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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 09.07.2007
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Private Equity kämpft um Kredite

Die wachsende Nervosität auf den Kreditmärkten droht zu einer Bewährungsprobe für die Private-Equity-Branche zu werden. Deren Investoren verlangen höhere Risikoprämien und mehr Sicherheiten. Die Entwicklung gefährdet den Übernahme-Boom.

NEW YORK / LONDON. In den USA mussten jetzt Buy-out-Firmen Firmenanleihen zurückziehen, mit denen sie üblicherweise ihre teuren Übernahmen finanzieren. Auch in Europa und Asien haben Unternehmen Schwierigkeiten, sich am Bondmarkt zu bedienen. „Die größte Gefahr (für die Finanzwelt) wäre eine Krise auf den Kreditmärkten“, warnte Lloyd Blankfein, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, auf einer Konferenz zum Thema „Übernahmen und Fusionen“ (M&A).

Die Buy-out-Branche schwimmt zwar nach wie vor im Geld ihrer Investoren. Rund 300 Mrd. Dollar liegen in den Private-Equity-Fonds und warten darauf, investiert zu werden. Die Finanzinvestoren finanzieren ihre Firmenübernahmen jedoch nur zum geringen Teil mit dem Eigenkapital ihrer Anleger. Den größeren Teil besorgen sie sich mit Hilfe ihrer Banken an den Anleihemärkten. Bislang war das kein Problem. Zahlungsausfälle gab es kaum; die Risikoprämien für riskante Junk Bonds (Schrottanleihen) mit geringer Bonität sanken auf historische Tiefstände. Das Kreditangebot war so groß, dass die Schuldner den Gläubigern die Bedingungen diktieren konnten. Bondinvestoren und Banken mussten auf die üblichen Sicherheiten verzichten und sich mit so genannten Covenant-Lite-Krediten zufrieden geben. Einige Anleger stimmten sogar „Payment-in-kind“-Regelungen zu, die ihnen bei einem Zahlungsausfall nicht etwa Bargeld, sondern nur weitere Anleihen zusagen.

Der Fall des Nahrungsmittelkonzerns US-Foodservice ist dafür ein klassisches Beispiel. Die Firma wurde von den beiden Finanzinvestoren KKR und Clayton, Dublier & Rice für 7,2 Mrd. Dollar übernommen. Ein Bankenkonsortium, darunter auch die Deutsche Bank, finanzierte einen Teil der Übernahme mit einem Überbrückungskredit von 3,6 Mrd. Dollar. Dieses Paket sollte über den Anleihemarkt an Investoren weiterverkauft werden. Doch die Anleger sträuben sich. Sie verlangen höhere Risikoprämien und mehr Si-cherheiten. Die Platzierung wurde erst einmal abgeblasen. „Wir hatten nicht den Eindruck, dass die Investoren ausreichend für das Risiko kompensiert werden“, sagte Andrew Cestone vom Investmenthaus Evergreen dem „Wall Street Journal“. Jetzt sitzen die Banken auf dem riskanten Paket.

Experten rechnen damit, dass die Anleger auch bei künftigen Platzierungen von Firmenanleihen mehr Rechte und Geld einfordern werden. „Wir beobachten eine neue Bewertung der Risiken“, sagt Glenn Hutchins, Mitbegründer der Private-Equity-Firma Silver Lake. In den nächsten Monaten werden Finanzinvestoren und ihre Banken Bonds mit einem Volumen von etwa 250 Mrd. Dollar auf den Markt bringen. Darunter befindet sich auch der Autobauer Chrysler, den der Daimler-Konzern kürzlich an den Finanzinvestor Cerberus verkauft hat.

Warum die Anleger auf den Bondmärkten unruhig werden, zeigt auch das Beispiel des US-Mobilfunkers Alltel. Das Unternehmen wurde im Mai von einem Beteiligungskonsortium für 27,5 Mrd. Dollar übernommen. Davon sollen etwa 22 Mrd. Dollar über Schulden finanziert werden. Etwa 14 Mrd. Dollar haben die Banken bereitgestellt, weitere 7,7 Mrd. Dollar sollen durch hochverzinsliche und riskante Schrottanleihen hereingeholt werden. Nach Berechnungen der Kreditanalystin Ping Zhao von der Agentur Creditsights müsste Alltel fast seinen gesamten Cash-Flow einsetzen, um die Schuldenlast zu schultern. Das lässt dem Unternehmen keinen Spielraum, um eine Konjunkturflaute oder einen wirtschaftlichen Schock aufzufangen.

(Kommentar: Jede Fahnenstange hat auch mal ein Ende. Dachfonds, die in solche PE - Zielfonds investieren, müssen sich darauf einstellen können, dass es nicht nur nach oben geht.)



Herr
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