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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 06.12.2007
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Deutsche Unternehmen beugen möglicher Kreditverknappung mit individueller Mezzanine-Finanzierung vor

Subprime-Krise in den USA sorgt für starken Anstieg der Nachfrage nach bankenunab-hängigem Mezzanine-Kapital

Göttingen, Dezember 2007 – Die Krise am Markt für zweitklassige Immobilienkredite (Subprime-Darlehen) in den USA beeinträchtigt die klassische Mittelstandsfinanzierung zur Zeit kaum. Auf Grund der aktuellen Turbulenzen an den Kreditmärkten erkennen jedoch viele Unternehmen, wie wichtig es für sie ist, sich unabhängiger von der Kreditfinanzierung zu machen. Dies erreichen sie zuallererst durch eine starke Bilanz. Hier ist Mezzanine-Kapital nach wie vor das optimale Finanzierungsinstrument. Obwohl die Platzierung von standardisierten Mezzanine-Programmen künftig schwieriger werden wird, bietet der deutsche Mezzanine-Markt weiterhin innovative Finanzierungslösungen für Unternehmen jeder Größenordnung und schützt Unternehmen vor einer möglichen Kreditverknappung.

Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen zur klassischen Wachstums- und Übernahmefinanzierung mezzanine Finanzierungsformen. Die Gründe sind vielfältig: Mezzanine-Kapital, das rechtlich meist als Genussrecht, stille Beteiligung oder Nachrangdarlehen strukturiert wird, hat wirtschaftlich oder sogar bilanziell Eigenkapitalcharakter. „Neben der Liquiditätszufuhr schließt Mezzanine-Kapital die Lücke zwischen klassischem Eigenkapital und Fremdkapital und verbessert die Bonität, das Rating und damit die Fremdfinanzierungsfähigkeit eines Unternehmens, ohne dass die Gesellschafterverhältnisse beeinträchtigt werden“, erläutert Finanzierungsexperte Gündel von der auf Mittelstandsfinanzierung spezialisierten Göttinger Kanzlei Gündel & Katzorke die Vorteile für das Unternehmen. „Trotz des Eigenkapitalcharakters von Mezzanine können die Unternehmen die Finanzierungskosten auch nach der Unternehmensteuerreform 2008 grundsätzlich steuerlich als Betriebsausgaben absetzen“, so der Rechtsanwalt.

Mezzanine-Programme der Banken seit 2004 am Markt etabliert

Der deutsche Markt für Mezzanine-Kapital ist nicht zuletzt seit dem Jahr 2004 durch die Genussrechtsprogramme der Banken wie PREPS, ge|mit, EquiNotes  H.E.A.T oder S-Mezzanine aus den Kinderschuhen herausgewachsen.  Allein in 2006 wurden fast 2 Mrd. Euro an Verbriefungen platziert, seit 2004 sogar über 6 Mrd. Euro. Der Markt für Mezzanine-Verbriefungen war seit 2006 von sinkenden Zinssätzen und einer Ausweitung des standardisierten Mezzanine-Programme auf den breiten Mittelstand geprägt. Aktuelle Mezzanine-Programme beginnen bei Zinssätzen für die Unternehmen von 6,3 % p.a. und stellten Mezzanine-Kapital bereits ab einem Volumen von 0,5 Mio. Euro für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 5 Mio. Euro auch im Non-Investmentgrade-Bereich bereit.

Schwierigere Rahmenbedingungen für standardisierte Mezzanine-Programme

Die Banken refinanzieren diese standardisierten Mezzanine-Programme über die Verbriefung der Genussrechte in Anleihen (sog. ABS bzw. CDOs), die in verschiedenen Risikotranchen bei institutionellen Investoren im In- und im Ausland platziert werden. Diese Refinanzierung der Programme ist infolge der Subprime-Krise in den USA deutlich schwieriger geworden, denn durch den schlagartigen Liquiditätsrückgang von institutionellem Kapital ist vor allem der Verbriefungsmarkt eingebrochen. Sofern Mezzanine-Tranchen künftig noch in CDO-Strukturen verbrieft werden können, werden sich die Finanzierungskosten der beteiligten Unternehmen denen des individuellen Mezzanines angleichen. Darüber hinaus ist damit zu rechnen, dass die Anbieter mit einem erhöhten Tranchenvolumen eine größere Risikostreuung anstreben werden.

