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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 30.05.2008
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Coface: B2B Kreditkrise hat begonnen

Zahlungsverzögerungen nehmen stark zu - Sieben Branchen herabgestuft

Coface  stellt  eine  deutliche Verschlechterung des Zahlungsverhaltens der Unternehmen  weltweit  fest.  Verglichen  mit  demselben  Zeitraum in 2007, stiegen  die  Zahlungsverzögerungen  der  Unternehmen  in  der  ersten vier Monaten  des  Jahres 2008 um 45 Prozent an. "Das ist ein klares Zeichen für den  Beginn  einer  Kreditkrise",  heißt  es  in einer Pressemitteilung des internationalen Finanzdienstleisters.

Coface schätzt die derzeitigen Entwicklungen zwar weniger schwerwiegend ein als  die  Krise  2001/2002. Diese  war  durch  eine  mittlere  Zunahme der Zahlungsverzögerungen  um  30  Prozent  gekennzeichnet. Begründet wird dies damit,  dass der Indikator, der auf Angaben von Versicherungsnehmern aus 65 Ländern  basiert,  traditionell  zu  Beginn  einer  Krise  überproportional ansteigt.  Dennoch seien die Anzeichen alarmierend. Die Unternehmen müssten sich in ihrer Risikobetrachtung darauf einstellen.

Die  Finanzkrise  wirkt  sich  über zwei Kanäle auf die aktuelle Konjunktur aus:   zum   einen   durch   den   amerikanischen   Nachfragerückgang,  der hauptsächlich  nordamerikanische  und  US-orientierte  Länder  und Branchen betrifft. Zum anderen beeinflusst der erschwerte Zugang zu Bankkrediten die Konjunktur.  Zu  diesen Faktoren kommen die Preissteigerungen für Rohstoffe und    Energie,    die    Aufwertung    von    Währungen    außerhalb   des Dollar-Währungsblocks   und  der  scharfe  Wettbewerb  hinzu.  "Die  fünfte Kreditkrise  seit der ersten Ölkrise hat begonnen und die Zahlungsmoral der Unternehmen  hat  sich  seit  Beginn  2008  sichtlich  verschlechtert. Wenn bislang  auch  nur  marginal,  so  ist Deutschland von diesen Entwicklungen dennoch  betroffen",  sagt  Benoît Claire, Vorstandsvorsitzender von Coface Deutschland.  "Unsere  Risikoüberwachung  wurde verstärkt, um unsere Kunden weiterhin  bei  ihren  Bemühungen,  die  Folgen  der  Krise abzudämpfen, zu unterstützen",  unterstreicht Vorstandsmitglied Norbert Langenbach. Mit dem deutlichen   Anstieg   des   Zahlungsrisiko-Indexes   bestätigt   sich  die Einschätzung  der  Coface, die zu Beginn des Jahres eine erhöhte Risikolage prognostiziert  und einige Länder abgestuft oder auf die negative Watchlist gesetzt  hatte.  "Nun  erleben  wir,  dass  die  Probleme  auf die Branchen durchschlagen",   sagt   Norbert  Langenbach.  Dies  geschehe  indes  nicht gleichförmig und flächendeckend. "Bei bestimmten Branchen kommen immer auch weitere  Faktoren  hinzu,  die nicht direkt mit der Finanzmarktkrise zu tun haben müssen."

Sieben Branchen abgestuft

Die   Ratings   für   die  Branchen  Elektronik,  Papierindustrie,  Handel, Automobilindustrie,   Bau   und   öffentliche   Arbeiten,  Luftverkehr  und Textilindustrie wurden herabgesetzt. Einige davon auf dem weltweiten Level, andere lediglich in den Vereinigten Staaten und in einigen westeuropäischen Ländern.

Bau und öffentliche Arbeiten

Für  die  Baubranche  wird das Rating in Nordamerika von B- auf C+ gesenkt. Dies ist in erster Linie eine Folge der Subprime-Krise in den USA. Aufgrund des   Ausfalls   von  Milliardenkrediten  mit  niedriger  Bonität  gerieten Hypothekenfinanzierer  und  Banken  auf  der  ganzen  Welt  in  finanzielle Engpässe.  Die  Folge: Das Überangebot von Immobilien führt sowohl zu einer Preiserosion  am  Immobilienmarkt  als  auch  zu leeren Auftragsbüchern bei Bauunternehmen.   Ähnliches   droht   auch   in   Spanien.   Wegen  enormer Preissteigerungen  von  spanischen Immobilien kann eine zunehmende Zahl von Investoren  ihre  Hypotheken  nicht  mehr  bezahlen. Wenn die Blase platzt, kommt  es  zu  gleichen  Entwicklungen wie auf dem US-amerikanischen Markt. Coface senkte daher das Rating der Baubranche in Westeuropa von B auf B-.

Handel

Der  nordamerikanische  Handel  wird  von A- zu B+ abgewertet. Aufgrund der seit  2004  anhaltenden Leitzinserhöhung kam es zu einer Kreditverknappung. Investitionen  blieben  somit aus. Inwiefern die jüngsten Leitzinssenkungen von  5,25  Prozent  auf  nunmehr  3,5  Prozent  das Problem beheben, bleibt abzuwarten. Zudem wirken sich die anhaltenden Preissteigerungen für Energie und  Rohstoffe sowie die abnehmende Binnennachfrage negativ auf die Branche aus.

Textilindustrie

Eine   Ratingsenkung   von   C   auf   C-   erfährt  die  nordamerikanische Bekleidungsindustrie.  Das  ist in erster Linie auf asiatische Wettbewerber zurückzuführen. Dank des geringen Lohnniveaus sind diese in der Lage, trotz steigender Kosten für Energie und Rohstoffe, die Preise auf dem Textilmarkt zu drücken.

