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dvb-aktuell vom 28.02.2012

Wie Demenz in privaten Pflege-Zusätzen versichert ist

Rund 1,3 Millionen Deutsche leiden an Alzheimer. Doch das Risiko ist in den 1,7 Millionen privaten Pflege-Zusatzpolicen unterschiedlich abgesichert.

Alzheimer-Patienten sind oft noch lange körperlich fit. Sie können sich frei bewegen, allein essen, sich waschen und anziehen. Damit fallen sie nach der aktuellen Pflegedefinition durch den Rost der gesetzlichen bzw. privaten Pflegepflichtversicherung. Ausnahme: Nur bei erheblichem Betreuungsbedarf gibt es zweckgebunden 100 oder 200 Euro pro Monat. Ab 2013 soll es durch die Pflege-Reform mehr Leistungen geben (siehe früherer Artikel).

Da bei fortgeschrittener Demenz eine krankhafte Störung der Geistestätigkeit vorliegt, haftet der Kranke nicht für Schäden, die er anrichtet. Angehörige oder Betreuer sind nur dann schadenersatzpflichtig, wenn sie die Aufsichtspflicht verletzt haben (siehe früherer Artikel).

Bei den privaten Pflege-Zusatzversicherungen sind Leistungen bei Demenz häufig integriert, aber sehr unterschiedlicher Qualität. Einige Anbieter zahlen auch bei nachgewiesener Demenz ohne Pflegebedürftigkeit (= „Pflegestufe 0“) ein Betreuungsgeld bzw. einen Teil des vereinbarten Tagegeldes. Bekanntlich gibt es drei Absicherungs-Varianten: Die PKV bietet Pflegetagegeld- sowie Pflegekosten-Versicherung, die Lebensversicherer eine Pflegerente.

Pflegetagegeld ist die am häufigsten gewählte Variante der Pflege-Zusatzversicherung. 1,5 Millionen Policen wurden bislang abgeschlossen. Vorteil: Der Kunde erhält im Pflegefall die vorher vereinbarte Summe und kann mit dem Geld machen, was er will. Nachteil: Es kann später theoretisch zu Beitragserhöhungen kommen (praktisch ist das in der Gegenwart aber nicht vorgekommen). Die Pflegekostenversicherung füllt die Lücke zwischen gesetzlicher Pflegeversicherung und tatsächlichen Pflegekosten, ist aber weniger flexibel.

Das Konzept der Lebensversicherer setzt die Pflegerentenversicherung dagegen. Sie funktioniert im Grunde wie das Pflegetagegeld, doch mit garantiert stabilen Beiträgen. Nachteil: Die Pflegerente ist meist teurer als das Pflegegeld der PKV. Wie auch immer: Wer bei Demenz Leistungen haben will, obwohl er noch nicht als Pflegefall anerkannt ist, hat auch bei den Privaten oft das Nachsehen.

Beispiel Münchener Verein: Bei der Police (Deutsche Privatpflege) kann ein Demenz-Baustein integriert werden. Er enthält aber lediglich 225 Euro pro Monat vorgezogenes Betreuungsgeld bei mittlerem Demenz-Grad, bis die Pflegeeinstufung erfolgt ist, und damit kaum mehr als die gesetzliche Absicherung. Der Demenz-Grad wird vom Facharzt festgelegt, etwa einem Neurologen. Während bei beginnender, leichter Demenz meist kognitive Beeinträchtigungen zu erkennen sind, ist bei mittlerer Demenz die Alltagskompetenz schon stark eingeschränkt, bei schwerer Demenz ist der Alltag ohne Hilfe kaum mehr allein zu bewerkstelligen, heißt es beim Münchener Verein. Die Demenz-Kategorisierung ist jedoch nicht an die Einteilung in Pflegestufen gebunden.

Man muss im Einzelfall also genau die Bedingungen lesen. Beispiel Ideal-Versicherung: Der Marktführer bei Senioren-Policen hat bei seinem neuen Produkt für die jüngere Zielgruppe von 18 bis 50 Jahren (Superia PflegeSchutz)ebenso wie bei der Pflegerente mittelschwere Demenz mitversichert. Er zahlt dann so, als wäre der Kunde in Pflegestufe II eingruppiert. Voraussetzung: Der Zustand hält mindestens sechs Monate an. Und: Er findet sich nicht mehr im persönlichen außerhäuslichen bzw. innerhäuslichen Umfeld zurecht.  

Eine Marktübersicht zur Pflegetagegeld-Versicherung des unabhängigen Analysehauses Morgen & Morgen, das auch ein Pflegerenten-Rating erstellt hat, zeigt: Wenn der Filter auf „Leistung bei Pflegestufe 0“ eingestellt wird, kann ein Arbeitnehmer (45), der 50 Euro Pflegetagegeld in Stufe III versichert und in den Stufen I und II entsprechend weniger Leistung erhält, bei den besten Anbietern mit bis zu 450 Euro monatlicher Demenz-Leistung rechnen (Allianz PKV; Mecklenburgische KV; R+V KV). Maximal versicherbar ist bei der Allianz 1.080 Euro Demenz-Leistung pro Monat, bei R+V 1.170 Euro und der Mecklenburgischen 900 Euro. Dafür zahlt ein Mann bis zu 33 Euro Monatsbeitrag, eine Frau maximal 51 Euro. Andere Anbieter fallen bei der Demenz-Leistung deutlich ab oder sind erheblich teurer (Ergo; SDK).  


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