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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 28.07.2009
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Neue Wege, neue Chancen

Von wegen Krise: Die Zukunftswerkstatt Krankenversicherungen packt heiße Eisen an

„Mut zur Initiative "- unter dieses Motto kann man die Ergeb- nisse der Zukunftswerkstatt Krankenversicherungen stellen. Auf der von dem Hamburger Bera- tungshaus Alternus initiierten Veranstaltung präsentierten Vertreter von Krankenkassen kon- krete Lösungsvorschläge für die anstehenden Herausforderungen der Branche. Die Zukunfts- werkstatt zeigt, wie dem Druck des demografischen Effekts durch neue Gesundheitsförder- programme effektiv Paroli geboten werden und wie die momentane festgefahrene Situation bei der Hausarztzentrierten Versorgung wieder in Bewegung kommen kann. Ferner bieten neue Geschäftsmodelle, die mittels eines CRM-Systems generiert werden, den Kassen kreative Möglichkeiten, sich dem zunehmendem Wettbewerb zu stellen.

Vor rund 30 Unternehmensvertretern stellten die drei Arbeitsgruppen der Zukunftswerkstatt Krankenversicherung bei der Abschlussveranstaltung in Hannover jüngst ihre Resultate vor. Zuvor hatten die Mitarbeiter der unterschiedlichen Kassen in zwei mehrtägigen Camps Lösungsvorschläge für die Trendthemen erarbeitet.

„Der demografische Effekt - Wie kann die Krankenversicherung betriebliche Gesundheitsförderprogramme unterstützen?“, lautete die erste Fragenstellung. Fakt ist, dass die demografische Entwicklung den Wirtschaftsstandort Deutschland massiv gefährdet: Jedoch nur 3,7 Prozent der deutschen Unternehmen betreiben ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagements (BGM). Dabei handelt es sich vor allem um Großunternehmen. Bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen, den so genannten KMU’s, bleibt es bislang bei Einzelmaßnahmen. Abhilfe kann ein Gesundheitskoordinator schaffen. Als fester Ansprechpartner für die Unternehmen liegt seine Aufgabe in der Begleitung und Steuerung des BGM. Für die Rolle des Gesundheitskoordinators kommen Mitarbeiter der Krankenversicherungen (KV), ausgesuchte externe Dienstleister oder auch ein qualifizierter Mitarbeiter des Betriebs in Frage.

Ein weiterer Schritt zum BGM ist ein mobiler fachärztlicher Dienst, der in die betreffenden Unternehmen kommt und während der Arbeitszeiten Sprechstunden bei den Beschäftigten wahrnimmt. Der mobile Arzt, der die kassenspezifischen Angebote kennt, kann die medizinisch erforderlichen Maßnahmen verordnen. Sind die dementsprechenden Maßnahmen angelaufen, kann dem Versicherten von der Kasse ein so genannter „Aktiv-Tarif“ angeboten werden. Dieser enthält diverse Boni, falls der Versicherte nachweisen kann, dass er regelmäßig an Trainingseinheiten teilgenommen hat.

Potenzial zur Mitgliedergewinnung

Für die PKV’s schlagen die Teilnehmer ein arbeitgeberfinanziertes Versicherungsprodukt vor, bestehend aus einem Analyse- und einem Interventionsbaustein. Im ersten Schritt werden auf anonymisierter Basis Gesundheitsdaten erhoben, um unternehmensspezifische Risikofaktoren zu erkennen. Die erhobenen Daten führen dann im nächsten Schritt zum Interventionsbaustein in Form von Coachings. Die zentrale Rolle spielt hierbei wieder der Gesundheitskoordinator. Durch einen regelmäßigen Datenabgleich lassen sich die Effekte des Programms evaluieren.

Die vorgestellten Lösungen bieten Vorteile für alle Beteiligten. Der Nutzen für die Unternehmen liegt in der Erhaltung der Arbeitsleistung ihrer Mitarbeiter sowie einer Erhöhung der Mitarbeiterbindung und -motivation. Auch die Träger der Krankenversicherungen gewinnen: Neben den langfristigen Einsparungen von Leistungskosten, bieten sich sowohl Potenziale zur Mitgliedergewinnung als auch für die Gewinnung der Kunden für weitere Angebote der Anbieter („Cross-Selling“).„Die BGM ist ein Mega-Thema, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten akut bleiben wird“, ist sich Ralf Sjuts, Leiter Ganzheitliches Gesundheitsmanagement der Volkswagen AG, sicher.

