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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 17.10.2008
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Konjunktur in Berlin in schwierigem Fahrwasser

Weltweit haben die Rezessionssignale die Oberhand gewonnen und auch Deutschland gerät beschleunigt in den Abwärtssog der Finanzkrise. Vor diesem Hintergrund bewegt sich die Berliner Wirtschaft zunehmend in konjunkturell schwierigem Fahrwasser. Das geht aus dem jüngsten Konjunkturbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor. Die Warnsignale sind nicht zu übersehen: Die Auftragseingänge in der Industrie schrumpfen, die Exporte nehmen ab und die Verbraucher blicken zunehmend skeptisch in die Zukunft. Gleichwohl gibt es trotz der Abschwächung keinen Grund für überzogenen Pessimismus.

Zum einen steht die Berliner Wirtschaft heute auf einem besseren Fundament als noch vor wenigen Jahren. Inzwischen haben viele Berliner Unternehmen ihre Kosten verringert und die Betriebe neu organisiert. Die Industriefirmen sind gesund und Berliner Produkte im Ausland begehrt. Dies wird auch durch die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Wirtschaftsentwicklung im ersten Halbjahr 2008 untermauert. Die aktuellen Zahlen weisen für Berlin ein reales Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,5% aus. Damit liegt Berlin im Vergleich der Bundesländer sogar über dem Bundesdurchschnitt (+2,4%) und gleichauf mit Baden-Württemberg. Zum anderen hat es bei zwei zentralen Belastungsfaktoren, den hohen Ölpreisen und dem hohen Euro-Kurs, in den vergangenen Wochen nennenswerte Korrekturen gegeben. Es ist davon auszugehen, dass diese Korrekturen längere Zeit Bestand haben.

Wachstumsimpulse bringt zudem die weiterhin gute Auftragslage im Berliner Baugewerbe. Sowohl der Wirtschaftsbau als auch der Öffentliche Bau konnten in den ersten acht Monaten 2008 um 10,5% bzw. 5,5% zulegen. In den Auftragsbüchern der Berliner Baufirmen haben sich viele Orders für den Bau des Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) niedergeschlagen. Insgesamt wurde bisher ein Gesamtvolumen von 1,12 Mrd. EUR vergeben; 70% davon an Unternehmen aus der Region. Kürzlich wurden die Planungen eines irischen Konsortiums vorgestellt, das gemeinsam mit einem deutschen Projektentwickler für rund 1,1 Mrd. EUR eine Airport-City errichten will.

Auch die Entwicklung der offenen Stellen weist darauf hin, dass die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen trotz der aktuellen Rückgänge gar nicht so schlecht ist. Die Zahl der Beschäftigten nimmt bereits seit längerer Zeit wieder zu. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern weist Berlin hier regelmäßig einen überproportionalen Zuwachs aus. Auch der Rückgang der Arbeitslosenquote fällt in Berlin stärker aus als für das Bundesgebiet insgesamt.

Warnsignale zeigen sich dagegen beim privaten Konsumverhalten. So gingen die Einzelhandelsumsätze in den ersten sieben Monaten 2008 um 0,8% zurück. Auch für die Berliner Ausfuhren wird in den nächsten Monaten mit einer eher moderaten Entwicklung gerechnet, denn viele EU-Länder befinden sich am Rande der Rezession. Bisher kam mehr als jeder zweite im Exportgeschäft verdiente Euro aus einem EU-Mitgliedsland.

Alles in allem ist davon auszugehen, dass die ursprüngliche Prognose eines Anstiegs des Berliner Bruttoinlandsprodukts von 1,3% bis 1,5% im laufenden Jahr erreicht werden kann. Die aktuellen Konjunkturindikatoren legen für 2008 noch keinen Korrekturbedarf nach unten nahe. Im kommenden Jahr wird die wirtschaftliche Gesamtleistung allerdings auch in Berlin deutlich schwächer zulegen als 2008. Der größte Unsicherheitsfaktor der Prognose besteht dabei im Ausmaß und Dauer der Finanzkrise. Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wie tief greifend das Finanzsystem gestört ist und wie rasch das System seine volle Funktionsfähigkeit wiedererlangen kann.

Den vollständigen Konjunkturbericht sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie in unserem Download-Center unter der Adresse www.ibb.de



Herr Hartmut Mertens
Tel.: (030) 21 25-47 38

Investitionsbank Berlin (IBB)
Bundesallee 171
10715 Berlin
www.ibb.de

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