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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 06.04.2009
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Aktuelle Markteinschätzung vom Asset Management der GECAM AG

Auf Messers Schneide

Die Kapitulation der Aktienmärkte erreichte Anfang März ihren vorläufigen Höhepunkt. Der DAX fiel kurzzeitig auf ein neues Fünfjahrestief von 3.588 Punkten, der Dow Jones auf ein neues Zehnjahrestief (6.469) und Japan sogar auf ein historisches 26-Jahrestief. Der Ausverkauf bereitete letztlich den Boden für die in unserem letzten Marktkommentar bereits angekündigte technische Korrektur der Aktienmärkte, die den DAX nun wieder auf rund 4.300 und den Dow Jones auf annährend 7.900 klettern ließ. Letzterer konnte sogar das beste Monatsergebnis seit sechs Jahren verzeichnen.

Die Initialzündung für die Gegenbewegung kam ausgerechnet aus dem Finanzsektor: Meldungen über einen guten Start ins neue Geschäftsjahr von „Problemhäusern“ wie etwa der Citigroup, der Plan von US-Finanzminister Geithner, den Banken die „toxischen“ Wertpapiere abzukaufen sowie die Ankündigung etlicher Großbanken wie Goldman Sachs, sich bald aus dem staatlichen Rettungsprogramm verabschieden zu können, versetzten die Börsianer zeitweise in einen wahren Kaufrausch. Dies ließ beispielsweise den Kurs der Citigroup-Aktie von rund einen auf knapp vier Dollar steigen. Auch im Eurostoxx war die Finanzbranche mit einem Plus von 12,43 Prozent neben dem Automobilsektor (14,16 Prozent) die tragende Säule. Der Auto- und Transportsektor wurde unter anderem vom Einstieg des Staatsfonds Abu Dhabis bei Daimler und der gelungenen Finanzierung der VW-Übernahme durch Porsche beflügelt. Das Lebenszeichen der Emerging-Market-Staatsfonds weckte schließlich die Hoffnung auf weitere Übernahmen (ob durch Staatsfonds oder andere Unternehmen) angesichts augenscheinlich sehr günstiger Aktienkurse. Ein deutliches Signal kam auch aus Osteuropa: Der CECE-Index, der die finanziell klammen Länder Polen, Tschechien und Ungarn abbildet, ging mit Plus 14,85 Prozent in den April. Russland profitierte darüber hinaus von der Stabilisierung des Ölpreises. Dessen Erholung von rund 43 auf gut 50 Dollar pro Barrel verhalf dem RTS-Index mit einer Steigerung von 28 Prozent zur weltweiten Spitzenposition im März. Aber auch die asiatischen Entwicklungsländer (MSCI EM Asia) konnten sich mit 11,3 Prozent weit überdurchschnittlich schlagen – zumal der MSCI World auf Eurobasis nur 3,3 Prozent (7,6 Prozent in USD) vorankam, da Anlagen mit Schwerpunkt im US-Raum unter der Dollar-Abwertung litten.

Auslöser für die Dollar-Abwertung war die Ankündigung der US-Notenbank, im großen Stil (300 Mrd.) US-Staatsanleihen am Markt aufzukaufen und insgesamt noch einmal eine Billion US-Dollar zur Stabilisierung der Märkte in die Hand zu nehmen. An jenem 18. März (Notenbanksitzung) verlor der Dollar allein rund fünf Prozent. Auf der US-Rentenseite führte die Ankündigung zu einer regelrechten Kursexplosion: Der Kurs zehnjähriger US-Staatsanleihen schoss binnen fünf Minuten um fünf Prozent nach oben. Gleichzeitig fielen die Renditen von drei auf 2,5 Prozent, sehr zur Freude von Unternehmen und Hausfinanzierern. Die europäischen Staatsanleihen ließen sich davon allerdings nicht anstecken. Die Umlaufrendite deutscher Staatsanleihen zog sogar leicht an und schwankte zwischen 2,8 und drei Prozent. Sowohl die Flucht in Staatsanleihen (wenn man von der FED absieht), wie auch in Gold, hat – im Zuge der allgemeinen Marktberuhigung – deutlich nachgelassen. Die EZB setzte mit dem Verkauf von 35,5 Tonnen des Edelmetalls ein zusätzliches Zeichen und wollte dies vielleicht als Warnsignal an Gold-Spekulanten verstanden wissen.

