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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 29.09.2009
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Marsh Versicherungsmarkt-Report 1. Halbjahr 2009: Industrieversicherungsprämien stabilisieren sich

- Nach fünf Jahren fallender Industrieversicherungsprämien began-nen sich die Preise im ersten Halbjahr 2009 zu verfestigen - Noch wird der Markt von harter Konkurrenz und Überkapazitäten dominiert, doch viele Versicherer werden ihre Prämien der stei-genden Schadenquote anpassen müssen

Im ersten Halbjahr 2009 begannen sich die Prämien in den meisten Industrieversicherungssparten europaweit zu verfestigen, bei weiterhin intensivem Wettbewerb der Versicherer. Doch die Weltwirtschaftskrise hat in den letzten beiden Quartalen auch zu steigenden Schäden in vielen Sparten geführt. Wirtschaftsabhängige Sparten wie Kreditversicherungen und Managerhaftpflicht (D&O) tendierten hart, in Osteuropa gab es fallweise Prämienerhöhungen von mehr als 50 Prozent. Das zeigt der von Marsh halbjährlich veröffentlichte Versicherungsmarkt-Report für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. Für das zweite Halbjahr 2009 erwartet Marsh tendenziell steigende Versicherungsprämien, wobei Unternehmen mit gutem Risikomanagement in der Regel keine signifikanten Prämienerhöhungen befürchten müssen.

Stabile Entwicklung im deutschen Markt

Aufgrund der insgesamt unterdurchschnittlichen Schadenentwicklung deutscher Unternehmen entwickelte sich der heimische Markt im europaweiten Vergleich günstig: Sach- und Haftpflichtversicherungen gaben noch einmal leicht nach, sofern ein gutes Risikomanagement und niedrige Schadenhistorien nachgewiesen werden konnten. Ansonsten verharrten die Prämien auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres. Lediglich bei Kreditversicherungen sowie bei Versicherungen für Finanzinstitutionen zogen die Preise an, die Prämiensteigerungen lagen in etwa im europäischen Mittel.

Die Kfz-Flottenversicherung ist eine Sparte, die als ein Frühindikator in der Industrieversicherung gilt. Hier übersteigen die ausgezahlten Schäden die Prämieneinnahmen schon seit längerem. Nun haben die ersten deutschen Versicherer begonnen, sich von ihren Beständen zu trennen, um ihre Portfolios zu sanieren. Dennoch ist bisher genügend Kapazität im Markt, um die nicht verlängerten Policen ohne Preiserhöhung aufzunehmen.

Deutliche Verhärtung bei Kreditversicherungen

Bei Kreditversicherungen betrug der Prämienanstieg durchschnittlich 20 bis 30 Prozent – diese Sparte schützt vor allem vor Vermögensschäden durch Zahlungs- oder Leistungsunfähigkeit von Kunden und Lieferanten und ist deshalb stark krisenanfällig. In besonders risikoreichen Branchen wie der Automobilindustrie sind die Schäden weiter angestiegen – während der Kundenbedarf für Kreditversicherungen wächst, sinkt das Angebot seitens der Versicherer. Die Folge ist, dass die Versicherungskunden mehr Ausschlussklauseln akzeptieren und erhöhte Datenanforderungen erfüllen müssen. Mit drei Hauptanbietern und drei weiteren in der Sparte tätigen Versicherern ist dieser Markt in Deutschland vergleichsweise eng, sodass Prämienerhöhungen leichter durchsetzbar sind.

D&O weiter stabil

Die zunehmenden Unternehmensverluste durch die Finanz- und Wirtschaftskrise führten zu einer vermehrten haftungsrechtlichen Inanspruchnahme in der Managerhaftpflicht (D&O). Dennoch suchen die Versicherer weiterhin Neugeschäft in dieser Sparte und stellen mehr als ausreichende Zeichnungskapazitäten bereit. Wie bereits im letzten Halbjahr konnten bei Neuverhandlungen Preissenkungen erreicht werden, in Einzelfällen sanken die Prämien um bis zu zehn Prozent.

Versicherungsprämien für die Finanzwirtschaft in Deutschland erhöhten sich im ersten Halbjahr dieses Jahres zwischen zehn und zwanzig Prozent – ein geringerer Anstieg beispielsweise als in Großbritannien oder den USA, die von der Bankenkrise noch härter getroffen worden sind. Im Vorjahreshalbjahr hatten daher einige Versicherer ihre Kapazitäten für Großbanken reduziert, das Versicherungsgeschäft für andere Finanzdienstleister war davon jedoch nicht betroffen.

„Die Versicherungen haben während der gesamten Krise immer genügend Zeichnungskapazitäten zur Verfügung gestellt und so trotz steigender Risiken die Preise stabil gehalten“, sagt Dr. Georg Bräuchle, der als Mitglied der Zentralen Geschäftsleitung bei Marsh für die Platzierung von Risiken auf den nationalen und internationalen Versicherungsmärkten verantwortlich ist. „Mit den gestiegenen Schäden kommen nun auch Prämienerhöhungen, doch sie kommen langsam und selektiv.“

Europa: Preisentwicklung reflektiert Krisenrisiken

Wie bereits im letzten Halbjahr ist die Entwicklung im gesamten mittel- und osteuropäischen Raum sehr einheitlich und vergleichbar mit der Situation in Deutschland. Preisliche Sonderentwicklungen finden sich nur in der zurzeit unter Druck stehenden Sparte Kreditversicherungen und bei Versicherungen für Finanzinstitutionen. Haftpflicht- und Sachversicherungen blieben aufgrund der rückläufigen Schadenentwicklung und der großen Anzahl konkurrierender Versicherer tendenziell weich, die Prämien stagnierten oder gaben leicht nach. Langjährige Verträge halten vor allem die Sachversicherungsprämien stabil.

