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dvb-aktuell vom 02.02.2012

Geldanlage für Faule

Rendite ohne Stress verspricht das Buch „Geldanlage für Faule“ von der Stiftung Warentest. Was ein Selbst-Test mit Hilfe des Buches ergab.

Für viele gibt es spannendere Freizeitbeschäftigungen als die eigenen Finanzen. Deshalb müssen sie oft auf das Wissen und die Qualität ihrer Bank- oder Versicherungsvermittler vertrauen. Geldanlage für Faule soll laut Eigenwerbung der Stiftung allen helfen, die keine Lust haben, viel Zeit in ihr Geld zu investieren. Kann das gut gehen?

Angesichts der Vielfalt von Anlagemöglichkeiten schwirrt Laien in der Tat oft der Kopf. Bausparen, Fonds oder doch besser ein Banksparplan bzw. eine Privatrente; vielfältiger könnten die Möglichkeiten nicht sein. Für den schnellen Durchblick wurden Produkte herausgesucht, die pflegeleicht sind und dennoch gute Renditechancen bieten. Besonders bequem: Man wählt sein Anlageziel, „Ich will für das Alter vorsorgen“ oder „Ich will von meinen Ersparnissen leben“ aus. Dann wird wie in einem Nachschlagewerk gezeigt, wie man den Plan in die Tat umsetzt.

Soweit die Theorie. Ein Selbst-Test mit Hilfe des Buches zeigt jedoch, dass gerade der Leser, der sich nur ungern mit den eigenen Finanzen beschäftigt, hier auf dünnem Eis wandelt. Allenfalls wird ein Torso sinnvoller Anlageformen genannt, die sich zudem weitgehend auf Bankprodukte bzw. einige staatliche geförderte Anlagen beschränkt.

Schmerzlich wird diese Selbstbeschränkung beim Thema Altersvorsorge deutlich. Dem Hinweis auf die Rentenlücke folgt der Tipp, dass man im Alter 80 Prozent des letzten Nettogehaltes zur Verfügung haben sollte. Die Stiftung bietet zur Berechnung einen kostenlosen eigenen Rentenlückenrechner im Internet. Als eigentliche Anlageformen werden jedoch ausschließlich die Riester-Rente sowie die Betriebsrente genannt. Da beides für Selbstständige nicht unbedingt passt, gibt es noch den Hinweis auf das Stiftungs-Buch „Altersvorsorge für Selbstständige“. Die Basisrente wird komplett verschwiegen.

Diese Beschränkung dürfte jeden Versicherungsvermittler freuen, kann er sich doch mit deutlich breiterem Angebot an Lebensversicherungen an potentielle Kunden wenden. Gerade solche Angebote eignen sich ja für Faule, denn nach dem Abschluss muss man sich eigentlich nicht mehr darum kümmern. Unverständlich, dass auf die Privatrente daher nur am Ende des Buches im Glossar eingegangen wird. „Die klassische Variante ist ausgesprochen sicher“, heißt es im Abschnitt „Kleines Geldanlagelexikon für Faule“. Allerdings komme sie nur in Frage, falls man keinen Riester-Vertrag mit Förderung erhält. Begründet wird das nicht, jedoch die fehlende Flexibilität und sehr lange Laufzeit bemängelt.

Schade auch, dass im Abschnitt „Beratung und ihre Tücken“ zwar auf die Pflicht zum Beratungsprotokoll in Banken eingegangen wird, die 2010 eingeführt wurde. Doch mit keinem Wort ist erwähnt, dass Versicherungsvermittler an eine solche Beratungs- und Dokumentationspflicht, verbunden mit einem Sachkundenachweis, schon seit Mai 2007 gebunden sind und gerade Versicherungsmakler sich in der Qualität der Beratung hervortun.

Klassische Altersvorsorge funktioniert nicht ohne Versicherungen. Denn biometrische Risiken wie Invalidität, Hinterbliebenenschutz und Langlebigkeit lassen sich mit Bankprodukten nicht abbilden – daher bieten ja auch Banken Versicherungen an. Insofern springt das Buch, das teilweise sehr bankkritische Passagen zu Indexfonds parat hält, zu kurz. „Geldanlage für Faule“ kostet 16,90 Euro und ist im Handel sowie im Internet erhältlich. 


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