Elektronik

Der  scharfe  Wettbewerb  ist  auch  auf  dem  Markt für Elektrokomponenten gegeben.  So erfährt auch diese Branche in Nordamerika eine Abwertung von A auf  A-.   Aber  auch  in den asiatischen Schwellenländern senkt Coface das Rating  von A zu A-. Dies ist hauptsächlich den zunehmenden technologischen Neuentwicklungen geschuldet. Lebenszyklen von Produkten verkürzen sich, die Forschungs-  und  Entwicklungskosten  nehmen  zu  und  letztlich sinken die Gewinnmargen.

Automobilindustrie

Die  US-Automobilindustrie  leidet  vor allem unter den zunehmend sinkenden Wechselkursen,   insbesondere   zum   Euro.  Folglich  kommt  es  zu  einer Verteuerung  von  global  akquirierten  Zuliefererteilen.  Eine Abnahme der Profite ist somit unvermeidlich. Ebenso senkt eine geringe Inlandsnachfrage die  Absatzzahlen  US-amerikanischer  Produzenten.  Daher erfolgt in dieser Branche eine Abwertung von C auf C-.

Luftverkehr

Die   Preissteigerungen   für   Kerosin   wirken   sich   negativ  auf  den nordamerikanischen Luftverkehr aus. Auch hier führen die zunehmenden Kosten zu  einer  Verminderung  der  Profite.  Zudem  kommt  es zum Konkurs vieler kleiner Airlines. Coface ändert daher das Rating von C+ auf C.

Papierindustrie

Das  Rating  für  diesen  Sektor wird im westeuropäischen Raum von B+ auf B herabgesetzt.  Verantwortlich  hierfür  sind  die  hohen  Aufwendungen  für Energie  und  Rohstoffe, die zu einer kostenintensiveren Produktion führen. Darüber   hinaus  kämpfen  Exporteure,  aufgrund  des  starken  Euro-Kurses gegenüber dem Dollar, mit Absatzschwierigkeiten im Ausland.

Insgesamt  können  nur wenige Branchen diesen Entwicklungen entkommen. Aber einige,  beispielsweise  Eisen  und  Stahl, Chemie, Maschinenbau, Pharmazie sowie  die  IT-  und  Kommunikationsindustrie,  vermögen  es  derzeit,  die Einwirkung  derartiger  Schocks  zu  reduzieren.  Dies geschieht dank einer guten   Ausrichtung   ihrer  Märkte  und  der  zunehmenden  internationalen Geschäftsausweitung,     insbesondere     in     Schwellenländern,    deren wirtschaftliche   Gegebenheiten   den   benannten   Einflussfaktoren   noch weitgehend wiederstehen.

Basis  für die Bewertung der Branchen ist das @rating-System der Coface. Es misst   das   Zahlungsverzugsrisiko   von   Unternehmen   in  verschiedenen Wirtschaftsbereichen.  Somit lassen sich die möglichen Auswikungen auf das kurzfristige  Zahlungsverhalten  abschätzen.  Für  die Ratings nutzt Coface drei  Bewertungskriterien. Zum ersten werden Geschäftstrends in der Branche herangezogen.  Sie  reflektieren,  wie  Markterwartungen,  Preisniveaus und Produktionskosten  die  Solvenz eines Unternehmens beeinflussen können. Die durchschnittliche  finanzielle  Situation  von Unternehmen in einer Branche erlaubt  abzuschätzen,  wie  wirtschaftliche  Abschwünge  verkraftet werden können.   Letztlich   lässt   sich   das   konkrete  Zahlungsverhalten  bei kurzfristigen  Transaktionen  aus  den Coface Datenbanken entnehmen. Coface kategorisiert  das Branchenrating in zehn Bereiche. Sie erstrecken sich von A+ für das niedrigste Risiko bis zu D für das höchste.



Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Herr Erich Hieronimus
Pressesprecher
Tel.: 06131 / 323-541
Fax: 06131/ 323-70-541
E-Mail: erich.hieronimus@coface.de

Coface Deutschland AG
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
www.coface.de

Zum Unternehmen:
Coface Deutschland zählt zu den großen Anbietern von Dienstleistungen im Forderungsmanagement in Deutschland und durch die Zugehörigkeit zur Coface, Paris, auch weltweit. Coface Deutschland betreibt durch vier operative Gesellschaften vier Geschäftsfelder: Kredtversicherung (Coface Kredit), Factoring (Coface Finanz), Forderungseinzug (Coface Debitoren) und Bonitätsinformationen (Coface Rating). Coface verfügt über Informationen zu rund 45 Millionen Unternehmen in aller Welt. Sie kann so Geschäftspartner von Kunden aus allen Branchen und in über 150 Ländern hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit überprüfen. Auf diesem Know-how bauen die Dienstleistungen im Forderungsmanagement auf. Ratings: Moody´s (Aa3), Fitch Ratings (AA), Standard & Poor's (AA). Die Gesellschaften von Coface Deutschland verzeichneten 2006 einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 332 Mio. Euro. Mit Kreditversicherung und Factoring wurden Risiken in Höhe von über 110 Mrd. Euro abgedeckt. Coface Deutschland beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Die Coface insgesamt hat über 120.000 Kunden und ist direkt in 64 Ländern präsent, über Partner im Netzwerk Credit Alliance in 93 Ländern. Sie hat über 6000 Angestellte und erzielte 2006 einen Umsatz von über 1,34 Mrd. Euro. Die Coface ist eine Tochter der französischen Natixis.

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