Ein heißes Eisen ist das zweite Thema der Zukunftswerkstatt Krankenversicherung „Hausarztzentrierte Versorgung“: Hierbei fungiert der Hausarzt als Lotse und übernimmt die Steuerung des Patienten zum Facharzt. Auch nach dem Ablauf der gesetzlichen Ordnungsfrist am 30. Juni 3009 ist, zumindest kurzfristig, keine Einigung zwischen den Kassen und Hausarztverbänden in Sicht. Die Kassenverbände warnen vor einem Monopol, dass sich durch die Novelle des § 73 b SGB V entwickeln kann, und keinen Vertrag unter dem Gesichtspunkt des freien Wettbewerbs zustande kommen lässt. „Die verpflichtende HZV will niemand, aber sie ist Gesetz“, sagte Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz. Die Teilnehmer der Zukunftswerkstatt favorisieren eine Lösung, die die Kluft zwischen den Kassen auf der einen und den Leistungerbringern auf der anderen Seite überbrücken kann: Die Krankenkassen schließen sich zusammen und vereinbaren auf Vorstandsebene eine kassenübergreifende Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der hausarztzentrierten Versorgung. Möglich ist die Gründung eines HZV e.V., der durch interessierte Hausärzte aus der Taufe gehoben wird - die Vereinsgründung erfolgt also von Ärzten für Ärzte. Sobald sich mindestens 50 Prozent der Hausärzte zusammengeschlossen haben, kann ein krankenkassenübergreifender Vertrag zur HZV abgeschlossen werden.

Kosten- und Zeitersparnis für Ärzte

Auf den ersten Blick bedeutet dies für die Kassen einen Nachteil, da der Vertrag einheitlich gestaltet ist und somit keine Differenzierung zulässt. Mittelfristig gesehen wird aber eine Steuerung der Versicherten in geeignete Versorgungsmodelle erreicht und die Leistungsausgaben können besser kalkuliert werden. Zudem muss dieser Vertrag nicht das Ende der Fahnenstange sein: Nach seinem Inkrafttreten schafft er vielmehr Spielräume für die gezielte Weiterentwicklung innovativer Angebote, die Alleinstellungsmerkmale für die einzelnen Krankenkassen beinhalten. Für die Ärzte verspricht diese Lösung finanzielle Vorteile und die Minimierung des Aufwands. Der Vorschlag beinhaltet angesichts der zurzeit festgefahrenen Situation ein gewisses Konfliktpotenzial. Er zeigt aber gleichzeitig auch, dass trotz der gesetzlichen Lage Spielräume für kreative Lösungen vorhanden sind. „Die Grundfragen sind, ob sich der Hausärzte auf diese Idee einlassen und wer der Träger des Vereins ist“, so KKH-Allianz-Vorstandsvorsitzender Ingo Kailuweit.

Durch den seit dem 01. Januar 2009 geltenden Gesundheitsfonds und dem damit verbundenen morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) haben sich die Paradigmen für die Kassen verschoben. Ein leistungsfähiges und dynamisches Kundenmanagement, das eine möglichst individuelle Betreuung sicher stellt, ist für die Branche oberstes Gebot. Wie sich Unternehmen neuen Geschäftsmodellen stellen können, war die Aufgabenstellung der dritten Gruppe. Bei dem vorgestellten System stehen der Kunde und dessen Eigenverantwortung hin zu einer gesunden Lebensweise im Mittelpunkt. Mit Hilfe eines interaktiven CRM (Customer Relationship Management) kann ein genau auf den Kunden zugeschnittenes persönliches Gesundheitsportal im Internet erstellt werden. Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens mit Angaben über Interessen, Tätigkeitsbereiche und Lebensumstände erhält der Kunde Zugang zu einem Internet-Portal. Anhand der gegebenen Daten wird der Kunde in einer 4-er-Matrix einer bestimmten Gruppe zugeordnet. Falls Hilfestellung hinsichtlich eines gesundheitsbewussten Lebenswandels gebraucht wird, tritt ein persönlicher Gesundheitstrainer (PEGETRA) auf den Plan. Er liefert bedarfsgerechte Informationen über spezielle Angebote des Trägers (bspw. Abnehmprogramme, Gesundheitskurse) und trifft mit dem Kunden eine Zielvereinbarung.

