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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 24.11.2009
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Skepsis überwiegt

Obwohl Berlin bisher besser durch die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise gekommen ist als die anderen Bundesländer, gibt es wenig Hoffnung auf einen schnellen und selbsttragenden Aufschwung. So signalisiert die Schwäche bei den Auftragseingängen, dass sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch die Bauwirtschaft mit Rückgängen in den ersten neun Monaten 2009 von 14,9% und 22,5% in den nächsten Monaten keine starken Wachstumsimpulse liefern werden.

Hinzu kommt, dass die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten auch in Berlin deutlich gestiegen ist. Seit dem Tiefstand im November 2008 erhöhte sich die Zahl der Erwerbslosen bis Oktober 2009 um 13.658 Personen bzw. um 6,4%. Die Arbeitslosenquote stieg im entsprechenden Zeitraum von 12,8% auf 13,6%. Damit liegt Berlin im Bundesländervergleich auf dem letzten Platz, nach Sachsen-Anhalt (12,2%) und Mecklenburg-Vorpommern (11,8%). Dennoch reagiert der Arbeitsmarkt zurzeit auffallend langsam auf den konjunkturellen Abschwung. Es ist zu beobachten, dass die Berliner Unternehmen bisher in einem hohen Maß an ihren Arbeitskräften festhalten. So wird z. B. umfangreich vom Instrument der Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Im Umkehrschluss folgt daraus, dass dem Arbeitsmarkt noch ein weiterer Rückgang drohen könnte, falls die Konjunkturhoffnungen der Unternehmen enttäuscht werden. Die Zahl der Kurzarbeiterstellen stieg im ersten Halbjahr 2009 in Berlin auf 10.700.

Durch die Meldungen über die steigende Arbeitslosenzahl und die zunehmende Kurzarbeit wird vor allem die Konsumbereitschaft der Berliner Verbraucher beeinträchtigt. Vorhandene Konsumwünsche bei größeren Anschaffungen werden aus Vorsichtsgründen zumindest aufgeschoben. So macht vor dem Hintergrund neuer Konjunkturdaten auch der Blick auf den Einzelhandelssektor nur wenig Hoffnung. In den ersten acht Monaten 2009 setzte der Berliner Einzelhandel real 2,5% weniger um als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Ein baldiger Aufschwung ist im Berliner Einzelhandel noch nicht erkennbar.

Konjunkturimpulse werden dagegen vom starken Berliner Dienstleistungssektor erwartet. Er macht 81,4% der Berliner Wirtschaftsleistung aus und ist von der Krise vergleichsweise gering betroffen. So ist Berlin nach wie vor eine Attraktivität für Touristen und kann für die ersten acht Monate 2009 trotz Wirtschaftskrise sowohl bei der Besucherzahl (+4,5%) als auch bei den Übernachtungen (+5,3%) deutliche Wachstumsraten verzeichnen und somit an die sehr gute Entwicklung des Vorjahres anknüpfen. Insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe, der Einzelhandel, öffentliche und private Kultureinrichtungen, Dienstleistungen wie Sicherheits- und Ordnungsdienste, Gesundheitsdienste, Schreib- und Übersetzungsdienste, Bus- und Taxiunternehmen, Ausstellungs- und Messeeinrichter, Parkhäuser, Tankstellen, Telekommunikation sowie Kredit- und Versicherungsgewerbe profitieren vom Berlintourismus.

Alles in allem ist für 2009 davon auszugehen, dass sich ein deutlicher Rückgang des Berliner Bruttoinlandsprodukts ergeben wird. Dabei wird der Rückgang allerdings nicht so stark ausfallen wie für Deutschland insgesamt. Nach einem Plus von 1,6% in 2008 (Bundesdurchschnitt +1,3%) wird sich für 2009 ein Rückgang von etwa 3,0% ergeben. Für Deutschland insgesamt wird ein Rückgang der wirtschaftlichen Leistung von etwas mehr als 5% erwartet. Das Risiko einer Abwärtsspirale dürfte zwar gebannt sein, gleichwohl ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren negativen Überraschungen im schwer angeschlagenen Bankensektor kommen kann, was eine stabile Erholung schwierig macht. So wurden von den Berliner Amtsgerichten im Zeitraum Januar bis August 2009 bereits 1.012 Insolvenzverfahren gegen Unternehmen registriert, 3,9% mehr als im entsprechenden Zeitraum 2008. Die angemeldeten Forderungen verdoppelten sich nahezu und beliefen sich Ende August auf insgesamt 3,29 Mrd. EUR.

Die Aussichten, dass die Berliner Wirtschaftsleistung in den Folgejahren den Bundesdurchschnitt übertrifft sind nach wie vor günstig. Die Berliner Wirtschaft kann mittlerweile Sektoren vorweisen, die sich gut entwickelt haben. Relativ gut vorangekommen sind die unternehmensnahen Dienste und im Verarbeitenden Gewerbe die Nahrungsmittelindustrie, die Herstellung von Pharmazeutika sowie das Druckgewerbe. Dasselbe gilt für den Sektor Verkehr und Nachrichtenübermittlung. Außerordentlich stark bergauf ging es mit dem Städtetourismus. Bei einer weiterhin starken Entwicklung in den Kompetenzfeldern kann Berlin künftig durchaus besser als der Bundesdurchschnitt abschneiden.

Den vollständigen Konjunkturbericht sowie weitere volkswirtschaftliche Analysen und Berichte finden Sie in unserem Download-Center unter der Adresse www.ibb.de



Herr Hartmut Mertens
Tel.: (030) 21 25-47 38

Investitionsbank Berlin (IBB)
Bundesallee 210
10719 Berlin
www.ibb.de

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