert kommt die Europa. Es folgen neben Direktversicherern wie Cosmos, HanseMerkur24 und Hannoversche auch Anbieter mit Maklervertrieb mit weit unterdurchschnittlichen Verwaltungskostenquoten – siehe Tabelle. Auffällig: Neben der Allianz fallen hier auch R + V (1,60 %), Volkswohl Bund (2,04 %), Swiss Life (2,15 %), Alte Leipziger (2,23 %) und Stuttgarter (2,35 %) positiv auf.

2011 blieben mit insgesamt 22 Gesellschaften zwar nicht ganz so viele Anbieter unter der Zwei-Prozent-Marke wie 2010, als dies 24 Lebensversicherern gelang. Aber die Ergebnisse verstetigten sich, was man auch an den Veränderungen innerhalb eines Jahres ablesen kann. Bis auf die HUK-Coburg, die ihre Kosten um satte 0,27 Prozentpunkte drückte, und die Öffentliche Leben Sachsen-Anhalt, deren Kostenquote um 0,20 Prozentpunkte stieg, gab es bei den Spitzenreitern nur marginale Veränderungen

Die Gesellschaften mit den höchsten Verwaltungskostenquoten

Am anderen Ende der Rangliste finden sich 29 Gesellschaften mit Verwaltungskostenquoten von über drei Prozent wieder. Dabei kamen Targo (12,48 %) und Plus (12,35 %) gar auf zweistellige Werte. Immerhin knapp einstellig wurde diesmal die Heidelberger Leben (9,17 %), während Bayerische Beamten, PB Leben, Protektor und myLife Werte zwischen 5,81 und 6,35 Prozent zu verzeichnen hatten.

Die Gesellschaften mit den größten Einsparungen seit 2010 sind im positiven Sinne Targo (- 2,39 %), Heidelberger Leben (- 1,47 %), VHV (- 1,19 %) und myLife (- 0,58 %). Die meisten hatten es wegen ihrer schlechten Werte 2010 aber auch besonders nötig.

Erheblich verteuert hat sich 2011 die Verwaltung der Verträge bei diesen Lebensversicherern: Hamburger Leben (+ 1,51 %), Protektor (+ 0,57 %), Ontos und Provinzial Rheinland (je + 0,53 %) sowie Iduna (+ 0,40 %). Auch Zurich Deutscher Herold (+ 0,36 %) und WWK (+ 0,30 %) liegen hier in einem schlechten Kurzfristtrend.

Lebensversicherer mit den geringsten Verwaltungskosten

Rang

 Versicherer

Quote 20111

Quote 20101

Veränderung  

1

Europa

0,80

0,78

+ 0,02

2

Cosmos

0,94

0,92

+ 0,02

3

Neue Leben

1,06

1,11

- 0,05

4

Itzehoer

1,07

1,09

- 0,02

5

HanseMerkur24

1,10

1,09

+ 0,01

6

Allianz

1,11

1,10

+ 0,01

7

Hannoversche

1,22

1,24

- 0,02

8

Debeka

1,28

1,30

- 0,02

9

HUK-Coburg

1,48

1,75

- 0,27

10

Öffentliche Sachsen-Anhalt

1,50

1,30

+ 0,20

1 Verwaltungsaufwendung brutto in Prozent der verdienten Bruttobeiträge

 Quelle: Map-report 811 – 813/2012 

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