Bei Kfz-Versicherungen sind auch europaweit die Gesamtschäden inzwischen höher als die Summe der gezahlten Prämien. Dennoch gab der Markt in den meisten Ländern weiter leicht nach.

Als besonders risikoreich für Zahlungs- und Leistungsausfälle schätzen die Versicherer Estland und Lettland ein; hier stiegen die Kreditversicherungsprämien über 50 Prozent. Spanien, Großbritannien, Irland und Finnland folgen diesem Trend mit einem Plus von 30 bis 40 Prozent. Unterdurchschnittliche Preissteigerungen verzeichnete die Kreditversicherung zum Beispiel in Italien, Frankreich, Portugal und Schweden. Dies sind Länder, in denen die Versicherer entweder mit höheren Staatsinterventionsquoten rechnen oder in denen bereits in der Vergangenheit hohe Risikoaufschläge gezahlt werden mussten.

Die Krise erhöht auch die Gefahr zunehmender Schadenersatzforderungen gegenüber Managern. Entsprechend kommt die D&O-Versicherung unter Preisdruck, im letzten Halbjahr stabilisierten sich die Prämien zunehmend, bei Finanzinstitutionen stiegen sie bereits. Als Ergebnis der Finanzkrise sehen sich Finanzinstitutionen europaweit einer zunehmenden Zahl an aktuellen und potenziellen Ansprüchen und Forderungen gegenüber. Steigende Prämien sind die Folge. Im letzten Halbjahr waren vor allem Frankreichs Finanzinstitutionen mit Erhöhungen von mehr als 50 Prozent betroffen. Forderungen gegen Banken und Bankenvertreter mit großer Medienresonanz haben hier dazu geführt, dass die Versicherer ihre Branchenexposition bei D&O, Berufshaftpflicht und Betrug zu begrenzen suchen.

Ein schärferer Wind im Versicherungsmarkt

Trotz eines noch immer weichen Marktes ist der Ton zwischen Versicherern und Versicherten schärfer geworden. Die Versicherungskunden sind in höherem Maße auf eine Schadenbegleichung angewiesen. Gleichzeitig sind aber für die Versicherer viele Sparten nicht mehr profitabel. Sie erkennen einen Schaden entweder an und zahlen, oder sie lehnen ganz ab. Kulanzleistungen wie früher gibt es fast gar nicht mehr.

Viele Versicherungskunden haben sich in den vergangenen Jahren für zwei- und dreijährige Verträge entschieden, um die günstigen Marktbedingungen möglichst lange nutzen zu können. Unsere derzeitigen Versicherungsmarkt-Report-Zahlen beruhen deshalb auf wesentlich weniger Verträgen“, sagt Dr. Georg Bräuchle. „Wenn im zweiten Halbjahr die ersten dieser langjährigen Verträge zur Verhandlung anstehen, wird sich entscheiden, ob der Markt auf dem derzeitigen niedrigen Niveau bleibt.“

Der Marsh Versicherungsmarkt-Report

Der Marsh Versicherungsmarkt-Report für Europa, den Mittleren Osten und Afrika wird halbjährlich vom Market-Relationship-Management-Team veröffentlicht, um über aktuelle Entwicklungen zu informieren. Er analysiert die von Marsh getätigten Platzierungen bei den führenden Versicherern und deckt zehn Industrieversicherungssparten in 41 Ländern ab.




Frau Katja Kamphans
Leiterin Sales & Marketing, Unternehmenskommunikation
Tel.: 069/6676-624
Fax: 069/6676-625
E-Mail: Katja.Kamphans@marsh.com


Frau Manuela Emmel
Pressereferentin
Tel.: 069/6676-634
Fax: 069/6676-625
E-Mail: manuela.emmel@marsh.com

Marsh GmbH
Lyoner Str. 36
60528 Frankfurt
www.marsh.de

Firmeninformation

Marsh, ein Unternehmen der Marsh & McLennan Companies (MMC), ist der weltweit führende Versicherungsmakler und Risikoberater mit über 23.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern. Marsh bietet das gesamte Spektrum an Dienstleistungen, um Risiken von Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen und Privatpersonen zu erkennen, zu bewerten und zu bewältigen. Für die Marsh GmbH, ehemals Gradmann & Holler, sind rund 650 Mitarbeiter an den Hauptstandorten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Wien tätig.

Marsh & McLennan Companies (MMC) ist ein internationales Dienstleistungsunternehmen mit rund 53.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 11 Milliarden US-Dollar. Zu MMC gehören neben Marsh auch der Rückversicherungsmakler Guy Carpenter, der Risiko- und Technologieberater Kroll, die Beratung für Personal- und Finanzmanagement Mercer sowie die Unternehmensberatung Oliver Wyman. Die Aktie von MMC (Börsenkürzel: MMC) wird an den Börsen von New York, Chicago und London gehandelt.

Weitere Informationen unter www.marsh.de und www.mmc.com.

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