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Da heute Freitag ist : Steuer

15.10.2004 11:29:26

Steuererleichterung in der Praxis:

Lassen Sie uns die geplanten Steuererleichterungen einmal in Worte
fassen, die jeder verstehen kann: Es waren einmal 10 Männer, die jeden Tag
miteinander zum Essen gingen und die Rechnung für alle zusammen betrug jeden
Tag genau 100,- Euro. Die Gäste zahlten ihre Rechnung wie wir unsere Steuern
und das sah ungefähr so aus:

a.. Vier Gäste (die ärmsten) zahlten nichts.
b.. Der Fünfte zahlte 1,- Euro.
c.. Der Sechste 3,- Euro.
d.. Der Siebte 7,- Euro.
e.. Der Achte 12,- Euro.
f.. Der Neunte 18,- Euro.
g.. Der Zehnte (der Reichste) zahlte 59,- Euro.
Das ging eine ganze Zeitlang gut. Jeden Tag kamen sie zum Essen und
alle waren zufrieden. Bis der Wirt Unruhe in das Arrangement brachte in dem
er vorschlug, den Preis für das Essen um 20,- Euro zu reduzieren.

"Weil Sie alle so gute Gäste sind!" Wie nett von ihm! Jetzt kostete
das Essen für die 10,- nur noch 80,- Euro, aber die Gruppe wollte unbedingt
beibehalten so zu bezahlen, wie wir besteuert werden. Dabei änderte sich für
die ersten vier nichts, sie aßen weiterhin kostenlos.

Wie sah es aber mit den restlichen sechs aus? Wie konnten sie die 20,-
Euro Ersparnis so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte? Die sechs
stellten schnell fest, daß 20,- Euro geteilt durch sechs Zahler 3,33 Euro
ergibt.

Aber wenn sie das von den einzelnen Teilen abziehen würden, bekämen
der fünfte und der sechste Gast noch Geld dafür, dass sie überhaupt zum
Essen gehen. Also schlug der Wirt den Gästen vor, dass jeder ungefähr
prozentual so viel weniger zahlen sollte wie er insgesamt beisteuere. Er
setzte sich also hin und begann das für seine Gäste auszurechnen. Heraus kam
folgendes:

a.. Der Fünfte Gast zahlte ab sofort auch nichts mehr (100%
Ersparnis).
b.. Der Sechste zahlte 2,- statt 3,- Euro (33% Ersparnis).
c.. Der Siebte zahlte 5,- statt 7,- Euro (28% Ersparnis).
d.. Der Achte zahlte 9,- statt 12,- Euro (25% Ersparnis).
e.. Der Neunte zahlte 14,- statt 18,- Euro (22% Ersparnis).
f.. Der Zehnte (Reichste) zahlte 49,- statt 59,- Euro (16%
Ersparnis).
Jeder der sechs kam günstiger weg als vorher und die ersten vier aßen
immer noch kostenlos. Aber als sie vor der Wirtschaft noch mal
nachrechneten, war das alles doch nicht so ideal wie sie dachten...

"Ich hab nur 1,- Euro von den 20,- Euro bekommen!" sagte der sechste
Gast und zeigte auf den zehnten Gast, den Reichen. "Aber er kriegt 10,-
Euro!"

"Stimmt!" rief der Fünfte. "Ich hab' nur 1,- Euro gespart und er
spart sich zehnmal so viel wie ich."

"Wie wahr!!" rief der Siebte. "Warum kriegt er 10,- Euro zurück und
ich nur 2,- ? Alles kriegen mal wieder die Reichen!"

"Moment mal," riefen da die ersten vier aus einem Munde. "Wir haben
überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die ärmsten aus!!"

Und wie aus heiterem Himmel gingen die neun gemeinsam auf den Zehnten
los und verprügelten ihn.

Am nächsten Abend tauchte der zehnte Gast nicht zum Essen auf. Also
setzten die übrigen 9 sich zusammen und aßen ohne ihn. Aber als es an der
Zeit war, die Rechnung zu zahlen, stellten sie etwas Außerordentliches fest:

Alle zusammen hatten nicht genügend Geld um auch nur die Hälfte der
Rechnung bezahlen zu können!

Und wenn sie nicht verhungert sind, wundern sie sich noch heute...

Und genau so funktioniert unser Steuersystem. Die Menschen, die hier
die höchsten Steuern zahlen, haben auch die größten Vorteile bei einer
Steuererleichterung. Wenn sie aber zu viel zahlen müssen, kann es passieren,
dass sie einfach nicht mehr am Tisch erscheinen!

Mit schmunzeln gerade gelesen.

Hoffe das man es gelassen sieht.

MFG

[Name ausgeblendet]

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