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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 21.02.2008
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AXA Ruhestand-Barometer: Vorsorge in Deutschland - die meisten sehen sich selbst in der Pflicht

Erwartetes Renteneintrittsalter steigt von 63 auf 64 Jahre / Heutige Rentnergeneration die reichste, die es je gab / Deutsche sehen Hauptverantwortung für die Altersvorsorge erstmalig bei jedem Einzelnen / Mehrheit der Deutschen bezeichnet sich als glücklich und gesund / Deutsche sehen sich führend bei der Lösung des Klimaproblems

Deutschland gehört nach wie vor zu den Ländern mit den reichsten Ruheständlern der Welt, darüber sind sich zahlreiche Experten einig. Die dritte Lebensphase ist vor allem mit positiven Assoziationen verbunden. Auch der Trend, vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, ist weiterhin stabil - 72 Prozent der deutschen Ruheständler verabschieden sich freiwillig früher aus dem Erwerbsleben als vom Gesetzgeber vorgesehen. Doch das Bild wandelt sich, wie das aktuelle "AXA Ruhestand-Barometer 2007 - 2008" belegt. Die repräsentative, internationale Studie untersucht zum vierten Mal in Folge die Erwartungen, Wünsche und Einstellungen von Erwerbstätigen und Ruheständlern bezüglich des Lebensabschnitts "Ruhestand". Die Studie, die die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) im Auftrag von AXA in insgesamt 26 Ländern durchgeführt hat, wurde heute auf einer Pressekonferenz in Köln vorgestellt.

Eigenverantwortung erstmalig vorn - Sparbetrag wächst

Sahen die Befragten in den Vorjahren noch den Staat vorrangig in der Verantwortung für die Altersvorsorge, lässt die aktuelle Studie nun erstmals eine veränderte Sicht erkennen: 79 Prozent der Erwerbstätigen geben an, dass die Hauptverantwortung für die Altersvorsorge bei jedem Einzelnen liegen müsse. Der Staat rückt mit 77 Prozent an die zweite, der Arbeitgeber mit 58 Prozent an dritte Position. Eine der wichtigen Botschaften aus den Renten-Diskussionen in Politik und den Medien scheint die Bürger damit erreicht zu haben.

Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, sieht diese Entwicklung positiv: "Die Lebensstandard-Sicherung, die die Rentenversicherung heutigen Rentnern gewährt, wird sie späteren Rentnergenerationen nicht mehr bieten können. Eine ersetzende Altersvorsorge ist daher zwingend notwendig, um die künftigen Rentenniveau-Kürzungen abzufedern." 72 Prozent der befragten Erwerbstätigen scheinen dies erkannt zu haben: Sie haben mit der Vorsorge bereits begonnen. Im Durchschnitt starten sie mit 31 Jahren und gehören damit im internationalen Vergleich zu den "Frühstartern". Hier liegt der Schnitt bei 33 Jahren, Spitzenreiter sind die Briten mit 28 Jahren. Dies heißt im Umkehrschluss für Deutschland aber auch: Fast jeder Dritte hat noch nicht mit dem Sparen für den Ruhestand begonnen und will dies auch erst mit 47 Jahren tun. Immerhin: Dies ist ein Jahr früher, als im Vorjahr angegeben wurde. Bei ihrer Vorsorge stellen die Deutschen den Sicherheitsaspekt in den Vordergrund: Produkte mit hohen Garantien werden selbst dann bevorzugt, wenn sie geringere Renditeaussichten bieten.

Wurden im Vorjahr noch 149 Euro im statistischen Mittel (Median) für die Altersvorsorge zurückgelegt, geben die Befragten laut der aktuellen Studie jetzt 191 Euro im Median an. Allerdings sparen damit 50 Prozent der Befragten weniger oder deutlich weniger als diesen Mittelwert für den Ruhestand.

Mit 59 in Rente gilt nach wie vor als ideal

Obwohl die schrittweise Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre beschlossen worden ist, wünschen sich deutsche Erwerbstätige nach wie vor, mit 59 Jahren in Rente gehen zu können. Als realistisch sehen sie hingegen ein Renteneintrittsalter von 64 Jahren an - gegenüber 63 Jahren im Vorjahr. Im internationalen Vergleich sind es die Deutschen und die Amerikaner, die glauben, am längsten arbeiten zu müssen.

Insgesamt ist und bleibt der Ruhestand positiv besetzt. Wie im Vorjahr beginnt für die Erwerbstätigen das gefühlte "Alt sein" mit 71 Jahren. Mit Blick auf das erwartete Renteneintrittsalter mit 64 ergeben sich damit sieben Jahre, die aktiv mit Reisen und anderen Freizeitbeschäftigungen gestaltet, aber auch finanziert werden wollen. Die Deutschen freuen sich auf ihren dritten Lebensabschnitt und wollen die Zeit intensiv nutzen. Aber: Die Sorge um finanzielle Schwierigkeiten bleibt.

Schlechte Aussichten für zukünftige Erbengenerationen

Sowohl Erwerbstätige als auch Ruheständler sind der Meinung, dass es kommenden Ruhestandsgenerationen schlechter gehen wird als der heutigen. Acht von zehn Befragten erwarten ein niedrigeres Einkommen, über 60 Prozent der Erwerbstätigen glauben, dass sie im eigenen Ruhestand finanziell nicht mehr so gut gestellt sein werden wie ihre pensionierten Eltern heute. Erwerbstätige rechnen konsequenterweise daher auch damit, später ihr Erspartes selbst in Anspruch nehmen zu müssen und der nachfolgenden Generation nur noch wenig oder nichts vererben zu können. International betrachtet schätzen allein die Spanier die Situation als noch angespannter ein als die Deutschen. Rosige Zeiten für die nachfolgenden Generationen werden nur in Boomländern wie China oder Indien erwartet. Folglich verwundert es auch nicht, dass mehr als ein Drittel der deutschen Erwerbstätigen davon ausgeht, im Ruhestand einen bezahlten Job annehmen zu müssen. Grund hierfür kann neben der Sorge vor einem nicht ausreichenden Einkommen aber auch der Wunsch nach den damit verbundenen Sozialkontakten sein - insbesondere bei Männern.

