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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 15.07.2009
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Schaden- und Unfallversicherung 2009: Moderate Auswirkungen der Wirtschaftskrise - Beitragseinnahmen stagnieren

Die Schaden- und Unfallversicherer trotzen in diesem Jahr der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Der größte Teil des Geschäfts ist für das laufende Jahr längst geschrieben, sodass uns bislang auf der Einnahmenseite die Folgen der Wirtschaftskrise im Industrie- und Gewerbekundensegment noch nicht im vollen Umfang treffen werden“, sagte der Vorsitzende des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV), Robert Pohlhausen, am Mittwoch in Berlin. Die Schaden- und Unfallversicherer rechnen in diesem Jahr mit einem leichten Beitragsplus von 0,2 Prozent. Das geht aus einer vorläufigen Hochrechnung für 2009 hervor. Der Schadenaufwand wird um rund 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen. „Die Combined Ratio wird voraussichtlich um zwei Prozentpunkte auf 97 Prozent zulegen. Der versicherungstechnische Gewinn wird um rund 750 Millionen Euro auf voraussichtlich 1,7 Milliarden Euro zurückgehen.

Ursächlich für diese Entwicklung sind die Beitragseinnahmen in der Kraftfahrtversicherung, die rund 37 Prozent an den Gesamteinnahmen ausmachen, und auch in diesem Jahr weiter rückläufig sind – voraussichtlich um rund 1,5 Prozent nach einem Rückgang von 2 Prozent im Vorjahr. Die versicherungstechnischen Ergebnisse werden sich im laufenden Jahr voraussichtlich nochmals deutlich verschlechtern. In der Kraftfahrtversicherung wird 2009 ein Verlust von rund 500 Millionen Euro erwartet – nach einem Minus von 400 Millionen Euro im Vorjahr. Auch die übrigen Kompositsparten verzeichnen derzeit keine Wachstumsimpulse.

Die Kunden profitieren allerdings von vergleichsweise niedrigen Prämien – beispielsweise in der Autoversicherung. Die Beiträge liegen aktuell ungefähr auf dem Niveau zu Beginn der achtziger Jahre. Erste Anzeichen deuten jedoch darauf hin, dass den Verbrauchern möglicherweise eine Trendwende auf der Prämienseite bevorsteht: „Wir beobachten, dass Versicherer zunehmend damit beginnen, ihre Prämien im Neugeschäft wieder leicht anzuheben“, betonte Pohlhausen.

Im Zuge der aktuellen Finanzkrise sind die privaten Kreditversicherer zunehmend in den Fokus von Politik und Medien geraten. Wirtschaftsverbände beklagen, die Kreditversicherer zögen sich flächendeckend aus bestimmten Branchen zurück. Der GDV hat in Gesprächen mit der Bundesregierung deutlich gemacht, dass die Kreditversicherer der deutschen Wirtschaft nach wie vor mit hohen Kapazitäten in allen Branchen zur Verfügung stehen. Die Zahl der Verträge und das Volumen der gezeichneten Deckungssummen liegen immer noch über bzw. auf dem Niveau von Ende 2007, also vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Während die privaten Kreditversicherer Ende 2007 rund 38.800 Verträge gezeichnet hatten, haben sie aktuell rund 40.000 Verträge in ihrem Bestand.

Die Wirtschaftskrise hat in der Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung bereits im vergangenen Jahr zu einem starken Anstieg der Schadenbelastung geführt. Die Prognosen für das laufende Jahr sind noch düsterer: Während die Prämieneinnahmen in diesem Versicherungssegment insgesamt stagnieren, wird die Schadenseite durch eine zunehmende Zahl an Insolvenzen infolge der anhaltenden Wirtschaftskrise belastet.

Für 2009 erwarten die Kreditversicherer einen Anstieg der Schadenaufwendungen um rund 50 Prozent. Die Combined Ratio in Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung könnte somit von zuletzt 87 Prozent auf mehr als 120 Prozent ansteigen, was einem versicherungstechnischen Verlust von rund 300 Millionen Euro entspricht.

Auf Seiten der Kreditversicherer bestehe kein Bedarf für einen „Rettungsschirm“, wie ihn die Bundesregierung etwa für notleidende Kreditinstitute oder im Rahmen des Konjunkturpaketes II geschaffen hat, stellte Pohlhausen klar: „Im Hinblick auf die Solvabilität, die Liquidität und den Rückversicherungsschutz bestehen auf Seiten der Kreditversicherer keine Probleme. Es geht hier ausschließlich um mögliche Unterstützungsmaßnahmen für die versicherungsnehmende Wirtschaft und deren Kunden.“



Herr Dr. Matthias Müller
Tel.: 030 / 20 20 – 51 11
E-Mail: m.mueller@gdv.de

Gesamtverband der Deutschen
Versicherungswirtschaft e.V
Wilhelmstraße 43 / 43G
10117 Berlin
http://www.gdv.de

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