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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 02.09.2011
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Aufwachen!

Der Crash an den Aktienmärkten kam pünktlich Anfang August, dem für gewöhnlich umsatzschwächsten und wenig spektakulären Sommermonat. Weltweit waren die Aktienmärkte massiv belastet. Der DAX jedoch verlor am meisten – nicht nur aufgrund seiner zyklischen Branchen, sondern auch wegen seiner hohen Börsenliquidität und vor allem weil seine Aktien zu großen Teilen im Besitz ausländischer Investoren sind. In der Spitze waren es 27 Prozent (fast 2.000 Punkte), bevor er sich zum Monatsende auf ein Minus von rund 19 Prozent einpendelte. Die Stimmung war zum Teil panisch. Ob Privatanleger oder Investmentprofi, ob im Urlaub oder vor den Bildschirmen: Man kam sich zeitweise vor wie in einem Albtraum, denn es gab keine unmittelbaren rationalen Gründe, Ereignisse oder Erklärungen für dieses Marktverhalten.

Vordergründig verantwortlich für das Marktgeschehen waren zwei Aspekte: einerseits natürlich das geschwundene Vertrauen in die Handlungsfähigkeit bzw. -willigkeit der politisch Verantwortlichen beiderseits des Atlantiks, andererseits die in diesen Wochen offenbar entstandene Einigkeit der Volkswirte, dass das Risiko einer Rezession massiv zugenommen habe und die Märkte dies vorwegnähmen.

Große Verunsicherung, aber keine Rezession

Es war seit Monaten klar, dass sich die Wachstumsraten der Konjunktur, wie wir sie seit der Finanzkrise 2008/2009 verzeichneten, nicht in dieser Dynamik fortsetzen können.

Dann zitterte im Juni die internationale Finanzgemeinde vor den Entscheidungen im griechischen Parlament und dem Beschluss des Rettungspakets in Brüssel. Der Juli war bestimmt von der Fassungslosigkeit über die politische Uneinigkeit in den USA bezüglich der Schuldenobergrenze. Die dadurch ausgelöste massive Verunsicherung spiegelte sich natürlich in allen Umfrage-basierten Konjunkturbarometern wider und führt aktuell zu schlechten Daten.

Betrachtet man jedoch die harten Fakten, zeigt sich ein ganz anderes Bild:

- Deutschland: Auftragseingang Maschinenbau plus 9 Prozent, Arbeitsmarkt sehr stark, BIP-Wachstum 2,5 Prozent

- USA: private Konsumausgaben plus 0,8 Prozent, Auftragseingang langlebiger Güter plus 4 Prozent,
Industrieproduktion plus 0,9 Prozent

Die wahren Gründe für den Crash: Markttechnik, Spekulation, Angst, Saisonalität

Seit 1. August sind die Aktienmärkte aus einem mehrmonatigen Seitwärtstrend (DAX 7.000/7.600) nach unten ausgebrochen. Die lange ausgehaltene Neutralität der Anleger hat sich dadurch nach unten entladen. Wichtige charttechnische Marken wurden schnell nach unten durchbrochen, was Absicherungsmechanismen auslöste und die Dynamik steigerte. Hedgefonds verstärkten diese Bewegung massiv, auch durch gezielte Streuung von Gerüchten (Ratingabstufung Frankreich, Probleme bei Societe Generale). US-Anleger, die in früheren Krisen eher besonnen agierten, verkauften in großem Stil überwiegend ausländische Aktien, was vor allem dem DAX schadete. All dies geschah in einem der umsatzschwächsten Börsenmonate im Jahr, in dem viele Entscheider im Urlaub waren. Die massiven Verkäufe seit Anfang August lassen die Spekulation zu, dass diese Entwicklung gezielt von bestimmten Marktteilnehmern verursacht wurde.

Natürlich sind in einzelnen Ländern die Risiken gestiegen, dass es zu einer Abschwächung der Wirtschaft oder sogar zu partiellen bzw. temporären Rezessionen kommt. Jedoch sind aus unserer Sicht die Marktentwicklungen nicht Auswirkung, sondern aktuell eher Ursache eines Übergreifens negativer Impulse auf die Realwirtschaft. Wird Aktienvermögen in Billionenhöhe vernichtet, steht dies nicht mehr für Konsum und Investitionen zur Verfügung und blockiert auch die verbleibenden Wachstumsimpulse, weil die Akteure Angst vor einer Entwicklung wie im Oktober 2008 haben.

Wir sehen jedoch nach wie vor keine Rezession, sondern lediglich eine Wachstumsdelle. Vor allem auch deshalb, weil die Rohstoffpreise als ein normalerweise verlässlicher Indikator für abflauende Konjunktur keine Schwächen zeigen.

