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dvb-aktuell vom 23.01.2009

Große Ziele und wohldosierter Optimismus bei HDI-Gerling Leben

„Wir machen die HDI-Gerling Leben-Gruppe zum „best Partner“ für Vertriebspartner, Kunden und Mitarbeiter“. Mit diesem Kernsatz fasst Vorstandschef Dr. Hans Löffler am Abend des 19.1.2009 beim 3. Marienburger Medienempfang in Köln die strategische Planung zusammen. Mehrfach betont er die „umfassende und absolute Vertriebsorientierung“.

Die Ziele sind hochgesteckt: Verdoppelung des Neugeschäftes bis zum Jahr 2012, gekoppelt mit einer deutlichen Effizienzsteigerung. Fünf Maßnahmenbündel mit einer Vielzahl von Zielen und Einzelprojekten sollen den Weg ebnen.

Es geht um Wachstum, operative Exzellenz, Optimierung der Kapitalanlage-Performance, Verankerung einer „High-Performance-Kultur“ und strukturelle Maßnahmen und Optimierung des Steuerungsinstrumentariums der Gruppe.

Die Wachstumsziele sollen von einer Überprüfung und Neuausrichtung des Produktportfolios begleitet und unterstützt werden. Dr. Löffler zieht den Vergleich zu anderen Industrien und spricht damit den Wunsch aus, Versicherungsprodukte sehr viel stärker flexibel auf die Bedürfnisse der Kunden abstimmen zu können. „In der Autoindustrie rollt nur jedes etwa 10.000ste Fahrzeug in einer vergleichbaren Konfiguration vom Band“.  Ein interessanter Ansatz, der sicher im Rahmen der geplanten oder schon laufenden Projekte mit den Vertriebspartnern intensiv diskutiert wird. Großes Potenzial in der Geschäftsprozessoptimierung wird in der sogenannten „Dunkelverarbeitung“ gesehen, also die automatisierte Verarbeitung standardisierten Geschäfts. Konkrete Aussagen, wie dies in der Zusammenarbeit mit Maklern umgesetzt werden soll, wurden indes nicht getroffen.

Überproportionales Wachstum verspricht sich die Gruppe in definierten ausländischen Märkten, wohl mit Schwerpunkt Osteuropa. Aber auch Produkttransfers aus Luxemburg und Lichtenstein stehen auf der Agenda.

Offene Worte fand Dr. Löffler auch hinsichtlich der Auswirkungen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, die jedoch auch Chancen berge. Sein Unternehmen habe in 2008 einen Rückgang von 24% im Neugeschäft hinnehmen müssen, das sei aber nicht als gefährlich zu sehen. Ein Lichtblick sei das sehr gut verlaufene bAV-Geschäft gewesen, während das Jahresendgeschäft quasi nicht stattgefunden habe.

Bedingt durch Standortauflösungen habe das Unternehmen einen deutlichen Verlust von qualifiziertem und hochwertigem Personal erlitten. Löffler betonte die besondere Bedeutung der Mitarbeiter im Unternehmen.

Intensiver ging Jacques Santer im Verlaufe des Abends in seinem Vortrag auf die aktuelle Krise ein. Der frühere EU-Kommissions-Präsident berichtete losgelöst von den Zwängen des Amtes und sparte nicht an Kritik an der aktuellen Politik, insbesondere am französischen Präsidenten Sarkozy, während er die Besonnenheit der deutschen Politik lobte. Er ging u.a. auf den psychologischen Effekt ein, der im Verlauf der Krise eine bedeutende Rolle spielte und noch spielt. Von selbsterfüllender Prophezeiung war die Rede. Gemeint war damit die Tatsache, dass vor Monaten bei Prognosen von 2-3 % Minus im Wirtschaftswachstum von Erdrutschen und dramatischen Einbrüchen die Rede war. Das daraus entstandene Klima der Angst hat den Abwärtstrend  mindestens beschleunigt.

Ein weiterer wesentlicher Hinweis von Santer: Wir dürfen ob der Finanzmarktkrise nicht die anderen wichtigen Aufgaben der Zeit vergessen. Die Klimaentwicklungen oder die Probleme, die sich aus der Überalterung der Gesellschaft ergeben, dürfen nicht unbearbeitet beiseitegeschoben werden, während wir uns auf Konjunkturprogramme konzentrieren. Als bildhaften Vergleich zog er die Vorstellung eines mehrgleisigen Bahnüberganges in Frankreich heran. Warnschilder an solchen Bahnübergängen sagen „Un train peut en cacher un autre“, ein Zug kann einen anderen verdecken. Achte ich nur auf den vordergründig Sichtbaren, kann es gut sein, dass der andere mich überrollt.

Volker P. Andelfinger

 


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