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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 23.07.2009
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Hauptversammlung der Heidelberger Druckmaschinen AG: SEB Asset Management vertritt Anleger-Interessen in Mannheim

Dr. Jürgen Meyer, Aktienfondsmanager bei SEB Asset Management, kommentiert die Geschäftsentwicklung der Heidelberger Druckmaschinen AG auf deren Hauptversammlung.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Heidelberg-HV-Rede der SEB Asset Management vom 23. Juli 2009


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Name ist Jürgen Meyer und ich vertrete mit über 4,3 Millionen Stimmen die Anleger von SEB Asset Management.

Ich bin nicht hierher gekommen, um den Aktienkurs zu beweinen, will aber auch nicht verschweigen, dass die Aktie von Heidelberg mein aktuell schlechtestes Investment ist.

Enttäuschung entsteht, wenn Erwartungen nicht Realität werden. Für die Realität – also die Wirtschaftskrise – sind Sie nicht verantwortlich. Dass Sie als Investitionsgüterhersteller unter einer Rezession überproportional leiden, liegt in der Natur des Geschäfts und war zu erwarten. Dass die Halbwertszeit Ihrer Prognosen selten ein Quartal überdauert, muss aber nicht sein. Drei Gewinnwarnungen sprechen für sich. Weniger wäre hier mehr gewesen. Im Falle von Heidelberg galt die Erkenntnis, dass Prognosen vielleicht etwas über den Prognostizierenden, aber wenig über die Zukunft aussagen.

Dabei sind die Voraussetzungen scheinbar ideal: Mir als Investor sind wenige Unternehmen bekannt, die

•über 40% Weltmarktanteil haben,

•fast dreimal so groß sind wie ihre Wettbewerber

•und deren Produkte auch noch Premium-Status genießen.

Sie haben, wenn Sie mir den Vergleich erlauben, die Stückzahlen von Toyota gepaart mit den Verkaufspreisen von Mercedes – und kriegen trotzdem die PS nicht auf die Straße.

Der Blick auf Ihre Branche ist ernüchternd: Die drei Weltmarktführer, allesamt im Umkreis von 100 km beheimatet, vereinen 70% des Marktes auf sich. Eigentlich eine komfortable Ausgangslage.
Nur: Irgendwann scheint sich das Selbstverständnis Ihrer Industrie von „lasst uns gute Maschinen bauen und damit reich werden“ zu „lasst uns unserem Wettbewerb Steine in den Weg legen, koste es unsere Aktionäre, was es wolle!“ verändert zu haben.

Die Finanzkrise hat Ihren Verdrängungswettbewerb nur perfektioniert: Ihnen als Management mag es Genugtuung sein, dass auch Ihr Wettbewerb alt ausschaut. Aber wir Eigentümer stehen heute vor einer Fast-Finanzleiche!

Herr Dr. Rautert: Wie werden Ihre Vertriebsmitarbeiter Ihren Kunden künftig erfolgreicher vermitteln, dass Hightech Geld kostet? Oder anders gefragt: Was tun Sie, um aus der Abwärtsspirale des zumindest mitverschuldeten Verdrängungswettbewerbs herauszukommen?

Immerhin, ein schmerzhafter Schritt wurde getan und 25% der Produktionskapazität gestrichen. Zumindest was die Mitarbeiterzahl betrifft. In erster Näherung vermute ich, dass nach einem so drastischen Einschnitt auch 25% Ihrer Gebäude und Werkzeugmaschinen nicht mehr benötigt werden.
Kurz: Dass von rund 1 Milliarde EUR Anlagevermögen ein Viertel, also 250 Mio. EUR, abgeschrieben werden.

Herr Kaliebe: Warum ist dies noch nicht geschehen? Schließen Sie guten Gewissens aus, dass dies noch passiert? Was geschieht mit den nun nicht mehr benötigten Maschinen und Gebäuden? Mit welchem Wertansatz stehen diese in Ihrer Bilanz?

