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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 22.11.2005
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Integrierte Versorgung lohnt sich für Patienten

Bisher über 5000 Operationen ohne Krankenhausaufenthalt in Halle realisiert

Heute in den OP und morgen, spätestens übermorgen wieder zu Hause? Integrierte Versorgung macht dies möglich. Mit der Saale-Klinik Halle, Praxisklinik für operative Medizin, und dem Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle (Saale) bieten AOK Sachsen-Anhalt, IKK gesund plus sowie der BKK-Landesverband Ost ihren Versicherten seit über zwei Jahren eine integrierte Versorgungsform für Patienten in und um Halle an, die mittlerweile zur Regelversorgung gehört. Bilanz: 5698 Patienten wurden hier bisher alternativ zum Krankenhaus operiert. Eine OP in der Saale-Klinik kostet deutlich weniger als eine klassische Krankenhausbehandlung.

�Mit diesem integrierten Versorgungsmodell können wir den Versicherten, vor allem Kindern, einen langen Krankenhausaufenthalt ersparen und ihnen stattdessen eine qualitativ hochwertige Leistung aus einer Hand anbieten. Durch die enge Zusammenarbeit mit den zuweisenden Ärzten werden etwa 50 Prozent Doppeluntersuchungen vermieden. Das erspart dem Patienten zusätzliche Belastungen und sogar die sonst übliche Zuzahlung zum Krankenhausaufenthalt�, so Günter Kasten, Vorstandsvorsitzender der AOK Sachsen-Anhalt.

Nach Angaben der Betriebskrankenkassen steigt die Akzeptanz der neuen Versorgungsform. �Bereits in den ersten zehn Monaten dieses Jahres wurden mehr unserer Versicherten behandelt als im gesamten Vorjahr�, betont Katrin Senkbeil vom BKK-Landesverband Ost. Es komme daher darauf an, solche Versorgungsformen zukunftsfähig zu gestalten, um Synergieeffekte auf Seiten der Kostenträger zum Vorteil der Versicherten nutzen zu können, so die BKK-Landesrepräsentantin.

Zur Zeit sind es 40 niedergelassene Vertragsärzte und acht Ärzte des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle, die sich zur Saale-Klinik Halle, Praxisklinik für operative Medizin, zusammengeschlossen haben. Sie operieren derzeit an drei Standorten der Saale-Klinik bzw. im Krankenhaus St. Elisabeth in Halle in den Bereichen Chirurgie, Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Innere Medizin, Gefäßchirurgie, Orthopädie, Urologie. Zum Start der neuen Versorgungsform im Jahr 2003 waren erst 18 Ärzte beteiligt. Eingeschlossen in die medizinische Versorgung ist auch eine kurzstationäre Pflegeeinheit mit ca. 30 Fachschwestern und 28 Betten. Die Nachsorge im überwachten Bett erfolgt durch Ärzte und Schwestern im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara Halle. �Der vereinbarte Leistungskatalog enthält zur Zeit 156 Fallpauschalen, die mit einem kurzen Aufenthalt zur Überwachung vorgenommen werden können. Geplant ist eine Zentralisierung hinsichtlich der operativen Leistungen�, so Dr. Torsten Ullmann, operierender Arzt und geschäftsführender Gesellschafter der Saale-Klinik Halle. Die Zahl der OPs sei seit Start von 29 pro Monat auf 363 pro Monat angestiegen. Die meisten Operationen entfielen auf die Bereiche Bewegungsorgane mit bisher 1974 OPs, gefolgt von Operationen am Verdauungstrakt (921 OPs) sowie an den Blutgefäßen (713 OPs). �Die Vielzahl der Operationen belegt die Akzeptanz der Praxisklinik bei den Versicherten. Neben der hohen Qualität der Versorgung und der kurzen Verweildauer spielen dabei sicherlich auch finanzielle Gesichtspunkte eine bedeutende Rolle. Immerhin spart der Patient z.B. bei einer Operation an der Leiste in der Praxisklinik gegenüber einem Krankenhausaufenthalt durchschnittlich 50,- � an Zuzahlungen�, sagt Uwe Schröder, Vorstand der IKK gesund plus.

Und so funktioniert diese Versorgungsform: Der Patient mit der Diagnose Leistenbruch wird von seinem Arzt an den entsprechenden Operateur, der Vertragspartner der Integrierten Versorgung ist, überwiesen, von ihm operiert. Er wird postoperativ überwacht und meist nach ein bis zwei Tagen in den häuslichen Bereich entlassen, selbstverständlich auch im Anschluss umfassend betreut.

