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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 24.05.2011
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Talanx: Fitnessprogramm für den Kapitalmarkt

- Gebuchte Bruttoprämien: + 9 % auf 22,9 Mrd. € - Kapitalanlageergebnis: + 20 % auf 3,2 Mrd. € - Höhere Risikovorsorge und Einmaleffekte reduzieren Konzernergebnis - Finanzkraft gestärkt: Anstieg des Konzerneigenkapitals um 12 % auf 8 Mrd. €; Solvabilität bei 196,6 % - Erste Phase des Konzernumbaus erfolgreich abgeschlossen - Zukäufe im laufenden Jahr unterstreichen Wachstumsstrategie

Mit gestärkter Finanzkraft und neuer Unternehmensstruktur sieht sich der Talanx-Konzern besser aufgestellt für die Zukunft. "2010 war kein einfaches Jahr für uns, aber im Hinblick auf den strukturellen Fortschritt war es wegweisend", sagte Herbert K. Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. "Nicht nur die Neuausrichtung des Konzerns trägt erste Früchte, wie etwa beim Neugeschäft im Bereich Lebensversicherung, vor allem die Auslandsgesellschaften sorgen für ein kräftiges Beitragswachstum", freut sich Haas. Dass das operative Ergebnis 2010 dabei geringer ausfiel als im Vorjahr, liege an erhöhter Risikovorsorge und an Einmaleffekten.

Besonders positiv war 2010 die erneute Steigerung der Finanzkraft des Konzerns: So stieg das Konzerneigenkapital um 12 % auf 8 Mrd. € an und mit einer Solvabilitätsquote von 196,6 % waren die anrechenbaren Eigenmittel des Konzerns Ende 2010 fast doppelt so hoch wie gesetzlich gefordert. Zudem gelang der Talanx mit der Emission eines Solvency-II-fähigen Papiers mit Wandelpflicht eine Finanzmarktinnovation - gezeichnet wurde die Anleihe in Höhe von 300 Mio. € von dem japanischen Lebensversicherer Meiji Yasuda.

"Unsere solide Finanzausstattung lässt uns nicht nur gelassen auf die Herausforderungen der Branche schauen, sie erlaubt uns darüber hinaus, auch in den kommenden Jahren in erfolgversprechenden Märkten zu akquirieren. Dabei erhöht die Partnerschaft mit Meiji Yasuda unsere Chancen für anorganisches Wachstum", erläutert Haas die strategischen Ziele des Unternehmens.

Der erste Schritt der 2010 eingeleiteten Umstrukturierung des Konzerns im Bereich Erstversicherung wurde erfolgreich abgeschlossen. Nachdem die Struktur nun auf Kundengruppen ausgerichtet ist und zentrale Dienstleistungen zusammengefasst wurden, arbeitet die Gruppe 2011 am Umbau des Geschäftsbereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland und des IT-Bereichs.

Talanx-Konzern 2010

Die gebuchte Bruttoprämie inklusive der Sparbeiträge aus der fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherung stieg um 9 % auf 22,9 (im Vorjahr 20,9) Mrd. €. Es handelt sich überwiegend um organisches Wachstum aus der Rückversicherung sowie der Privat- und Firmenversicherung International. Wechselkursänderungen tragen 3 Prozentpunkte zur Prämiensteigerung bei.

Nach außerordentlich geringen Schadenbelastungen im Vorjahr war 2010 das versicherungstechnische Ergebnis rückläufig. Die Schaden-/ Kostenquote im Konzern stieg um 4,2 Prozentpunkte auf 100,9 (96,7) %, insbesondere bedingt durch die gestiegene Schaden-/ Kostenquote in den Bereichen Industrie sowie Privat- und Firmenversicherung Deutschland. Das versicherungstechnische Ergebnis des Konzerns verringerte sich auf -2,0 (-1,0) Mrd. €, auch aufgrund der Beteiligung der Versicherungsnehmer in der Lebensversicherung an den deutlich gestiegenen Kapitalerträgen.

Das Kapitalanlageergebnis erhöhte sich um 20 % auf 3,2 (2,7) Mrd. €, insbesondere resultierend aus Verbesserungen in der Privat- und Firmenversicherung Deutschland sowie in der Schaden-Rückversicherung.

