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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 07.08.2009
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Die nordischen Länder überstehen die Krise gut – Tommi Saukkoriipi im Interview

Vor etwas mehr als einem Monat hat Schweden den Ratsvorsitz der Europäischen Union (EU) übernommen. Auch im Anlagesektor könnte Nordeuropa künftig eine führende Rolle einnehmen. Die Verbindung der beiden Bereiche und die wirtschaftlichen Aussichten der nordischen Länder beurteilt Tommi Saukkoriipi, Manager des Nordea 1 - Nordic Equity Fund, im Interview.

Herr Saukkoriipi, nach dem Beinahe-Kollaps Anfang der 1990er Jahre entstand in Nordeuropa das "nordische Modell", das unter anderem Steuersenkungen, Bürokratieabbau, Arbeitsmarktreformen und Bildungsinvestitionen umfasste. Ergebnis war eine enorme Dynamik in den nordischen Ländern in den vergangenen Jahren. Wie schlägt sich das nordische Modell in der aktuellen Krise?

Das nordische Modell schlägt sich sehr gut. Es bildet die Grundlage für den Umgang der schwedischen Regierung mit der derzeitigen Krise. Der Unterschied zur Krise Anfang der 1990er Jahre ist, dass die öffentlichen Finanzen dieses Mal in besserer Verfassung sind. Das heißt, dass Bürokratieabbau nicht in dem Ausmaß wie damals nötig ist. Die Regierung kann es sich leisten, dem Abschwung mit einer Erhöhung der Staatsausgaben zu begegnen - auf verantwortungsvolle Weise, versteht sich. Die Regierung agiert nun weniger zyklisch als noch Anfang der 1990er Jahre. Zudem ist der Arbeitsmarkt flexibler geworden. Ein aktueller Beleg dafür ist, dass Gewerkschaften und Beschäftigte zeitweisen Lohn- und Arbeitszeitkürzungen zugestimmt haben, um Entlassungen aufgrund des Nachfrageeinbruchs zu vermeiden.

Zum Erfolg der nordischen Volkswirtschaften in den vergangenen Jahren hat insbesondere ihre Offenheit beigetragen. Ist diese durch die Wirtschaftskrise in Gefahr?

Die nordischen Länder sind abhängig von Absatzmärkten im Ausland. Das Bewusstsein dieser Tatsache ist sowohl im privatwirtschaftlichen Sektor als auch bei der öffentlichen Hand verankert. Einen Wandel hin zu weniger Offenheit und stärkerer Konzentration auf die heimische Nachfrage hat es nicht gegeben. Als kleine offene Volkswirtschaften werden die nordeuropäischen Länder auch in Zukunft auf freien Handel setzen.   

Schweden hat am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz übernommen. Werden nun Elemente des nordischen Modells zur Krisenbekämpfung EU-weit zum Einsatz kommen?

Der schwedische Premierminister Fredrik Reinfeldt und Finanzminister Anders Borg sind sich einig, dass fiskalische Verantwortung ein Hauptdiskussionspunkt unter den EU-Mitgliedern sein wird. Es soll eine Strategie entwickelt werden, um steigenden Budgetdefiziten entgegenzuwirken. Natürlich bleibt abzuwarten, ob sich das politisch umsetzen lässt.

Wie andere Länder leiden auch Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen massiv unter der Krise. Wie bewerten Sie die Situation?

Wegen ihres Fokus auf Exporte und Immobilien wurden die nordischen Länder von der Krise hart getroffen. Dänemark eher durch seinen labilen Immobilienmarkt, Finnland und Schweden vor allem durch einen starken Rückgang bei den Exporten. Norwegen ist von der Krise am wenigsten stark betroffen. Schweden hat einen soliden Staatshaushalt, außerdem wird die schwache Krone den schwedischen Exportunternehmen helfen, die Situation zu überstehen. Wenn die Nachfrage wieder anzieht, werden schwedische Unternehmen im Wettbewerbsumfeld gut dastehen. Obwohl sie die gleiche Ausgangslage haben, werden finnische Unternehmen weniger Wettbewerbsvorteile haben. Dänemark hat weite Teile der Krise bereits überstanden und wird von einem weltweiten Aufschwung profitieren.