Pate für das Projekt stand die Magdeburger Praxisklinik Sudenburg, in der seit dem Jahr 2000 Jahren Patienten stationsersetzend operiert werden können. Sie war derzeit die landesweit erste Klinik, die die Lücke zwischen ambulanter OP und medizinischer Nachsorge geschlossen hat. Der Vertrag zwischen den beteiligten Krankenkassen und der Saale-Klinik Halle, Praxisklinik für operative Medizin, sowie dem Krankenhaus St. Elisabeth Halle basiert auf den Grundlagen der Integrierten Versorgung (IV), bei der sowohl die niedergelassenen Ärzte als auch der stationäre Sektor eingebunden sind. Der Vertrag von AOK, IKK gesund plus und den BKKs bindet die niedergelassenen Ärzte als direkte Vertragspartner ein. Die Ärzte sind damit unmittelbar am ökonomischen Erfolg der integrierten Versorgung beteiligt. Neuer Partner ist die Kassenärztliche Vereinigung des Landes.

Die Integrierte Versorgung (IV) zielt auf eine patientenorientierte interdisziplinäre Kooperation zwischen Haus-/Fachärzten, Krankenhäusern oder weiteren Leistungserbringern. Diese Verzahnung soll sowohl Qualität als auch Wirtschaftlichkeit der Versorgung erhöhen. Die Idee der Integrierten Versorgung ist ein wichtiger Ansatz zur Überwindung der starren Grenzen zwischen den einzelnen Versorgungssektoren. Die bisher überwiegende strikte Abschottung der einzelnen Versorgungsbereiche, insbesondere die Trennung der ambulanten und stationären Versorgung, erschwert eine am Krankheitsbild zielorientierte Behandlung der Patienten. Solche sektorenübergreifenden Strukturen wie die Integrierte Versorgung führen aufgrund von Qualitäts- und Effizienzsteigerung zu Verbesserungen für Patienten, Leistungserbringer und Krankenkassen.

Die beteiligten niedergelassenen Ärzte und die Ärzte des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle sind dabei direkte Anlaufstelle für den Patienten. �Es gibt einen bestimmten Anteil von Patienten, deren medizinische Behandlung bei gutem Allgemeinzustand keiner vollstationären Behandlung bedarf�, sagt der Kaufmännische Direktor des Krankenhauses, Dr. Manfred Brümmer. Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara habe sich intensiv mit der Saale-Klinik und den beteiligten Krankenkassen um die Organisation dieser Integrierten Versorgungsform bemüht. Das Krankenhaus bringe hier seine hochmoderne Medizintechnik, die vorhandene gute Logistik, seine erfahrenen Operateure, Anästhesisten und seine kompetente Pflege ein.

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara verfügt mit seiner Intensivmedizin über einen hohen Sicherheitsstandard und bietet für die Patienten der Integrierten Versorgung seine vielfältigen Serviceeinrichtungen an. Nicht zuletzt erschließen sich wie für die niedergelassenen Vertragsärzte auch für das Krankenhaus mit der Integrierten Versorgung ein zusätzliches Patientenpotenzial und zusätzliche Erlöse. Waren dies im Jahr 2004 zunächst nur 60 Patienten, wurden im Jahr 2005 bisher schon weit über 300 Patienten in dieser Versorgungsform behandelt. Dies vollzog sich in den modernen Operationssälen, aber auch in der Endoskopieabteilung und im Herzkatheterlabor.

�Für die Beteiligung des Krankenhauses an der Saale-Klinik war unsere Überzeugung, die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Medizin zu überwinden, auch der finanzielle Anreiz war entscheidend�, sagt abschließend der Kaufmännische Direktor des Krankenhauses Dr. Manfred Brümmer.


Die finanziellen Rahmenbedingungen für sektorenübergreifende Versorgungsverträge müssen nach Ansicht der beteiligten Kassen dauerhaft weiter entwickelt werden, damit sowohl für niedergelassene Ärzte als auch für Krankenhäuser, Versicherte und Krankenkassen Anreize und Planungssicherheit zur Etablierung solch komplexer Strukturen wie der Saale-Klinik bestehen. Die Vertragspartner der Saale-Klinik sowie die Saale-Klinik selbst begrüßen deshalb das Vorhaben, die im Koalitionsvertrag vorgesehene Förderungsdauer solcher integrierter Versorgungsangebote von Ende 2006 bis zum Jahr 2008 zu verlängern. Zur Förderung der Integrierten Versorgung muss jede Krankenkasse zur Anschubfinanzierung bisher bis zu einem Prozent der Gesamtvergütung Ärzte sowie der Krankenhausvergütung in den Jahren 2004 bis 2006 für Angebote der IV einbehalten.



Pressesprecherin
Frau Petra Fleischer
Tel.: 0391/5804426
Fax: N.N.
E-Mail: petra.fleischer@san.aok.de

AOK Sachsen-Anhalt
Lüneburger Str. 4
39106 Magdeburg
Deutschland
www.aok.de/sa

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