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dvb-aktuell vom 13.04.2012

Map-report analysiert Schadensparten

Die Schaden- und Unfallversicherer stehen unter irrationalem Preisdruck. In den letzten Jahren brachten nur die Sparten Unfall und Hausrat guten Ertrag.

Die Schaden– und Unfallversicherung hat sich mit „Geizstrategien“ ihre umsatzstärkste Sparte, die Autoversicherung, ruiniert. Wurden 2004 noch 22,4 Milliarden Euro umgesetzt, so waren es 2010 nur noch ganze 19,45 Milliarden. Inzwischen betragen die technischen Verluste 4,3 Prozent. Bei den extrem niedrigen Zinsen bringt das nichttechnische Geschäft keinen Ausgleich, berichtet der Marktbeobachtungsdienst map-report in seiner aktuellen Studie „Schaden- und Unfallversicherung: Grafikanalyse 2001-2010“ (Heft 793-794; kostet 75 Euro; Bestellung im Internet).

Über die Provisionen in der Leben- und Kranken-Sparte regen sich Verbraucherschützer gern auf (siehe früherer Artikel). Da wird der Eindruck erweckt, diese Abschlussvergütung sei so üppig, dass mit jedem Abschluss fast schon ein neuer Porsche vor der Tür steht. „Dabei kommen über 64 Prozent der Erträge eines Vermittlerbetriebes aus der laufenden Provisionierung in der Schaden– und Unfallversicherung“, stellt Manfred Poweleit, Chefredakteur von map-report, klar.

Auch für die Konzerne ist diese Sparte der heimliche Favorit: Man kann die Gewinne komplett behalten, während man sie in Leben und Kranken mit den Kunden teilen muss. Doch verdienen die Assekuranzen in diesem Metier wirklich Geld? Die Studie hat den Markt mit über 70 Unternehmen beleuchtet und auch nach Sparten gegliedert: Auto, allgemeine Haftpflicht, Unfall, Hausrat, Wohngebäude und Feuer.

Im Jahre 1980 kamen noch 49,9 Prozent der Beitragseinnahmen in der Erstversicherung aus der Schaden– und Unfallversicherung. Dieser Anteil ist laut GDV inzwischen auf 30,9 Prozent gesunken. Ein wesentlicher Teil des Problems: In großen Teilsparten wie der Autoversicherung tobt seit Jahren ein Preiswettbewerb, der auskömmliche Margen verhindert

Die geiz-ist-geil-Mentalität nutzt auf Dauer niemandem. Dies zeigt die mit weitem Abstand größte Aufwandsposition eines Schadenversicherers – die Aufwendungen für Versicherungsfälle. Sie betrugen im Jahre 2010 rund 77,5 Prozent der Brutto-Beitragseinnahmen. Sinken die Erträge stark, so wird ein Schadenversicherer die Order ausgegeben: Schadenquote senken. Dann wird bei der Schadenregulierung gespart, um Gewinne zu generieren. „Plötzlich hat der geizige Verbraucher einen geizigen Versicherer“, meint Poweleit und verweist auf Tendenzen der Schadenregulierung in der Kfz-Haftpflichtversicherung.

Dort hatte die Stiftung Warentest lange den Billigversicherer Ineas empfohlen, dem später die Zulassung entzogen wurde, ehe er pleite ging. Ein solcher Billigversicherer kann für den Verbraucher brandgefährlich werden, wenn er an Schadenreserven und Solvabilität spart, so Poweleit: Er wird womöglich nach einem verschuldeten Unfall mit Regressforderungen von 5.000  Euro und mehr konfrontiert. Dann wird eine unseriös kalkulierte Billigpolice zum teuren Albtraum.

 

Beitragseinnahmen und Marktanteile der größten Kfz-Versicherer

Versicherer

Beitragseinnahme 20101

Beitragseinnahme 20011

Allianz

3.070

3.716

HUK-Coburg

2.266

2.114

AXA

1.096

1.222

HDI-Gerling

967

1.222

VHV

924

731

LVM

819

862

Kravag

751

429

DEVK

751

669

Ergo

738

670

R + V

727

702

Branche

19.415

21.147

1 verdiente Bruttobeiträge (Millionen Euro)

Quelle: map-report 793-794/2012

  


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