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dvb-aktuell vom 20.09.2012

Einkommensspreizung mit Folgen für Vertrieb

Einkommen und Vermögen der Deutschen spreizen sich weiter auf, zeigen eine Allianz-Studie sowie der Entwurf des Armuts- und Reichtums-Berichts der Bundesregierung. Das bleibt nicht ohne Folgen für den Vertrieb.

Der Wohlstand in Deutschland ist in den vergangenen 20 Jahren stark gewachsen, aber ungleich verteilt. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung vereinen mehr als die Hälfte des Vermögens an Immobilien, Geld und Wertpapieren sowie Betriebsrenten auf sich. Die Bundesregierung prüft daher, „ob und wie über die Progression in der Einkommensteuer hinaus privater Reichtum für die nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden kann“, heißt es im Entwurf des Armuts- und Reichtumsberichts, den das Kabinett am 14. November beschließen will.

Während das Nettovermögen des Staates zwischen 1992 und 2009 um knapp 700 Milliarden Euro sank, hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte – einschließlich privater Organisationen ohne Erwerbszweck – in diesem Zeitraum fast verdoppelt: von 4,7 auf 9,3 Billionen Euro.

Einkommensspreizung nimmt zu

Allein zwischen 2007 und 2012 hat sich das private Nettovermögen um 1,4 Billionen Euro erhöht. Die Haushalte in der unteren Hälfte der Vermögensverteilung verfügten aber nur über gut ein Prozent des gesamten Nettovermögens, während die reichsten 10 Prozent mehr als die Hälfte auf sich vereinen. Ihr Anteil ist dabei im gestiegen: von 45 Prozent 1998 über 49 Prozent 2003 auf nun 53 Prozent (Stand: 2008). Die „untere“ Hälfte der Bevölkerung fiel dagegen von 4 Prozent 1998 über 3 Prozent 2003 auf nun 1 Prozent des Vermögens ab.

Während die höheren Löhne sich gut entwickelt hätten, seien die unteren Löhne in den vergangenen zehn Jahren preisbereinigt gesunken. „Die Einkommensspreizung hat damit zugenommen“, heißt es im Bericht. Dies verletze das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung und könne den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden.

Privatvermögen wächst langsamer

Da nutzt es auch nichts, dass das Geldvermögen der Deutschen insgesamt auf den Rekordwert von 4,715 Milliarden Euro an gewachsen ist, wie der Global Wealth Report der Allianz ausweist, der Bargeld, Versicherungen und Wertpapiere berücksichtigt, jedoch keine Immobilien und Rentenansprüche. Laut Studie besitzt jeder Deutsche im Schnitt abzüglich seiner Schulden 38.521 Euro. Weltweit bedeute dies für Deutschland Platz 16 beim Pro-Kopf-Netto-Geldvermögen.

In Westeuropa hat es zuletzt einen Rückgang gegeben, während das deutsche Privatvermögen im Gleichschritt mit dem globalen Wachstum steige und schneller als in den Industrienationen. Die Ergebnisse decken sich mit einer anderen Studie, nach der es in Deutschland rund 345.000 Vermögens-Millionäre und damit acht Prozent mehr als 2010 gibt (siehe früherer Artikel).

Versorgungslücke erkannt, aber nicht gebannt

Noch ist Deutschland weit weg von einer Altersarmut (siehe früherer Artikel). Doch die Versorgungslücke wird für weite Teile der Bevölkerung größer – auch weil die sehr differenzierte Lohnentwicklung für immer mehr Bürger die eigene Vorsorge erschwert. Im Schnitt erwartet jeder Bürger für sich selbst eine Rentenlücke von 600 Euro pro Monat, ergab eine Allensbach-Umfrage Anfang 2012 (siehe früherer Artikel).

Die Krise in der Euro-Zone führt dazu, dass eher der kurzfristige Konsum als die langfristige Vorsorge stimuliert wird. Immerhin 24 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, bei der Altersvorsorge eine Schippe draufzulegen. Wichtigstes Kriterium ist die Sicherheit, sagen 78 Prozent der Befragten – Indiz für wenig Akzeptanz von Fondspolicen. 55 Prozent ist zudem wichtig, dass die Ansprüche auf Altersversorgung im Todesfall an die nächsten Angehörigen übergehen, was die Akzeptanz staatlich geförderter Produkte wie Entgeltumwandlung, Riester- und Basisrente schmälert. 


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