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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 21.01.2010
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Anzeichen für eine nachhaltige Erholung der Finanzbranche: CFS-Finanzplatzindex auf Vorkrisenniveau

Banken rechnen mit Beschäftigungszuwachs / Mehrheitlich sinkende Kreditvergabe erwartet / Zweifel an Wirksamkeit staatlicher Eingriffe zur Vermeidung einer Kreditklemme

Der CFS-Finanzplatzindex hat aktuell um 5,0 Punkte auf einen Wert von 108,6 zugenommen. Damit setzt sich der steigende Trend seit Q2 2009 weiter fort und der Indexwert erreicht erstmals wieder das Niveau vor der Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers, die den Einstieg in die globale Finanzkrise markierte (Q2 2008: 108,7).

Sowohl die Beurteilung der Performance im vergangenen Quartal (107,2) als auch die Einschätzung der Entwicklung Anfang 2010 (110,0) lassen über alle befragten Sektoren der Finanzindustrie hinweg auf ein weiter verbessertes Geschäftsklima schließen. Hinsichtlich der Prognose für das laufende Quartal überwiegen die positiven Einschätzungen in allen Teilbereichen (Geschäftsvolumen, Ertragssituation, Mitarbeiterzahl und Investitionssumme in Produkt- und Prozessinnovationen). Am deutlichsten ist der Zuwachs bei der Ertrags- und der Mitarbeiterentwicklung (+7,6 und +6,3) zu beobachten.

Die Umfrage zeigt, dass vor allem Kreditinstitute optimistischer gestimmt sind. Nachdem der befürchtete massive Stellenabbau zum Jahresende hin weitestgehend ausgeblieben ist, rechnen nun 30% der Banken am Finanzplatz und damit doppelt so viele Befragte wie zuvor mit steigenden Beschäftigtenzahlen für das laufende Quartal.

Die Finanzdienstleister, insbesondere Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater, bestätigen die in der letzten Umfrage geäußerte, positive Geschäftseinstellung mit noch einmal deutlich erhöhten Ertragserwartungen für das aktuelle Quartal (+15,5).

Allerdings übersetzt sich die zuversichtliche Stimmung der Befragten nicht auf ihren Glauben hinsichtlich der zukünftigen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland (-2,9).

„Nachdem die Nachhaltigkeit des erwarteten Geschäftserfolges zu Beginn des 4. Quartals letzten Jahres noch unsicher schien, hat sich nun für den gesamten Finanzplatz eine positive Haltung durchgesetzt, die die Finanzkrise zunächst vergessen lässt.“, erklärt CFS-Direktor Professor Dr. Jan Pieter Krahnen. „Damit ist allerdings nicht gesagt, dass die Krise überwunden und die Stabilität unseres Finanzsystems wiederhergestellt ist.“

Geringeres Kreditangebot zu höheren Kosten prognostiziert

Weniger positiv sieht der Ausblick für die Kreditvergabe aus: Eine Mehrheit der Befragten rechnet mit einer Einschränkung der Kreditvergabe in Deutschland im laufenden Jahr. Diese Begrenzung wird dabei deutlicher von den Kreditinstituten selbst (61 Prozent) als vom Rest des Finanzplatzes (53 Prozent) angenommen. Als limitierende Faktoren des Kreditangebots werden von den Befragten eine nicht durchsetzbare Risikoprämie und eine zu geringe Tragfähigkeit der Eigenkapitalausstattung der Finanzinstitute gesehen. Dagegen spielt ein eingeschränkter Zugang zu Refinanzierungsmitteln kaum eine Rolle. Dies könnte auf eine Entspannung des Interbankenmarktes hinweisen, ist aber vermutlich der Erwartung auf eine andauernde Niedrigzinspolitik der Zentralbank geschuldet. Mehr als zwei Drittel aller Befragten rechnet dennoch damit, dass die Risikokosten bei der Kreditfinanzierung dauerhaft steigen werden.

Staatliche Maßnahmen zur Stärkung der Kreditvergabe umstritten

Der von der Bundesregierung beschlossene Einsatz eines Kreditmediators zur Förderung der Kreditvergabe an den Mittelstand wird von einem großen Teil der Befragten für wenig wirksam erachtet. Auch eine staatliche Förderung einzelner Branchen (wie z.B. der Schiffsfinanzierung) durch Garantien wird von mehr als drei Viertel der Befragten nicht als adäquates Mittel gesehen, um die Kreditvergabe dauerhaft anzukurbeln. Unter den Finanzplatzakteuren besteht jedoch keine Einigkeit darüber, ob es aufgrund des eingeschränkten Kreditvolumens zu einer Reduzierung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums kommen wird. „Bei der erwarteten Kreditverknappung in 2010 werden weniger die verlangten Risikoprämien als die Tragfähigkeit des Eigenkapitals als die eigentliche Achillesferse des deutschen Finanzsystems gesehen.“, sagt Krahnen.



Frau Corinna Wolf
Tel.: (+49) (0)69 / 79 8 - 3 00 90
Fax: (+49) (0)69 / 79 8 - 3 00 77
E-Mail: wolf@ifk-cfs.de

Center for Financial Studies
an der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Grüneburgplatz 1, HPF H5
60323 Frankfurt am Main
www.ifk-cfs.de

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