Individuelles System stärkt Kundenbindung

Diese Vereinbarung wird einmal jährlich in einem persönlichen Gesundheitsbericht verifiziert. Während des Jahres aktualisiert der Kunde selbst über das Gesundheitsportal in regelmäßigen Abständen seine Daten. Diese werden von einem Arzt kontrolliert. Wird das vereinbarte Ziel erreicht, erhält der Kunde Vergütungen, beispielsweise in Form von kostenlosen Zusatzversicherungen oder individuellen Gesundheitsleistungen. Wird das Ziel nicht erreicht, nimmt PEGETRA erneut persönlichen Kontakt mit dem Kunden auf, um den Prozess zu optimieren. Das System bietet viele Vorteile: Es ist von allen Krankenversichern individuell entsprechend den eigenen Angeboten einsetzbar, es stärkt die Kundenbindung und ist unabhängig von politischen Rahmenbedingungen. Zudem ist das System beliebig ausbaufähig, so zum Beispiel in Hinsicht auf die elektronische Gesundheitskarte. „Die Idee ist sehr gut. Das Thema 1:1- Ansprache mit dem Kunden wird ganz konkret gemacht“, stellte Siegmar Nesch von der AOK Baden-Württemberg fest.

„„Die Zukunftswerkstatt Krankenversicherungen dient nicht nur als Katalysator für einen strategischen Dialog, sondern sie ist auch praxisbezogen. Das hat die Veranstaltung mit ihren Ergebnissen eindeutig unter Beweis gestellt, “ bilanzierte Alternus-Geschäftsführer Thomas Lipinski.

Die detaillierten Ergebnisse sind in dem Branchenreport Krankenversicherungen 2010 nachzulesen, der im Herbst erscheinen wird. Weitere Infos unter www.alternus.de



Frau Tanja Pawlas
Kooperationen & PR
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Fax: +49 (0) 40 - 530 27 05 - 89
E-Mail: tanja.pawlas@alternus.de

Alternus GmbH
Alter Teichweg 15
22081 Hamburg
Deutschland
www.alternus.de

Über die Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein von der Alternus Gesellschaft (www.alternus.de) initiierter und organisierter Veranstaltungszyklus, der sich aus Mitgliedsunternehmen der Finanzdienstleistungsbranche und Industrie zusammensetzt. Die Zukunftswerkstatt dient als Katalysator für einen strategischen Dialog zur Reflektion der eigenen Position und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die beteiligten Unternehmen können durch das Mitwirken in der Zukunftswerkstatt ihre eigenen Geschäftsprozesse beschleunigen und somit generell die Arbeit effizienter gestalten. Darüber hinaus gewinnen die Mitglieder und Kooperationspartner durch diese enge Zusammenarbeit neue Denkansätze und Vorgehensweisen. Die Zukunftswerkstatt erzeugt Ergebnisse, die von den Mitgliedsunternehmen unmittelbar genutzt und in die betriebliche Praxis umgesetzt werden können. Zu den Ergebnistypen gehören beispielsweise Vorgehens- und Realisierungskonzepte sowie Proof of Concepts, die in einem jährlichen Branchenreport von Alternus herausgegeben werden. Die Zukunftswerkstatt Versicherungen gibt es seit 2000 und wurde von Thomas Lipinski (Inhaber der Alternus Gesellschaft) sukzessive und erfolgreich auf andere Branchen -- wie etwa GKV/KV und Kreditinstitute -- ausgeweitet. 2007 startete eine technologieorientierte Version: die auf branchenneutrale Themen fokussierte Zukunftswerkstatt IT.

Über Alternus

Alternus ist eine inhabergeführte Managementberatung mit hoher Fach- und IT-Kompetenz, die 2003 gegründet wurde. Die Konzentration auf Versicherungen, Gesundheitswirtschaft, Kreditinstitute und Informationstechnologie steht für Know-how und Branchen-Expertise. Basierend auf seiner langjährigen Erfahrung als Berater bei der Ploenzke AG entwickelte Inhaber Thomas Lipinski ein segmentiertes Geschäftsmodell: ein integriertes zukunftsorientiertes Gesamtkonzept, bestehend aus drei Geschäftsbereichen Beratung, Dialog und Research. Die Interaktion dieser Bereiche und die ganzheitliche Sicht von Strategie, Prozesse und Informationstechnologie entsprechen dem Selbstverständnis und der Überzeugung von Alternus, im Markt seinen Kunden eine bestmögliche Beratung anzubieten. Der Dialog-Bereich konzentriert sich auf die seit Jahren etablierte Zukunftswerkstatt. Hier erarbeiten die Teilnehmer Trends, Themen und Technologien, die für die Branchen wichtig sind oder werden. Die Zukunftswerkstatt ist zuverlässiger Gradmesser für die unternehmerische Ausrichtung -- heute und morgen. Aussagekräftige Trend- und Benchmark-Studien produziert Alternus im Geschäftsfeld Research -- auch maßgeschneidert für Einzelunternehmen, individuell und fundiert.

Weitere Informationen unter: www.alternus.de

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