In Japan wird Alter bereits neu definiert

Fakt ist: Die Situation der heutigen Ruheständler ist nicht mit der der folgenden Rentnergeneration vergleichbar. Eine realistischere Einschätzung der Zukunft könnte der Blick nach Japan liefern - das Land mit der am schnellsten alternden Bevölkerung der Welt. Die jetzt berufstätigen Japaner scheinen laut dem AXA Ruhestand-Barometer denn auch für das Thema Absicherung am stärksten sensibilisiert zu sein - so planen zum Beispiel im Vergleich zu Deutschland rund doppelt so viele von ihnen (71 Prozent), im Ruhestand einer bezahlten Tätigkeit nachzugehen.

Doch trotz der vorwiegend finanziellen Unsicherheiten, die mit der dritten Lebensphase verbunden sind, lassen sich die Deutschen ihre Laune nicht verderben. Rund 90 Prozent bezeichnen sich selbst als glücklich oder sehr glücklich und gesund. Über 40 Prozent der Erwerbstätigen und fast 50 Prozent der befragten Ruheständler geben zudem an, gerne in Deutschland zu leben. Diejenigen, die später ins Ausland ziehen möchten - das sind vier von zehn Erwerbstätigen - nennen als neue Wunschheimat vor allem die skandinavischen Länder. Reisen zählt nach wie vor zu den favorisierten Tätigkeiten im Ruhestand - zumindest aus Sicht der heutigen Erwerbstätigen. Betrachtet man allerdings die Aktivitäten, die Ruheständler in ihrer Freizeit tatsächlich unternehmen, stehen eher Sport oder Hobbys im Vordergrund.

Klimawandel bewegt deutsche Erwerbstätige und Ruheständler

Erstmals wurde in der Studie ein weiterer Aspekt in den Fragenkatalog aufgenommen, der die Zukunft der Menschen stark beeinflussen wird: Das Thema Globale Erwärmung. Hier zeigen sich die Deutschen durchaus besorgt - mit 54 Prozent gibt immerhin mehr als die Hälfte an, dass sie die globale Erwärmung sehr oder ziemlich beunruhigt. Neben den USA bildet Deutschland damit aber das Schlusslicht, denn im internationalen Vergleich zeigen sich im Schnitt 70 Prozent der Befragten besorgt.

Wenngleich die Deutschen glauben, mitverantwortlich für den Klimawandel zu sein, sind sie zugleich der Überzeugung, führend bei der Lösung der Probleme mitwirken zu können. Mit 55 Prozent stuft die Mehrheit der Deutschen ihr Land als Problemlöser ein - weit vor allen anderen. Zum Vergleich: Nur rund ein Drittel der Briten sieht ihr Land als führend im Kampf gegen den Klimawandel an. Großbritannien folgt damit aber schon auf Platz 2 im Ländervergleich.

Fazit

Insgesamt lassen sich aus den Ergebnissen des aktuellen AXA Ruhestand-Barometer erste Veränderungen ablesen: Das erwartete Renteneintrittsalter steigt um ein Jahr, ebenso ist der monatliche Sparbeitrag gestiegen, die Notwendigkeit zur Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge rückt stärker in den Fokus und auch diejenigen, die noch nichts für die Vorsorge zurücklegen, planen den späteren Start im Vergleich zum Vorjahr ein Jahr vorzuziehen. Dies lässt den Schluss zu, dass sich die Deutschen - insbesondere die Erwerbstätigen - intensiver auch mit den finanziellen Aspekten des Ruhestands auseinandersetzen. Ob sich dieser Trend als nachhaltig erweist, werden die kommenden Jahre zeigen. Unverändert gilt auch in diesem Jahr: Geld ist nicht alles, aktuell bewegen auch Themen wie der Klimawandel die Deutschen beim Blick in die Zukunft.




Herr Ingo A. Koch
Leiter Konzernkommunikation
Tel.: (0 22 1) 1 48 - 2 11 44
Fax: (0 22 1) 1 48 - 3 00 44
E-Mail: ingo.koch@axa.de


Frau Ursula Roeben
Medienreferentin Vorsorge- und Personalthemen
Tel.: +49 (0221) 1 48 - 2 11 41
Fax: +49 (0221) 1 48 - 3 00 44
E-Mail: ursula.roeben@axa.de

AXA Versicherung AG
Colonia-Allee 10-20
51067 Köln
www.axa.de

Das AXA Ruhestand-Barometer wurde im Auftrag von AXA durch die Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GfK) über einen Zeitraum von zwei Wochen im Juli 2007 durchgeführt. International wurden insgesamt 18.114 Personen in 26 Ländern befragt. Dazu zählen neben Deutschland zum Beispiel Belgien, Großbritannien, Frankreich, Tschechische Republik, Ungarn, Polen, USA, China, Japan, Australien, Indien, Thailand und Hongkong. In Deutschland wurden 302 Erwerbstätige ab 25 Jahren sowie 301 Ruhe- und Vorruheständler bis 75 Jahre befragt.

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