Informationen und Wissen für die Versicherungs- und Finanzdienstleistungsbranche Registrieren Abo Einloggen
Rotes Informations-Icon
Passwort vergessen? Kein Konto? Kostenlos registrieren...

dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 03.03.2010
Werbung

BVZL-Bilanz 2009: Schwieriges Marktumfeld beeinflusst Entwicklung auf den Lebensversicherungs- Zweitmärkten

Vertrauenskrise macht Policenfonds zu schaffen

Die Entwicklungen der verschiedenen Lebensversicherungs-Zweitmärkte war im Jahr 2009 insgesamt vom schwierigen Marktumfeld, von den Auswirkungen der Finanzkrise und einer entsprechenden Anlegerzurückhaltung geprägt. Bis auf die positive Entwicklung im Bereich USA musste ein starker Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sowohl im Ankaufsvolumen deutscher Lebensversicherungen als auch bei den Platzierungszahlen im deutschen und britischen Bereich verzeichnet werden, wie Thomas Laumont, Vorstand des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) e.V. bei der Präsentation der Branchenbilanz 2009 in Berlin erläuterte.

Handicap Vertrauensverlust

Wie so viele Länder und Märkte, haben auch die Zweitmärkte für Lebensversicherungen ein turbulentes Jahr hinter sich. Die Auswirkungen der Finanzkrise waren überall zu spüren und haben unter anderem dazu geführt, dass die Notenbanken die Zinsen drastisch gesenkt haben und in großem Umfang Liquidität in den Markt pumpen mussten. Die Kurse an den Aktienmärkten sind weltweit stark eingebrochen und konnten sich erst im Verlauf des Jahres wieder erholen. Viele Länder sind geradewegs in die Rezession geschlittert.

Von den negativen Entwicklungen waren auch manche geschlossene Lebensversicherungs-Fonds deutscher Emissionshäuser betroffen. Auf der einen Seite entwickelten sich die Überschussbeteiligungen der deutschen und britischen Versicherer nicht so wie erwartet, auf der anderen Seite trugen festgeschriebene Zinsen auf der Finanzierungsseite zur Verschlechterung der Liquiditätssituation der Fonds bei.

Ernüchternde Zahlen 2009 – Ausnahme USA


Das Ankaufsvolumen deutscher Policen von BVZL- Mitgliedsunternehmen belief sich im Jahr 2009 auf rund 100 Mio. Euro (2008: 500 Mio. Euro).

Im Bereich geschlossene deutsche LV-Fonds wurde im Jahr 2009 durch BVZL-Mitglieder kein Eigenkapital in nennenswerter Höhe eingesammelt (2008: 24 Mio. Euro).

Stark rückläufig war das in 2009 platzierte Eigenkapital von BVZL-Mitgliedern, die in britische Lebensversicherungszweitmarkt-Policen investieren. Lediglich 10 Mio. Euro konnten im abgelaufenen Jahr eingesammelt werden (2008: 234 Mio. Euro). Das Fondsvolumen betrug 16 Mio. Euro (2008: 365 Mio. Euro).

Das platzierte Eigenkapital der BVZL-Unternehmen, die in US-amerikanische Lebensversicherungszweitmarkt-Policen investieren betrug im Jahr 2009 93 Mio. Euro (2008: 47 Mio. Euro). Das Fondsvolumen belief sich auf insgesamt 109 Mio. Euro (2008: ca. 60 Mio. Euro).

Mit einem Eigenkapitalanteil von insgesamt rund 5,5 Mrd. Euro und einem verwalteten Fondsvolumen von über acht Mrd. Euro zählen Lebensversicherungsfonds im Bereich der geschlossenen Fonds nach wie vor zu einer der wichtigsten Anlageklassen.

2010 – ein Jahr der Konsolidierung?

Nachdem die Platzierungszahlen im Jahr 2009 stark zurückgegangen sind, geht der Verband davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2010 wieder Lebensversicherungs-Fonds aufgelegt werden. Einige Emissionshäuser befinden sich derzeit in der Konzeptionsphase – vor allem für deutsche und US-amerikanische Lebensversicherungsfonds. Letztendlich hängt deren tatsächliche Umsetzung jedoch entscheidend von den weiteren Entwicklungen an den Kapitalmärkten und vom Vertrauen der Anleger und Vertriebe in diese Anlageklassen ab.

Markteinschätzung und Ausblick für Deutschland

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland keine neuen Publikumsfonds aufgelegt, die in deutsche Lebensversicherungen investieren.

