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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 14.07.2010
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Honorarberatung vergrößert Unterversorgung der Deutschen in der Risiko- und Altersvorsorge

Manche Politiker und Verbraucherschützer  machen sich für eine Umstellung von der Provisions- auf die  Honorarberatung stark. Klassische Provisionsmodelle werden in Frage  gestellt, weil man sich von Honorarmodellen eine bessere Beratung der Kunden verspricht. Ein Vergleich der beiden Varianten in der  Versicherungsbranche kommt jedoch zu einem überraschenden Ergebnis:  Die unterschiedlichen Vergütungsmodelle selber wirken sich auf die  Absicherungsqualität der Bundesbürger kaum aus. Sorgen macht dagegen  ein ganz anderer Befund: Die Menschen, die sich überhaupt nicht  beraten lassen, offenbaren in allen Bereichen der Risiko- und  Altersabsicherung große Lücken. Das ergab die Studie  "Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb" des  IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (www.imwf.de). Für die Studie im Auftrag von Canada Life, Standard Life, Stuttgarter Versicherung, Volkswohl Bund und Zurich Versicherung wurden  repräsentativ 2.088 Bundesbürger befragt.

Diese Erkenntnis ist für den aktuellen politischen Diskurs in  Deutschland brisant. Der Fokus der Verantwortlichen sollte sich dem  Studienergebnis nach darauf konzentrieren, die Bürger erst einmal von der Notwendigkeit einer Beratung zu überzeugen. Die Honorarberatung  ist der Befragung zufolge für dieses Ziel nicht geeignet. Rund 85  Prozent der befragten Deutschen sind gar nicht bereit, für eine  Beratungsleistung Honorar zu bezahlen. Sollten also Honorarmodelle  weiter forciert werden, dürften damit in Zukunft immer weniger Bürger bereit sein, sich über ihre Risiko- und Vorsorgelücken beraten zu  lassen.

Wichtigster Grund für diese Haltung: Die Bürger stehen der Idee  grundsätzlich negativ gegenüberstehen, für eine Beratungsleistung  Geld auszugeben. Rund 40 Prozent halten dieses Modell für zu teuer.  Das Preisargument spielt dabei nicht nur für die Gruppe der strikten  Honorargegner eine wichtige Rolle. Auch die Bürger, die zumindest bei dem Angebot einer ganzheitlichen Finanzberatung ein Honorar in  Erwägung ziehen, sehen den finanziellen Aufwand dafür in engen  Grenzen. Jeder zweite spricht sich dafür aus, maximal 100 Euro zu  investieren.

Sieht man sich an, wie sich die Vergütungsmodelle im Detail auf die  Absicherungsqualität auswirken, zeigen sich kaum Unterschiede. So  werden beispielsweise Versicherungsleistungen bei der Sach- und  Vermögensabsicherung von den Befragten beider Vergütungsansätze etwa  gleich stark in Anspruch genommen. Dazu zählen etwa die private  Haftpflicht-, Hausrat-, oder Kfz-Kaskoversicherung. Für diese  Leistungen liegen die Abschlussquoten bei den Gruppen beider  Vergütungsmodelle bei rund 70 Prozent oder deutlich höher. Bei den  Befragten ohne Beratung berichten dagegen knapp 40 Prozent über ein  Versorgungsdefizit. Eine Stärkung der Honorarberatung zu Lasten der  Provisionsberatung wird an diesem Zustand wenig ändern. Denn die  bisher nicht beratene Bevölkerung zeigt keinerlei Neigung, ihre  Absicherungsdefizite durch eine kostenpflichtige Honorarberatung zu  beheben.

Dieses Ergebnis setzt sich mit noch weitergehenden Abweichungen bei  der Personenabsicherung   sowie der Altersvorsorge fort. So verfügt  bei den provisions- und honorarberatenen Kunden gut jeder zweite  Bürger über eine Unfallversicherung. Bei den Befragten, die bisher  keinerlei Beratung in Anspruch genommen haben, stehen 66 Prozent der  Deutschen ohne Versicherungsschutz dar. In der Altersvorsorge fallen  die Qualitätsunterschiede ausgerechnet bei der staatlich geförderten  Riesterrente dramatisch aus. Knapp 90 Prozent der Bevölkerung, die  bisher keinerlei Beratung für die finanzielle Absicherung im Alter in Anspruch genommen hat, vermeldet hier eine Versorgungslücke. Bei der  Provisionsberatung und der Honorarberatung liegt die Quote um  mehr als 20 Prozentpunkte niedriger.



Herr Jörg Forthmann
Tel.: +49 (0) 40 22703-7787
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

IMWF Institut für Management-
und Wirtschaftsforschung GmbH
Holstenhofweg 62
22043 Hamburg
http://www.imwf.de/

Zur Studie

Für die Studie "Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb" wurden repräsentativ 2.088 Bundesbürger Ende April 2010 durch das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung befragt.

IMWF - Institut für Management- und Wirtschaftsforschung

Das IMWF wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass die Ergebnisse wissenschaftlicher Ausarbeitungen und Marktanalysen für Entscheider in der Wirtschaft oftmals nicht die hinreichende Praxisnähe und Relevanz haben. In Folge dessen bleibt die Unterstützung wissenschaftlicher Institutionen durch Unternehmen oftmals hinter den Erwartungen der Lehrstühle zurück. Vor diesem Hintergrund versteht sich das IMWF als Plattform, auf der Kontakte zwischen Wissenschaft und an fundierter Aufarbeitung relevanter Management- und Wirtschaftsthemen interessierter Unternehmen geknüpft werden.

Dieses Netzwerk wird wesentlich durch Wilhelm Alms aufgebaut. Er hat als ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Mummert Consulting vielfältige Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit von Forschungsergebnissen in der Managementpraxis gesammelt und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Brückenschläge zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu initiieren.

Wenn Sie an diesem Netzwerk partizipieren wollen, freut sich das IMWF über Ihre Nachricht. Von wissenschaftlichen Partnern wird erwartet, nachweislich praxisorientierte Forschung leisten zu wollen. Im Gegenzug hierzu obliegt es den eingebundenen Unternehmen, relevante Fragestellungen zu formulieren und die Freiräume für die Aufarbeitung dieser Themen zu gewährleisten.

Weitere Informationen finden Sie unter www.imwf.de

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