Apropos Bilanz: Ich zitiere aus Seite 62 des Geschäftsberichts: „Entsprechend der Drosselung der Investitionen haben wir die erwartete Nutzungsdauer insgesamt verlängert, daher sind die Abschreibungen gegenüber dem Vorjahr stark zurückgegangen.“ Zitat Ende.

Vereinfacht gesagt: Weil Heidelberg kein Geld für neue Maschinen hat, sind die alten mehr wert!

Wenn die Welt nur so einfach wäre! Auch wenn Wirtschaftsprüfer solche Betrachtungsweisen abnicken – mich überzeugen Sie nicht – und den Finanzmarkt offenbar auch nicht. Defensive Bilanzierung sieht anders aus. Man will fast fragen: „Ist dieser Geschäftsbericht die Maschine wert, auf der er gedruckt wurde?“

Herr Schreier, zum Glück besitzen Ihre Maschinen bei Ihren Kunden eine bessere Reputation als Ihr Unternehmen am Kapitalmarkt.

Diese Aussage möchte ich nicht als Kritik, sondern als Chance verstanden wissen, denn es ist die Grundvoraussetzung dafür, dass dieses Unternehmen diese Krise ohne gravierende Blessuren überstehen kann.

Dann kann die Heidelberg-Aktie doch noch zu einem profitablen Investment werden. Dies meine ich nicht mit Blick auf den aktuell – sagen wir mal symbolischen Kurs – sondern mit Blick auf die Preise, die die meisten von uns vor Jahren für Ihre Aktie gezahlt haben.

Sehr geehrte Herren Vorstände, ich wünsche Ihnen – auch im Interesse aller Aktionäre – viel Erfolg und werde für Ihre Entlastung stimmen.




Frau Brigitte Schroll

Tel.: (069) 27299 – 1502/1503
Fax:
E-Mail: presse@sebam.de


Frau Christina Bertholdt

Tel.: (069) 27299 – 1502/1503
Fax:
E-Mail: presse@sebam.de

SEB Asset Management AG
Rotfederring 7
60327 Frankfurt/M.
www.sebassetmanagement.de

Über SEB Asset Management Deutschland

SEB ist eine nordeuropäische Finanzdienstleistungsgruppe mit rund 400.000 Firmen- und institutionellen Kunden sowie fünf Millionen Privatkunden. Die Kernmärkte der SEB sind Skandinavien, Deutschland und die baltischen Staaten – Estland, Lettland und Litauen. Präsenz zeigt die SEB außerdem in Polen, der Ukraine und Russland; über ein internationales Netzwerk ist die Gruppe in zehn weiteren Ländern vertreten. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 2.374 Milliarden SEK (rd. 220 Milliarden EUR), der Konzern verwaltet ein Vermögen von 1.267 Milliarden SEK (rd. 120 Milliarden EUR) und hat rund 20.500 Mitarbeiter (Stand: 30. Juni 2009). Weitere Informationen über SEB finden Sie unter www.sebgroup.com.

Die SEB Asset Management, Frankfurt, ist das spezialisierte Investmenthaus für Immobilien und Wertpapiere des SEB-Konzerns in Deutschland, einem der führenden Finanzdienstleister Nordeuropas. SEB Asset Management steht für die Verbindung von internationaler Expertise mit lokalem Know-how. Der Investmentansatz ist durch aktives Management in kleinen spezialisierten Investmentteams gekennzeichnet. Als Teil der Konzerndivision „Wealth Management“ mit 1.110 Mitarbeitern und Assets under Management von rund 1.201 Milliarden SEK (rd. 113 Milliarden EUR) verfügt die SEB Asset Management über weitreichende Expertise in den wesentlichen Assetklassen.

In Deutschland gehört die SEB Asset Management zu den führenden Immobilienfondsmanagern. Von Fitch Ratings hat sie das Real Estate Asset Manager Rating „REM 2“ erhalten.

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