Wie sieht der mittelfristige Ausblick für die Region aus?

Der kurz- bis mittelfristige Ausblick für die nordische Region ist positiv. Wenn die Weltwirtschaft sich erholt, dürften sich die nordischen Volkswirtschaften relativ gut entwickeln, verglichen mit dem Rest Europas. Die schwächeren Währungen von Norwegen und Schweden werden eine schlechtere Entwicklung verhindern.

Welche Anlagemöglichkeiten in Nordeuropa sind derzeit attraktiv?

Wir, das Management des Nordea 1 - Nordic Equity Fund, setzen auf Unternehmen mit gesunden Bilanzen, erprobtem Geschäftsmodell und einem nachweisbar erfolgreichen Management. In dieser Gruppe haben wir zum Beispiel Hennes & Mauritz, Novo Nordisk, Konecranes, SKF and DnB NOR für aussichtsreiche Investments identifiziert.

Welche Sektoren und Unternehmen bevorzugen und welche meiden Sie?

Viele unserer Favoriten verfolgen ein "Asset-Light-Modell", lagern also Vermögenswerte aus, die nicht unbedingt für das Geschäft erforderlich sind, zum Beispiel Immobilien. Einen Ausbau der Serviceleistungen zur Erschließung von Absatzmärkten bewerten wir ebenfalls positiv. Dies gilt insbesondere für Sektoren wie Maschinenbau, Finanzen und Energie. Eher zurückhaltend sind wir bei im Norden Europas ansässigen Zellstoff- und Papierproduzenten sowie Immobiliengesellschaften mit ungewissen Aussichten bei der Vermietung. Dies hat strukturelle Gründe.


Über Tommi Saukkoriipi

Tommi Saukkoriipi wurde 1970 geboren. Nach dem Studium der Business Administration an der schwedischen Linköping Universität begann er 1994 seine berufliche Laufbahn als Equity Analyst bei Carlson Investment Management. Dort wurde er später auch Fondsmanager. 1999 ging Tommi Saukkoriipi zur damaligen Trevise Unibank Investment Management, der heutigen Nordea Investment Management. Saukkoriipi managt den Nordea 1 - Nordic Equity Fund.


Nordea 1 - Nordic Equity Fund

ISIN:            LU0064675639
Manager:        Tommi Saukkoriipi
Auflagedatum:        4. Mai 1992
Basiswährung:        Euro
Managementgebühr:     1,5 % p. a.
Ausgabeaufschlag:     max. 5 %
Fondsvolumen:         167 Mio.




Herr Dan Sauer
Geschäftsführer
Tel.: +49 221 16 80 70 13
Fax:
E-Mail: Dan.Sauer@nordea.com


Herr Paul Malpas
Head of Marketing & Communication
Tel.: +352 43 39 50-95
Fax:
E-Mail: Paul.Malpas@nordea.lu

Nordea Investment Funds S.A.
562
2017 Neudorf
Luxembourg
http://www.nordea.lu/

Über Nordea Investment Funds S.A.

Nordea Investment Funds S.A. ist Teil der Nordea Group, die Anlagegelder in Höhe von 125 Mrd. EUR verwaltet (Stand: 31.03.09). Das Unternehmen bietet Anlegern in ganz Europa durch aktive Vertriebspartner wie Banken, Vermögensverwalter, unabhängige Finanzberater und Versicherungsunternehmen eine ausgewählte Palette von Investmentfonds an. Ihr Hauptprodukt ist der Nordea 1, SICAV Umbrella Fund, der ein qualitativ hochwertiges und vielseitiges Produktspektrum umfasst. Der Umbrella Fund ist bezüglich des Volumens kontinuierlich gewachsen und hat stetig an Renommee gewonnen. Dies ist auf den Erfolg seiner aktiv verwalteten Produkte in den Anlageklassen Aktien (Value-Titel, Wachstumswerte und spezielle skandinavische Aktien) und Anleihen (einschließlich dänischer Hypothekenanleihen und europäischer Hochzinsanleihen) sowie auf seine Absolute Return-Produkte zurückzuführen.




Tommi Saukkoriipi
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