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dvb-aktuell vom 10.09.2012

Was bei Ergo Leben handwerklich Sache ist

Die Ergo Lebensversicherung, früher Hamburg-Mannheimer, hat sich zum Liebling des Boulevard-Versicherungsjournalismus gemausert, der Bordellbesuche für erfolgreiche Verkäufer einer Strukturvertriebsorganisation im Detail ausbreitet. Der Schaden fürs Image ist enorm. Doch haben die Belohnungen etwas für die Bilanz des Versicherers gebracht?

Kein deutscher Lebensversicherer hat im vergangenen Jahr im Bestand so viel Verträge verloren wie die ehemalige Hamburg-Mannheimer: 170.940 Verträge sind nicht mehr im Bestand. Zweitschlechtester Anbieter unter 88 Gesellschaften ist die Konzernschwester Victoria, die längst das Neugeschäft eingestellt hat. Absolut beträgt der Rückgang dort 146.419 Verträge. Dies ergibt die „Bilanzanalyse Deutscher Lebensversicherer 2011“, die soeben vom Marktbeobachtungsdienst Map-Report vorgelegt wurde (Nr. 811 – 813; kostet 87,50 Euro; Bestellung im Internet).

Langfristiger Abwärtstrend bei Hamburg-Mannheimer

Der Einbruch ist keine kurzfristige Schieflage und wohl auch nicht durch Bordell-Kosten verursacht, sagt Manfred Poweleit. Der Chefanalyst von Map-Report hat in seine Bilanzdatenbank geschaut. Für 1997 hatte die Hamburg-Mannheimer noch einen Marktanteil von 4,82 Prozent, inzwischen sind es nur noch 4,06 Prozent – siehe auch Tabelle.

Das ist auf den ersten Blick nicht so gravierend, auf den zweiten aber beinahe ein Offenbarungseid: In der Summe der vergangenen 15 Jahre kommt Map-Report nämlich auf Bestandsverluste von fast 2,3 Millionen Verträge mit einer Versicherungssumme von beinahe 21 Milliarden Euro.

Auch bei den durchschnittlichen Versicherungssummen hinkt Ergo Leben hinterher. In der kapitalbildenden gemischten Lebensversicherung (KLV) schafft Ergo im Schnitt gerade mal 15.264  Euro pro Vertrag im Bestand, während der Markt insgesamt auf eine durchschnittliche Vertragssumme von 22.208 Euro kommt.

Kaum Bedarfsdeckung auch bei Rente und bAV

Die Ausrede, dass KLV längst kein Vertriebshit mehr ist und die Zahlen für die Privatrente wichtiger sind, geht ins Leere. Bei der privaten Rentenversicherung bringt es Ergo zwar auf den viertgrößten Bestand nach Stückzahl, doch mit einer durchschnittlichen Jahresrente von nur 1.615 Euro – das sind knapp 135 Euro pro Monat – landet die Gesellschaft unter ferner liefen. Die Branche insgesamt bekleckert sich da aber auch nicht mit Ruhm bei durchschnittlich 3.048 Euro Jahresrente, also 254 Euro Monatsrente.

Auch in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sind die Zahlen kaum besser. Nach Anzahl der Verträge ist die Gesellschaft mit 2,5 Millionen Policen zwar Marktführer 2011. Doch auch hier kommt nur kleinteiliges Geschäft in die Bücher. Die durchschnittliche Vertragssumme erreicht mit 13.476 Euro bei weitem nicht den Marktdurchschnitt von 20.400 Euro. Es fehlt offenkundig an nachhaltigen Geschäftskontakten.

Die größten Lebensversicherer 2011

Rang

 Versicherer

Marktanteil 20111

Marktanteil 20101

Veränderung

1

Allianz

17,93

17,76

+ 0,17

2

R + V

5,52

5,26

+ 0,26

3

AachenMünchener

5,38

5,16

+ 0,22

4

Generali

4,90

4,82

+ 0,08

5

Zurich Deutscher Herold

4,61

5,27

- 0,67

6

Ergo Leben

4,06

4,11

- 0,05

7

Debeka

3,97

3,72

+ 0,26

8

HDI-Gerling

2,78

2,36

+ 0,42

9

Nürnberger

2,73

2,59

+ 0,14

10

Axa

2,63

2,65

- 0,02

 

1 in Prozent; gemessen an den verdienten Bruttobeiträgen

 Quelle: Map-Report 811 – 813/2012

 


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