Vor kurzem erwähnte ein Mitarbeiter eines Versicherungsunternehmens mit gegenüber, er wisse nicht so recht, wie er mit Störfällen im Extranet umgehen soll. Störfall? Wer stört hier? Der Makler?
Letztendlich – so fand ich im Gespräch heraus – handelt es sich bei dem mittlerweile leider in der Branche verbreiteten Begriff “Störfall” um einen ganz normalen Geschäftsvorfall, den man schlicht und einfach als solchen bezeichnen könnte. Und so hieß das auch ursprünglich, als der GDV den GeVo-Datensatz erfand, um ihn leider in der Schublade liegen zu lassen.
In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Makler-Extranets erheblich erhöht. Dieses zeigt die jetzt vorliegende Studie zu den Extranets (wir werden an dieser Stelle demnächst ausgewählte Ergebnisse publizieren). Die meisten Extranets liegen in der Gunst der Makler im Bereich der Schulnote 1-2. Dieses halte ich für ein ausgezeichnetes Ergebnis, zeigt es doch, dass in den letzten Jahren kräftig an den Makler-Extranets gearbeitet wurde. Viele Versicherungsunternehmen geben sich damit aber noch nicht zufrieden, sie arbeiten weiterhin intensiv an der Optimierung ihres Extranets, um den Ausbau des Vertriebswegs Makler zu unterstützen. Wer nicht mitmacht und die aktuelle technische Entwicklung nicht beachtet, bleibt auf der Strecke. Stillstand ist Rückschritt.
Trotzdem, so glaube ich fest, ist das Extranet nur eine Zeiterscheinung. Die IT-Integration über die Unternehmensgrenzen hinweg mit moderner Technik und neuen Normen, wie z.B. BiPRO oder eNorm, lassen dieses immer mehr zu. Insbesondere was den Datenaustausch zwischen Makler und Versicherungsunternehmen angeht, werden wir in absehbarer Zeit Lösungen vorfinden, die das Unternehmen direkt mit dem MVP des Maklers verbinden. Das wird sich sicherlich noch einige Jahre hinziehen, so dass bis dahin das Extranet ein wichtiger Bestandteil in der Kommunikation zwischen Versicherungsunternehmen und Versicherungsmakler bleiben wird. Somit sind noch diverse Schrauben zu drehen, um den Anschluss nicht zu verpassen. Es wäre ein Fehler, nicht über den Tellerrand zu schauen und sich nicht mit den Trends und zukünftigen Techniken vertraut zu machen.
Also, stört der Makler wirklich? Nein, er wird gebraucht, sonst hätten die Extranets nicht solch einen hohen Stellenwert bei den VU. Ich denke, das oben von mir genannte Wort ist nur eine Unachtsamkeit bei der Wortwahl.
Was gibt es zu tun, um die Anbindung an den Makler zu optimieren? Ein Beispiel fiel mir vor kurzem im Rahmen eines Angebotsprozesses auf. Immer noch muss der Makler sich zeitintensiv und mühsam die Informationen zusammen klauben, die er während des Angebotsprozesses benötigt. Nehmen wir das Beispiel einer zu versichernden fahrbaren Maschine, kein alltägliches Geschäft für einen normalen Makler. Um dem Kunden ein Angebot abgeben zu können, muss der Makler entweder umständlich die entsprechenden Tarife in seinem Büro heraussuchen oder versuchen, einen Mitarbeiter beim Versicherungsunternehmen zu erreichen.
Warum hinterlegen die Versicherungsunternehmen eigentlich nicht die Informationen, die der Makler für den Abschluss benötigt, gebündelt in ihren Extranets? Diese wären zum Beispiel:
- Allgemeine Hinweise zum Produkt (diese könnten ggf. von der allgemeinen Webseite des VU übernommen werden).
- Spezielle tiefergehende Hinweise für den Makler zum Produkt, soweit not-wendig.
- Tarife/Beiträge (ggf. Aufruf eines Tarifrechners, falls zur Sparte vorhanden)
- Einen Link zum Bedingungen-Download.
- Einen Link zum Antrag-Download.
- Einen Download-Link für einen Prospekt, um dem VN Informationen aushän-digen zu können.
- Eine Kontaktmöglichkeit (möglichst der direkte Ansprechpartner und dessen Telefonnummer), falls er ergänzende Fragen hat.
Ich kenne kaum eine Gesellschaft, die dem Makler entsprechende gebündelte Informationen im Extranet zur Verfügung stellt. Das Verrückte ist dabei, die meisten Versicherungsunternehmen haben diese Informationen bereits irgendwo auf ihren Webseiten hinterlegt, nur halt nicht auf einer Seite zusammen gefasst, so dass sich der Makler diese umständlich zusammen suchen muss (wobei er das nicht tun wird, denn das ist ihm zu umständlich).
Es sollte also ein Leichtes sein, entsprechende Seiten einzurichten, damit der Makler in kürzester Zeit die Informationen erhält, die er für den Abschluss benötigt – denn der Kunde sitzt ihm im Nacken und braucht Versicherungsschutz. Wenn ich als Makler nicht in kürzester Zeit das Problem des Kunden lösen kann, besteht immer die Gefahr, dass das Geschäft zu einem anderen Vermittler geht.
Manche Dinge, die einen sehr hohen Nutzen für den Makler haben, lassen sich also mit einem sehr geringen Aufwand realisieren.
Ihr
Friedel Rohde
Ich verfolge mit grossem Interesse die Anregungen zum Thema erweiterter Informationen seitens der Gesellschaften für die Makler. Gerade in wirklich speziellen Anliegen der Mandanten würde ein schnell zu findendes Hinterlegen der Informationen Zeit und Geld sparen. Aber je weiter die Maklerschiene ausgebaut wird, je mehr kommen auch diese Themen in den Vordergrund.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit eine Anmerkung loswerden. Ich bedanke mich bei dem Team, welches sich so unermüdlich für den Ausbau dieses Versicherungskompasses einsetzt und ständig erweitert. Mir hat dies in meiner täglichen Arbeit schon sehr geholfen. MfG R.Göcht