Grundsätzlich ist es trotz aller Diskussionen und Kritik nach Meinung des BVZL-Vorstandes Ingo Wichelhaus unter Berücksichtigung folgender Aspekte jedoch durchaus möglich, weiterhin Publikumsfonds in diesem Bereich zu strukturieren: Die anfänglichen Kosten sollten niedrig gehalten und generell möglichst weit über die gesamte Laufzeit verteilt werden. Im Falle einer Zinsabsicherung ist darauf zu achten, dass beide Seiten flexibel bleiben, da die Bewegungen der Zinsmärkte und die der Policenperformance korrelieren. Um sich gegen extreme Ausbrüche abzusichern, kann mit Bandbreiten gearbeitet werden.

Restriktiver Policenankauf scheint beendet

Die Frage, ob es denn derzeit überhaupt möglich ist, genügend gute Policen für Investmentprodukte zu bekommen, lässt sich klar mit ja beantworten. Bei den im BVZL organisierten Aufkäufern von gebrauchten deutschen Lebensversicherungspolicen, nimmt das Angebot an zu kaufenden Policen zu. Verbraucher machen wieder vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Policen gegen einen Aufschlag am Zweitmarkt zu veräußern. Die Kaufbereitschaft der Aufkäufer steigt mit zunehmend positiver Erfahrung mit der Policenperformance im Vergleich zur Entwicklung der Zinsmärkte – und dass vor dem Hintergrund der exzellenten Sicherheit deutscher Policen!

Das Geschäft mit institutionellen Investoren nimmt im deutschen Zweitmarkt langsam Fahrt auf. Schweizer und Luxemburger Fonds haben bereits erste Lebensversicherungsportfolios erworben. Zusätzlich wurden einige Spezialfonds für institutionelle Investoren in 2009 aufgelegt.

LV-Zweitmarktpolicen für Privatpersonen


Ein neues Thema im Jahr 2010: der Erwerb von deutschen Lebensversicherungspolicen durch Privatpersonen auf elektronischen Handelsplattformen oder in Webshops.

Für Anleger ist dies eine sehr interessante Alternative zu einer neu abgeschlossenen Lebensversicherung. Die Anfangskosten sind bereits bezahlt und die Garantieverzinsung bei den angebotenen Alt-Verträgen deutlich attraktiver. Der BVZL erwartet in diesem Bereich in Zukunft verstärkte Aktivitäten seiner Mitglieder. Der Erwerb von Einzelpolicen durch Privatpersonen ist ußerdem eine gute Absatzalternative für Aufkäufer.

Markteinschätzung / Ausblick Großbritannien

Die Aktivität im britischen Zweitmarkt ist im letzten Jahr stark zurückgegangen. Dies gilt sowohl für den Publikumsfondsbereich als auch für institutionelle Investoren. Ein Grund hierfür liegt in der schlechten Performance der britischen Erstversicherer aufgrund der Krise an den internationalen Finanzmärkten. Der zum Teil sehr hohe Aktienanteil in den Anlageportfolios wirkte sich auch negativ auf die Performance der Traded Endowment Policies (TEPs) aus. Jährliche Boni- Deklarationen wurden zum Teil stark reduziert, die Rückkaufswerte herabgesetzt, Finanzierungskapazitäten sind erschöpft. Viele Fonds hatten aus diesem Grund im Verlauf des Jahres mit Cash-Problemen zu kämpfen und verzichteten – zum Wohle des Fonds – auf Ausschüttungen für ihre Anleger. Seit dem Spätsommer zeichnet sich eine Trendwende ab, die Rückkaufswerte steigen wieder an. Wenn diese positive Entwicklung anhält, geraten die Fonds wieder in ruhigeres Fahrwasser. Der BVZL erwartet hier für das Jahr 2010 eine Phase der Konsolidierung.

Markteinschätzung / Ausblick USA

Es gab wahrscheinlich noch nie einen besseren Investitionszeitpunkt im US Life Settlement Markt als derzeit. Seit Mitte 2009 waren stabile Einkaufsrenditen auf hohem Niveau (rund 14 Prozent und besser) zu beobachten. Und das nicht nur bei sehr hohen Versicherungssummen, sondern auch bei mittleren und kleinen. Es scheint auch so, dass im vergangenen Jahr die Lebenserwartungsgutachten der medizinischen Gutachter – im Unterschied zu früher – nun tendenziell zu konservativ, d. h. zu lang geschätzt worden sind. Das würde zu einem weiteren Renditepotential führen.