Auch dass Staatshaushalte in der westlichen Welt sparen müssen, sollte nicht verunsichern. Natürlich wirkt das zunächst nicht wachstumsfördernd. Doch die Auswirkung der Staatsnachfrage auf die Konjunktur wurde bereits in den letzten Jahrzehnten vor allem in Deutschland maßlos überbewertet. Mittelfristig führt kein Weg an soliden Staatshaushalten vorbei. Ein handlungsfähiger Staat schafft wieder Vertrauen an den Finanzmärkten und führt zu zusätzlichen Wachstumsimpulsen.

Lehren aus der Krise

- Finanzmärkte dominieren Realwirtschaft: Die Auswirkungen der globalen Finanzmärkte auf die Realwirtschaft sind viel größer als noch vor zwanzig Jahren und viel bedeutender als oft angenommen. Erratische Bewegungen in bestimmten Assets sind häufig nicht Auswirkung, sondern Ursache für reale Entwicklungen. Beispiele sind planwirtschaftliche Maßnahmen oder gesellschaftliche Aufstände in Entwicklungsländern aufgrund gestiegener Nahrungsmittelpreise; oder die komplette Vollbremsung der globalen Wirtschaft im Oktober 2008 aufgrund der Finanzkrise.

- Anlagenotstand: Für Anleger wird es immer schwieriger, überhaupt vernünftige Anlageentscheidungen zu treffen, bzw. Portfolio-Strukturen zu modellieren, da es risikofreie Anlagen eigentlich nicht mehr gibt. Effiziente Portfolios in einem Rendite-Risiko-Diagramm zu kreieren ohne einen risikofreien Zins als Ausgangspunkt, ist in allen wissenschaftlichen Modellen zum Scheitern verurteilt.

Dieses Umfeld bescherte Gold neue Höchststände. Bonitätsstarke Staatsanleihen stellen weiter den „sicheren Hafen“ dar, und Rohstoffpreise liegen weiterhin auf Top-Niveau. Nur Aktien verloren an Wert. Kann dies richtig sein in einer Welt, in der gerade global agierende Unternehmen historisch günstig sind, Liquidität in nie gekanntem Ausmaß angesammelt haben, hohe Eigenkapitalquoten aufweisen und sehr flexibel im Hinblick auf ihre Absatzmärkte und Standortpolitik sind? Gold liefert keine Wertschöpfung. Staatsanleihen mit Mini-Zinsen vernichten nach Inflation real Geld.

Die Devise heißt nun: Aufwachen aus der Paralyse, aus der Hysterie und aus der Scheinwelt. Es gilt, wieder die Fakten in Fokus zu rücken. Der DAX notiert bereits auf Rezessions-Niveau, auf der Summe des Eigenkapitals der Unternehmen und preist extrem starke Gewinnrückgänge ein. Wir vertrauen grundsätzlich weiter auf die Aktie als solides Sachinvestment in einer wachsenden Welt.

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Daniel Zindstein ist verantwortlich für das Portfoliomanagement der vier Dachfonds des unabhängigen Finanzdienstleisters GECAM AG. Der GECAM-Marktkommentar erscheint monatlich.



Herr Matus Qurbany
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Über die German Capital Management AG (GECAM AG)

Seit Gründung vor mehr als zehn Jahren hat sich die GECAM AG als unabhängiger Finanzdienstleister mit einer Zulassung nach §32 Kreditwesengesetz auf das Investmentgeschäft spezialisiert. Das Unternehmen bündelt die fünf für das Investmentgeschäft essenziellen Bausteine Investmentdach, Vermögensverwaltung, Produkte, Partner-Portal und Dienstleistungskonzept in einem Haus. Mit ihrem ganzheitlichen Servicepaket unterstützt GECAM Vermittler in der professionellen Beratung, individuell passenden Fondsauswahl, gesetzeskonformen und haftungsminimierenden Angebotserstellung, Depotkontrolle sowie im Reporting und in der Auftragsabwicklung. Durch die Entwicklung eigener, erfolgreicher Superfunds unterstreicht das Unternehmen die fachliche wie organisatorische Leistungsfähigkeit ihres Finanzmanagements. GECAM verwaltet aktuell ein Gesamtnettovermögen von rund 150 Mio. Euro. Der GECAM-Dachfonds Global Value wurde von Fonds professionell mit dem Deutschen Fondspreis 2008 ausgezeichnet. 2008 wurde dem Unternehmen zudem der Preis Top100 als einem der 100 innovativsten Mittelständler Deutschlands verliehen. Im Jahr 2011 erhielt der GECAM Global Balanced einen Fund Award in der Kategorie Dachfonds Aktien- und Rentenfonds (1 Jahr).

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