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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 03.07.2009
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Noch keine Erholungstendenzen

Die Berliner Wirtschaft ist im Zusammenhang mit der internationalen Konjunktur- und Finanzkrise in ein sehr schwieriges Fahrwasser geraten. Seit einigen Wochen ist jedoch eine gewisse Aufhellung zu beobachten. Dies legt zumindest eine Reihe günstiger Kennzahlen nahe. Vielfach sind es jedoch vor allem die Stimmungsindikatoren, die sich verbessert haben. Bei ihnen ist der Anstieg in der Regel erwartungsgetrieben, während die aktuelle Lage unverändert schlecht oder sogar noch schlechter eingeschätzt wird. Zunächst muss sich in den kommenden Monaten auch bei den harten Indikatoren eine Bodenbildung abzeichnen. Wie die jüngsten Zahlen zu den Umsätzen im Verarbeitenden Gewerbe zeigen, ist die Lage allerdings noch angespannt.

In Berlin treffen die negativen Schocks auf eine Wirtschaft, die weniger vom Welthandel abhängig ist als die Unternehmen in den meisten anderen Ballungsräumen mit den Schwerpunkten Investitionsgüter und Kraftfahrzeuge. Die vom Welthandel ausgehenden Schocks werden in der Hauptstadt mit ihren industriellen Schwerpunkten auf pharmazeutische Erzeugnisse und Nahrungsmittel merklich gedämpft. Vor diesem Hintergrund fielen die Rückgänge im Berliner Verarbeitenden Gewerbe auch entsprechend gering aus. Insgesamt lag das Minus bei den Industrieumsätzen in den ersten vier Monaten 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich bei 1,6%. Damit war der Rückgang in Berlin weit weniger stark ausgeprägt als im übrigen Bundesgebiet.

Im Berliner Bauhauptgewerbe haben sich die Umsätze in den ersten vier Monaten 2009 dagegen deutlich rückläufig entwickelt. Insgesamt erzielten die Berliner Baubetriebe 15,7% weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auch für die nächsten Monate wird das Investitionsklima für große Bauprojekte eher negativ eingeschätzt.

Der Konjunktureinbruch ist inzwischen auch auf dem Berliner Arbeitsmarkt zu spüren. So ist die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Seit dem Tiefstand im November 2008 erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen bis Juni 2009 um mehr als 21.000 Personen bzw. um rund 10%. Dennoch reagiert der Arbeitsmarkt zurzeit auffallend langsam auf den konjunkturellen Abschwung. Es ist zu beobachten, dass die Berliner Unternehmen bisher in einem außergewöhnlich hohen Maß an ihren Arbeitskräften festhalten. So wird z. B. umfangreich vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Die Zahl der Kurzarbeiterstellen stieg im ersten Vierteljahr 2009 in Berlin um 6.300 auf 10.700 Ende März. Im Umkehrschluss folgt daraus, dass dem Arbeitsmarkt ein massiver Rückschlag drohen könnte, falls die Konjunkturhoffnungen der Unternehmen enttäuscht werden. Kurzarbeit zur Entlastung des Arbeitsmarktes wurde in Berlin bisher weniger als im Bundesdurchschnitt genutzt. Der Anteil der Kurzarbeiter an allen Arbeitnehmern war in Berlin im ersten Vierteljahr 2009 mit 0,7% deutlich geringer als in Deutschland mit 2,7%. Allerdings kommen viele Entwicklungen erst mit Verzögerung in Berlin an.

Das steigende Arbeitsplatzrisiko wird die Konsumenten veranlassen, vorhandene Konsumwünsche bei größeren Anschaffungen aus Vorsichtsgründen zumindest aufzuschieben. Im Ergebnis würde dies den Einzelhandel in Berlin stärker als erwartet belasten. In den ersten vier Monaten 2009 setzte der Berliner Einzelhandel insgesamt 1,9% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum 2008. Stützend wirkten neben der Abwrackprämie für Pkw sowie weiteren finanziellen Anreizen aus dem Konjunkturpaket vor allem die moderaten Preise. So ist der Berliner Verbraucherpreisindex im Juni 2009 gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat sogar um 0,1% leicht zurückgegangen. Dies ist vor allem auf Preissenkungen bei Heizöl (–40,9%) und Kraftstoffen (–14,0%) zurückzuführen. Ohne Einrechnung der Mineralölprodukte wäre der Verbraucherpreisindex um 1,1% gestiegen.

Eine negative Entwicklung zeigte zum Jahresbeginn 2009 auch die Berliner Exportwirtschaft. Insgesamt sind die Berliner Ausfuhren im Zeitraum Januar bis April 2009 um 13,4% deutlich zurückgegangen. Vor einem Rückgang der Ausfuhren schützt derzeit auch nicht mehr die Nachfrage aus den neuen EU-Ländern. In den ersten vier Monaten 2009 betrug der Rückgang der Berliner Exporte in diese Länder bereits 19,2%. Damit deutet sich für die Berliner Exportwirtschaft auch in den neuen EU-Ländern ein insgesamt stark schrumpfendes Handelspotenzial an.

Alles in allem ist für 2009 vorerst davon auszugehen, dass die negativen Tendenzen anhalten und sich somit für 2009 ein deutlicher Rückgang des Berliner Bruttoinlandsprodukts von etwa 4,0% ergeben wird. Die Aussichten, dass die Berliner Wirtschaftsleistung nach Ende der Krise wieder steigt und in den Folgejahren den Bundesdurchschnitt übertrifft sind nach wie vor günstig. Bereits in den vergangenen Jahren hat sich Berlin immer mehr den bundesweiten Wachstumsraten angenähert.

Den vollständigen Konjunkturbericht sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie in unserem Download-Center unter der Adresse www.ibb.de



Herr Hartmut Mertens
Tel.: (030) 21 25-47 38

Investitionsbank Berlin (IBB)
Bundesallee 210
10719 Berlin
www.ibb.de

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