Einkaufen mit angezogener Handbremse

Die große Frage bleibt bestehen: Greifen die staatlichen und notenbankpolitischen Wiederbelebungsmaßnahmen – und zwar bevor der Patient tot ist? Nur dann kann die jüngste Bärenmarkt-Rallye den Anfang einer möglichen Trendwende darstellen. Ziel aller bisherigen politischen Maßnahmen ist ganz klar eine Inflationierung der Märkte, also die Vermeidung einer Abwärtspreisspirale, respektive Deflation, nach dem Muster Japans. Schließlich können sich hoch verschuldete Staaten, Unternehmen und Privathaushalte keine Deflation leisten. Inflation wird dringend zur (schleichenden) Entschuldung benötigt. Gelingt dies, dürfte der Kollaps am Arbeitsmarkt voraussichtlich ausbleiben und unsere Finanz- und Sozialsysteme könnten sich stabilisieren. Für Investoren bedeutet dies, dass Anlagen mit Inflationsschutz gut laufen werden. Dazu zählen Aktien, Wandelanleihen, Inflationsschutzanleihen und auch Rohstoffe sowie Edelmetalle. Versickern die Mittel jedoch in den schwarzen Finanzlöchern und führen die weltweiten Überkapazitäten zu einem Preisdumping und ausgedehntem Angstsparen, dann droht ein massiver Arbeitsplatzabbau, Konsumkollaps, sowie ein enormer Stresstest für die Staatsfinanzen und die Sozialsysteme – gefolgt von wachsenden sozialen Unruhen. Hoffen wir also auf ersteres Szenario und gehen einkaufen, zumindest mit angezogener Handbremse, das heißt wir kaufen mit der Abwrackprämie ein kleines Auto und zusätzlich ein paar Wandelanleihen fürs Depot.

Helmut Knestel ist Fondsmanager des unabhängigen Finanzdienstleisters GECAM AG und mitverantwortlich für das Portfoliomanagement der vier GECAM Dachfonds. Sein Marktkommentar erscheint monatlich.



Frau Dana Garbe
Tel.: 069 / 133896-17
E-Mail: dg@stockheim-media.com

German Capital Management (GECAM)
Am Engelberg 8
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Deutschland
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Über die German Capital Management AG (GECAM AG)
Seit Gründung vor über zehn Jahren hat sich die GECAM AG als unabhängiger Finanzdienstleister mit einer Zulassung nach §32 Kreditwesengesetz auf das Investmentgeschäft spezialisiert. Das Unternehmen bündelt die fünf für das Investmentgeschäft essenziellen Bausteine Investmentdach, Vermögensverwaltung, Produkte, Partner-Portal und Dienstleistungskonzept in einem Haus. Mit ihrem ganzheitlichen Servicepaket unterstützt GECAM Vermittler in der professionellen Beratung, individuell passenden Fondsauswahl, gesetzeskonformen und haftungsminimierenden Angebotserstellung, Depotkontrolle, im Reporting und der Auftragsabwicklung. Durch die Entwicklung eigener, erfolgreicher Superfunds unterstreicht das Unternehmen die fachliche wie organisatorische Leistungsfähigkeit ihres Finanzmanagements. GECAM verwaltet in ihren vier Dachfonds aktuell ein Gesamtnettovermögen von 150 Mio. Euro. Der GECAM-Dachfonds Global Value wurde von Fonds professionell mit dem Deutschen Fondspreis 2008 ausgezeichnet. Dem Unternehmen wurde 2008 zudem der Preis Top100 als einem der 100 innovativsten Mittelständler Deutschlands verliehen.

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