dvb-Pressespiegel

28.06.2012 - dvb-aktuell

Gothaer kommt mit eigener D&O-Police

Ab 1. Juli bietet die Gothaer Versicherungsgruppe eine eigene D&O-Versicherung an. Solcher Schutz war seit 1996 im Rahmen der Mitversicherungs-Gemeinschaft VOV zur Verfügung gestellt worden, an der die Gothaer bislang mit 30 Prozent den größten Geschäftsanteil hielt.

Bisher besitzen nur etwa 30 Prozent der mittelständischen Unternehmer solchen Schutz. Allerdings wolle man sich bei der Versicherung von Führungskräften von Banken zurückhalten, weil dort die Schadenanfälligkeit am größten sei, hatte Werner Görg, Vorstandschef des Gothaer Konzerns, kürzlich angekündigt.

Mit über 200 Millionen Euro Beitragseinnahmen in der gewerblichen und industriellen Haftpflichtversicherung gehört die Gothaer Allgemeine Versicherung AG zu den führenden Anbietern in Deutschland. Im Neugeschäft stellt die Gothaer nun eine Zeichnungskapazität bis 10 Millionen Euro pro Kunde in Aussicht, nach Prüfung im Einzelfall auch höhere Deckung.

Details zur Deckung der Gothaer D&O-Police

Bislang bei der VOV eingebrachte Verträge können unverändert und vollständig übernommen werden (bis zu 25 Millionen Euro Deckungssumme). „Alle Kunden erhalten ein Angebot“, sagt Thomas Leicht, Vorstandschef der Gothaer Allgemeine. Jeder würde vom neuen, verbesserten Gothaer-Bedingungswerk (AVB 2013) profitieren. Auf Nachfrage nannte die Gothaer die Highlights des neuen Produktes. Dazu gehören:

·         sehr großer Kreis der versicherter Personen (u.a. Arbeitnehmer oder Gesellschafter bei faktischer Organtätigkeit, Interimsmanager, Compliance-, Datenschutz-, Geldwäsche- und sonstige besonders Beauftragte),

·         Mitversicherung der gesamten operativen Tätigkeit von Organmitgliedern,

·         drei Jahre unverfallbare Nachmeldefrist sofort (bisher: ein Jahr); bis zu 5/10 Jahre unverfallbare Nachmeldefrist ansparfähig oder zukaufbar,

·         Ausschluss von Vorsatz nur bei Absicht („dolus directus“); damit besteht Versicherungsschutz für Pflichtverletzungen mit bedingtem Vorsatz (weiter kein Ausschluss „vorsätzliche Pflichtverletzung“ bei Verletzung von unternehmensinternem Recht),

·         Mitversicherung des Regresses der Firma für die versicherten Personen bei Vertragsstrafen, Geldbußen oder Entschädigungen mit Strafcharakter,

·         Möglichkeit, die Deckungssumme wieder aufzufüllen.

Neu ist auch ein vereinfachtes Antragsmodell für Unternehmen mit weniger als 25 Millionen Euro Jahresumsatz. Die Highlights sind inzwischen auch online gestellt worden.

Bewegung in Zeichnungsgemeinschaft VOV

Im D&O-Bereich ist derzeit einiges in Bewegung. Zunächst hatte zum 1. Januar die Inter Versicherung durch den Beitritt zur VOV-Versicherungsgemeinschaft ihre Produktpalette um D&O-Versicherungen erweitert. Dazu war der fünfprozentige Anteil der Condor Allgemeine Versicherung an der VOV GmbH und an der Mitversicherungsgemeinschaft übernommen worden.

Weitere Anteilseigner im VOV-Pool sind bislang neben der Gothaer und Inter auch AachenMünchener, Continentale, Generali, HDI-Gerling Verzekeringen N.V. und Nürnberger. Doch die Gothaer hat ihre Mitgliedschaft zum 30. Juni 2012 gekündigt und bietet nun eine eigene Police an.

Kürzlich hatte die Allcura Versicherungs-AG ihre Produktpalette um eine persönliche Berufshaftpflichtversicherung für Unternehmensleiter erweitert. Die sollen vor allem Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte privat abschließen, denn ihnen droht bei schuldhafter Pflichtverletzung die unbegrenzte persönliche Haftung mit ihrem Privatvermögen (siehe früherer Artikel). 


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