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dvb-aktuell vom 03.01.2012

Laufende Gesamtverzinsung fällt ab

Wenn der Vertrieb Akzente mit der Lebensversicherung setzen will, muss er die richtigen Gesellschaften vermitteln. Dabei hilft als Marketing-Vehikel eine hohe laufende Gesamtverzinsung. Die fällt 2012 erstmals unter 4,0 Prozent.

Der Branchendienst map-report greift seiner jährlichen Untersuchung „LV-Deklarationen”, die Ende Januar erscheint, vor und erhob eine Stichprobe von vorerst 45 Unternehmen. Ergebnis: Die Kundenguthaben werden 2012 wohl mit 3,93 Prozent verzinst, nachdem es 2011 noch 4,08 Prozent gewesen sind. Der durchschnittliche Deklarationssatz ist also im Vergleich zum Vorjahr um 15 Basispunkte gefallen, heißt es bei map-fax, dem Kurz-Nachrichtendienst für Risiko und Vorsorge aus dem Hause map-report. Diese Schätzung berücksichtigt den Mittelwert für die Deklarationen zu allen Rechnungszinssätzen der Anbieter, während ansonsten oft der Deklarationssatz nur für das Neugeschäft verwendet wird.

Wie die Stichprobe zeigt, sind einige Gesellschaften damit erstmals unter die magische Grenze von 4,0 Prozent gerutscht, darunter Alte Leipziger, R + V, Hannoversche und AXA  siehe Tabelle. Bereits im Vorjahr hatte es bereits Rendite-Schonkost mit einer Drei vor dem Komma bei Versicherern wie Asstel, Ergo, Gothaer, Swiss Life, und Zurich gegeben. Maßstab ist dabei die Überschussdeklaration von Kapital-Lebensversicherungen (KLV) mit 30 Jahren Laufzeit gewesen.

Die Rating-Agentur Assekurata bereitet zeitgleich die „Marktstudie 2012“ vor, die am 26. Januar 2012 erscheint. Hier zeigt die Stichprobe (Stand: 29. Dezember 2011): Im Schnitt werden die Guthaben der Kunden, die 2012 eine private Rentenversicherung mit 1,75 Prozent Garantiezins abschließen, zwischen 4,60 Prozent (Targo) und 3,30 Prozent (Öffentliche Leben Berlin-Brandenburg) laufend verzinst. Von bislang 63 Anbietern haben 50 ihre Verzinsung gesenkt. Zwölf blieben stabil. Lediglich die AXA-Tochter Deutsche Ärzteversicherung hob den Wert um 0,05-Prozentpunkte auf 4,05 Prozent an, nachdem allerdings 2010 noch 4,30 Prozent geboten wurden.

Mit der laufenden Gesamtverzinsung werden die Kunden verbindlich an den Gewinnen der Assekuranzen beteiligt. Der Wert beinhaltet die Summe aus Garantiezins und die fest zugesagte Überschussbeteiligung des laufenden Jahres 2012. Die Überschüsse für die Folgejahre sind nicht garantiert, sondern werden erst jährlich zum Jahresende neu deklariert. Ebenso sind der Schlussüberschuss sowie die Beteiligung an den Bewertungsreserven erst bei Ablauf des Vertrages sicher.  

Somit ist die laufende Gesamtverzinsung allenfalls eine Momentaufnahme für ein einziges Jahr. Zudem erfolgt nur eine Betrachtung der Zinsüberschüsse. Kosten- und Risikoüberschüsse bleiben außen vor. Gerade darin unterscheiden sich die Unternehmen jedoch sehr stark. Kunden müssen zu mindestens 90 Prozent an den Überschüssen aus den gesamten Kapitalerträgen, zu denen auch der Garantiezins zählt, beteiligt werden. Hinzu kommen mindestens 75 Prozent der Risikoüberschüsse und 50 Prozent der sonstigen Überschüsse, insbesondere Kostenüberschüsse.

Aussagekräftiger als der Wert 2012 ist der Durchschnitt der laufenden Gesamtverzinsung in den letzten 15 Jahren. Nimmt man die Werte 1995 bis 2011, so sank sie auf 5,67 Prozent, nachdem sie 1995 noch bei 7,41 Prozent gelegen hatte und 2011 auf 4,08 Prozent gefallen war, hatte map-report 762-763/2011 dokumentiert. Die nachhaltigsten Ergebnisse hatten dabei Debeka, Asstel, Neue BBV und Karlsruher erzielt. Derzeit kommen wegen des Zinstiefs 44 Prozent weniger Zinsgewinne beim Kunden an als noch 2001, hat map-report anhand von Beispielrechnungen für Policen mit 30 Jahren Laufzeit errechnet.

Laufende Gesamtverzinsung1 der Lebensversicherung (Angaben in Prozent)

Unternehmen

2012

2011

InterRisk

4,40

4,40

Europa

4,30

k.A.

neue leben

4,20

4,27

Stuttgarter

4,20

4,40

AachenMünchener

4,14

4,13

Continentale

4,13

4,30

DEVK

4,10

4,10

Debeka

4,08

4,30

Volkswohl Bund

4,05

4,35

Nürnberger

4,0

4,0

Markt

3,93 (Stichprobe)

4,08

1 mit 30 Jahren Laufzeit – ohne Schlussüberschuss und Bewertungsreserven

Quelle: map-fax 52/2011


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