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dvb-aktuell vom 17.09.2012

Wer bei Betriebsrenten die Nase vorn hat

Die betriebliche Altersversorgung hat sich allen Unkenrufen zum Trotz 2011 weiter gut verbreitet. Details liefert eine neue Studie des Marktbeobachtungsdienstes Map-Report, die Neugeschäft und Bestand 2011 beleuchtet und Marktteilnehmer auch nach den Perspektiven gefragt hat.

Die Bedeutung betrieblichen Altersversorgung (bAV) für die Versicherungswirtschaft ist 2011 erneut gestiegen. Während der Bestand an Lebensversicherungen im weiteren Sinne, also einschließlich Pensionskassen und –fonds laut GDV-Taschenbuch 2012 um 0,7 Prozent auf 93,6 Millionen Verträge zurückging, legte die bAV kräftig zu.

Bei Direktversicherungen wuchs der Bestand auf 7,1 Millionen Verträge (+ 5,3 %), bei Rückdeckungsversicherungen auf 2,8 Millionen Stück (+ 3,6%), bei Pensionskassen auf 3,5 Millionen (+ 3,5 %) und Pensionsfonds auf 344.100 Verträge (+ 8,6 %). Dies zeigt die Studie „Betriebliche Altersversorgung – Grafikanalyse 2007 bis 2011“ des Marktbeobachters Map-Report (Nr. 814 – 816; kostet 87,50 Euro; Bestellung über www.map-report.com).

Betriebsrente profitierte vom Schlussverkauf 2011   

Ein ähnliches Bild ergab die Analyse beim Neugeschäft. 6,5 Millionen neue Verträge an Lebensversicherungen im weiteren Sinne zählte der GDV 2011 insgesamt (+3,2 % nach vier Jahren ununterbrochenen Rückgangs). In der bAV ging es um fast 16 Prozent nach oben – um 1,1 Millionen Verträge. Besonders gut lief es bei Direktversicherungen mit einem satten Plus von fast 30 Prozent. Pensionskassenwuchsen um 11,7 Prozent bei der Stückzahl und Pensionsfonds wieder einmal verhalten um 3,1 Prozent.

Die Zahlen deutet Map-Report auch als Schlussverkauf 2011. Denn die im Neugeschäft seit 2012 erfolgte Senkung des Rechnungszinses von 2,25 auf 1,75 Prozent und die gleichzeitige Heraufsetzung der steuerlichen Altersgrenze für Betriebsrentner von 60 auf 62 Jahre hat einen kräftigen Schub für den Vertrieb gegeben.

Schwankende Renditen

Nach Angaben von Map-Report schafften die Lebensversicherer 2011 mit ihren Direktversicherungen eine Nettoverzinsung zwischen 4,79 Prozent (Debeka) und nur 3,5 Prozent (Sparkassenversicherung Sachen). Pensionskassen brachten es auf Nettorenditen zwischen 4,7 Prozent (Debeka) und 3,64 Prozent (Allgemeine Rentenanstalt/ Württembergische). Bei Pensionsfonds schwanken die Ergebnisse zwischen 5,77 Prozent (Deutscher Pensionsfonds) und einem Minus von 3,5 Prozent (Nestle Pensionsfonds).

Diese Werte spiegeln die Branchenlage der bAV allerdings nur ungenügend wider. In Deutschland gibt es rund 150 Pensionskassen, 100 Lebensversicherer und 30 Pensionsfonds. Davon haben lediglich 32 Lebensversicherer, 18 Pensionskassen und 12 Pensionsfonds teilgenommen.

Vielfach fehlender Wille zur Transparenz

Dennoch konnte die Umfrage rund 85 Prozent des Anbietermarktes abdecken. Denn der Wettbewerb beschränkt sich auf die Direktversicherungen, Wettbewerbs-Pensionskassen und –Pensionsfonds, also weitgehend auf die Lebensversicherer. Grund: Der Großteil der Pensionskassen und viele Pensionsfonds sind nur für die jeweiligen Mitarbeiter geöffnet, aber für Betriebsfremde geschlossen. Dennoch blamabel: Nicht eine einzige große Pensionskasse stellte sich der Umfrage.

So konzentriert sich die Analyse auf die versicherungsförmigen Durchführungswege. Das Neugeschäft mit Betriebsrenten machen vor allem vier Gruppen unter sich aus: Allianz mit 443,5 Millionen Euro Neugeschäftsbeiträgen 2011, R + V (288,1 Millionen), Generali 186,1 Millionen) und die Ergo-Gruppe (119,8 Millionen).

Unisex-Tarife führen zu Schlussverkauf 2012 für Männer

Nach den Zukunftschancen der bAV befragt, räumen Marktteilnehmer der Betriebsrente insgesamt wachsende Chancen im Neugeschäft ein. 2012 ist zunächst Unisex-Umsetzungs-Jahr. Zwar ist die bAV nicht unmittelbar von dem EuGH-Urteil betroffen, doch stellt sich die Branche im Neugeschäft von beitragsorientierten Leistungszusagen und Beitragszusagen mit Mindestleistung ab 21. Dezember 2012 auf Unisex-Tarife ein. Ansonsten wären Arbeitgeber einem Haftungsrisiko ausgesetzt.

Die Kölner Pensionskasse ist bereits seit Jahresanfang mit Unisex-Tarifen unterwegs. Parallelität bieten Übergangstarife, wie bei der Allianz. Dort wird bis zum 20. Dezember geschlechtsspezifisch kalkuliert, wenn Unisex den Beitrag erhöhen würde. Ginge der Beitrag durch Unisex runter, wird schon jetzt die Unisex-Kalkulation berücksichtigt. Weit verbreitet sind auch Umtauschoptionen, etwa bei der Gothaer. Dabei ist der spätere Umtausch der zunächst geschlechtsabhängig kalkulierten Versicherungstarife in Unisex-Nachfolgetarife möglich – rückwirkend ab Vertragsbeginn.

Marktführer Allianz geht bei bAV-Rentenversicherungen von einer Ermäßigung des Beitrages für Frauen von zwei bis drei Prozent aus, während es bei Männern rund fünf bis sechs Prozent teurer zu werden droht. Da Rentenversicherungen die bAV dominieren, ist für diese Zielgruppe jetzt objektiv Bisex-Schlussverkauf. 


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