Deutsche Anleger wurden auch im abgelaufenen Jahr mit negativen Entwicklungen im Bereich US-Lebensversicherungsfonds konfrontiert. Neben nicht wie prognostiziert getätigten Ausschüttungen und dem Rückzug einiger Emissionshäuser aus dem Markt, bestimmte vor allem die öffentlich geführte Diskussion um die Angemessenheit der Höhe eines Abfindungsangebots für Fondszeichner das Image der Anlageklasse bei Anlegern und Vertrieben. Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine offene und regelmäßige Kommunika- tion, damit diese die mitunter schlechten Nachrichten richtig differenzieren und einordnen können.

Bei all den positiven Vorzeichen für Investitionen in US-amerikanische Lebensversicherungen ist es wichtig, den Anlegern und Vertrieben einen „proof of concept“ präsentieren zu können. Der Verband geht davon aus, dass es noch bis zum 3. Quartal 2010 dauern wird, bis Publikumsfonds in Deutschland wieder ein Comeback feiern können – sofern sich die positive Marktentwicklung fortsetzt. Institutionelle Investoren sind derzeit aktiv im Markt und kaufen Policen zu Schnäppchenpreisen. Einzelne Hedge-Fonds sind ebenfalls wieder in den Zweitmarkt zurückgekehrt. Für die nächsten Monate erwartet der BVZL auf jeden Fall eine zunehmende Aktivität im Bereich US-Lebensvericherungen.

Trotz gemischter Gefühle am Ball bleiben

Investitionen in gebrauchte Lebensversicherungen sind und bleiben eine interessante Anlagealternative, sowohl für private als auch für institutionelle Investoren. Der BVZL wird das Seine dazu beitragen, Anleger, ertriebe und die Öffentlichkeit davon zu überzeugen.



Herr Thomas Laumont
Vorstand BVZL
Tel.: 089/ 24 20 37-08
E-Mail: info@bvzl.de

BVZL Bundesverband Vermögensanlagen
im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V.
Isartorplatz 8
80331 München
www.bvzl.de

Über den BVZL

Die im Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) e. V. zusammengeschlossenen Unternehmen und Dienstleister engagieren sich weltweit in Lebensversicherungszweitmärkten. Der Verband mit seinen derzeit über 40 Mitgliedern fungiert seit seiner Gründung im Mai 2004 als eine einheitliche Interessenvertretung in wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Fragen. Der BVZL steht im ständigen Dialog mit Politik, Meinungsbildnern, Öffentlichkeit und anderen Interessengruppen, um die dynamische Entwicklung der Branche aktiv zu unterstützen. Ein wichtiges Anliegen ist es, Branchenstandards im Hinblick auf Transparenz und Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Anlagesegmente (britische, deutsche und USamerikanische Lebensversicherungen) zu installieren und somit die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Investment in diese differenziert zu betrachtenden Asset-Klassen stetig zu verbessern.

Mitglieder (in alphabetischer Reihenfolge):

21 st Services, Abacus Settlements, LLC, Allgemeiner Versicherungsdienst Gesellschaft M.B.H., ArensJäderberg GmbH, Augur Life Management GmbH & Co. KG, Baker & McKenzie, Berlin Atlantic Capital AG, BLLW Braun Leberfinger Ludwig Weidinger, BVT Life Bond Management GmbH, Cash.life AG, CFI Fairpay AG, City Endowments Limited, Coventry, Credit Suisse Securities, Deutsche Bank AG, DLA Piper UK, Dr. Peters GmbH & Co. KG, Ernst & Young AG, Hanseatische Sachwert Concept GmbH, Ideenkapital AG, IFG Teppco, ISC Services, König & Cie. GmbH & Co. KG, Legacy Benefits LLC, LexNet Cantor LifeMarkets, Life Bond Holding GmbH, Life Insurance Settlement Association, MLF LexServ, LP, MM Insurance Service, ORCA Finance N. V., Peachtree, Policen Direkt GmbH, Progressive Capital Solutions, LLC, Q Capital Strategies, LLC, Sarastro-Finance GmbH, Surrenda Link Limited, The Peninsula Group, LLC, UniCredit Bank AG, Wealth Management Capital Holding GmbH, Wells Fargo Bank N.A., WestLB Life Markets GmbH

dvb-Pressespiegel abonnieren
Erhalten Sie täglich die 8 wichtigsten Mel- dungen zu Versicherungs- und Finanzthemen.
Hier anmelden:
dvb-Newsletter: die Entscheidungshilfe!
Psychonomics: 1. Platz Aktualität / 2.Platz Entscheidungsrelevanz für Versicherungs- und Finanzmakler
 
AGB | Datenschutz | Hilfe | Impressum | Sitemap | Team | Werbung & Preise

© deutsche-versicherungsboerse.de