Obwohl auch der Markt für Commercial Papers, also für Investitionen in verbriefte Kredite, völlig ausgetrocknet ist, betrifft dies die Kreditfinanzierung für den deutschen Mittelstand zur Zeit kaum. Denn ein Großteil des Mittelstandsgeschäfts in Deutschland ohnehin nicht verbriefbar ist. Auch auf Grund des intensiven Wettbewerbs im Firmenkundengeschäft sind Margenausweitungen gegenwärtig weniger im klassischen Mittelstandsgeschäft als bei strukturierten (Transaktions-)Finanzierungen zu spüren. Laut Gündel ist dies kein Grund zur Entwarnung: „Sollte die Vertrauenskrise unter den Banken länger anhalten, ist nicht auszuschließen, dass es auf Grund der allgemein schwierigeren Refinanzierung zu einer Neubewertung der Risiken und dadurch auch im Mittelstandsgeschäft zu einer sinkenden Risikobereitschaft der Banken und zu steigenden Fremdfinanzierungskosten kommen wird“.

Nachfrage nach bankenunabhängigen Mezzanine-Kapital steigt

Auch die Unternehmen werden vorsichtiger und stellen ihre Kreditversorgung auf mehrere Standbeine. Darüber hinaus ist aktuell ein starker Anstieg der Nachfrage nach bankenunabhängigem Mezzanine-Kapital zu verzeichnen. Denn einerseits besteht nach wie vor ein hoher Bedarf der Unternehmen an Mezzanine-Kapital, andererseits suchen Unternehmen verstärkt nach Möglichkeiten, sich zusätzlich mit Liquidität zu versorgen und einer möglichen Kreditknappheit vorzubeugen. „Die steigende Nachfrage nach individuellem Mezzanine ist eine logische Reaktion des Marktes“, so Gündel. „Da Mezzanine-Kapital die Möglichkeit einer zusätzlichen bzw. günstigeren Fremdkapitalfinanzierung erhöht, ist es insbesondere in schwieriger werdenden Finanzierungsmärkten ein wertvoller Baustein zur Sicherung einer langfristigen Unternehmens- bzw. Übernahmefinanzierung“.

Mezzanine weiterhin für alle

Als bankenunabängige Mezzanine-Kapitalgeber kommen neben den kommerziellen Beteiligungsgesellschaften, Mezzanine-Fonds und den förderorientierten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften auch Privatanleger in Betracht. Im Rahmen einer sog. Mezzanine-Eigenemission wird der Mittelständler zum Anbieter eines eigenen Anlageprodukts und verschafft sich so selbst den Zugang zum Kapitalmarkt. Die unternehmensseitigen Voraussetzungen: Große Eigeninitiative und eine professionelle Platzierungsstrategie. Auf diese Weise haben sich neben dem Emsdettener Haustechnikunternehmen TECE GmbH & Co. KG beispielsweise auch die ECO Schulte GmbH & Co. KG aus Menden und sogar der 1. FC Köln erfolgreich finanziert. Genau wie bei einer individuellen Mezzanine-Finanzierung durch einen institutionellen Investor lassen sich Vergütung, Laufzeit und Kapitaldienststruktur bei einer Mezzanine-Eigenemission individuell an die wirtschaftlichen Bedürfnisse und strategische Ausrichtung des Unternehmens wie auch der Investoren anpassen.

Selbst für ganz kleine Betriebe kann es sich lohnen, private Kapitalgeber im Rahmen einer weniger aufwendigen sog. Privatplatzierung anzusprechen. „Kleine Mezzanine-Angebote können unkompliziert realisiert werden, ohne dass ein Emissionsprospekt genehmigt und veröffentlicht werden muss, sofern sie entweder ein Finanzierungsvolumen von insgesamt 100.000,- Euro  nicht überschreiten oder sich an maximal 20 Investoren richten“, erklärt Gündel. „Als Kapitalgeber kommen dabei insbesondere unternehmensnahe Kreise wie Mitarbeiter, Lieferanten und vor allem Kunden in Betracht.“ Auf diese Weise konnte jüngst die Global Energy Invest AG über 300.000,- Euro bei privaten Investoren platzieren. Das Unternehmen folgte damit dem prominenten Beispiel der Confiserie Lauenstein, die Genussrechte mit einem Volumen von 150.000,- Euro ausgab. Dabei ist das Angebot aus Lauenstein in der Vorweihnachtszeit besonders schmackhaft: Als Dividende gibt es nach Wahl des Anlegers statt Geld satte 8,5 % in Pralinen. Diese Beispiele zeigen: Unabhängig von ihrer Größe und dem Finanzbedarf können sich Unternehmen über institutionelle und Privatinvestoren durch Mezzanine-Kapital dauerhaft eine neue Finanzierungsquelle erschließen. 



Herr Dr. Matthias Gündel
Tel.: 0551 / 4 43 43
Fax: 0551 / 4 43 30
E-Mail: info@eigenkapital.com

Gündel & Katzorke
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH
Theaterplatz 9
37073 Göttingen
Deutschland
http://eigenkapital.com/

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