Das EBIT verminderte sich um 31 % auf 1,0 (1,5) Mrd. €. Der größte Effekt dabei resultiert aus der Verschmelzung der Aspecta Lebensversicherung AG auf die HDI-Gerling Lebensversicherung AG: In diesem Zusammenhang wurden Rückversicherungsverträge vorzeitig abgelöst und zukünftige Ertragsströme aus dem ehemaligen Aspecta-Portefeuille deutlich vorsichtiger als in der Vergangenheit kalkuliert. Im ausländischen Privatkundengeschäft wurden bei einzelnen Gesellschaften das Konfidenzniveau der Schadenreserven dem Reservierungsstandard des Talanx-Konzerns angepasst und Gesellschaften, die den Erwartungen an ihre Ergebnisbeiträge nicht gerecht werden konnten, abgewickelt: Auch diese beiden Maßnahmen führten zu Einmalaufwand. Weiterer Aufwand entstand anlässlich der Umstrukturierung der Zentralfunktionen des Konzerns und der damit verbundenen IT-Kosten.

Das Konzernergebnis lag mit 220 (485) Mio. € unter Vorjahr, was einer Eigenkapitalrendite von 4,6 (11,8) % auf das im Vergleich zum Vorjahr deutlich höhere Konzerneigenkapital entspricht.

Die operative Entwicklung des Talanx-Konzerns beweist jedoch, dass das Ergebnis 2010 keine Folge strukturbedingter Schwächen ist, sondern die Folge gezielter Maßnahmen, um Talanx für die Zukunft noch besser aufzustellen und ihre Kapitalmarktfähigkeit weiter zu verbessern. Denn eliminiert man die Einmalaufwände, einschließlich eines gegenläufigen Steuerertrages, läge der Konzern im Ergebnis 2010 auf der Höhe des Vorjahres, und das war ein Rekordwert.

Jahresabschluss 2010 der Geschäftsbereiche

Die ersten Schritte der Umstrukturierung des Talanx-Konzerns sind geschafft: der Erstversicherungsbereich ist nun neu nach Kundengruppen ausgerichtet, zentrale interne Dienstleistungen wurden zusammengefasst. Für das Geschäftsjahr 2010 berichtet der Talanx-Konzern erstmals nach dieser neuen Konzernstruktur, die Vorjahreszahlen wurden angepasst.

Der Geschäftsbereich Industrieversicherung meldet für 2010 konstante Bruttoprämien von 3,1 Mrd. €, wobei die Entwicklung in verschiedenen Teilmärkten konträr verlief: Im Haftpflichtgeschäft etwa trugen schadenbedingte Prämienerhöhungen deutlich zum Wachstum bei. Sparten wie Transport hatten durch Nachverrechnung umsatzabhängiger Policen hingegen noch unter den Auswirkungen der Wirtschaftskrise des vergangenen Jahres zu leiden.

Auch die verdiente Nettoprämie lag mit 1,4 (1,4) Mrd. € auf Vorjahresniveau. Das versicherungstechnische Ergebnis wurde durch höhere Schadenaufwendungen und Nachreservierungen belastet, weshalb der Bereich in der Versicherungstechnik einen Verlust von 58 Mio. € auszuweisen hatte - nach einem Gewinn in Höhe von 134 Mio. € in 2009, das konjunkturbedingt eine außerordentlich günstige Schadenentwicklung verzeichnete.

Das Kapitalanlageergebnis verminderte sich nur leicht und lag mit 231 (241) Mio. € knapp auf Vorjahresniveau. Nach der sehr günstigen Schadensituation im Vorjahr stieg die kombinierte Schaden-/ Kostenquote auf 104,1 (90,5) %. Dadurch reduzierte sich das EBIT auf 185 (334) Mio. €.

Die gebuchten Bruttoprämien im Bereich Privat- und Firmenversicherung Deutschland erhöhten sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3 % auf 6,8 (6,6) Mrd. €. Das versicherungstechnische Ergebnis verschlechterte sich hingegen deutlich um 73 % auf -1,6 (-0,9) Mrd. €. Ein Grund neben der erhöhten Beteiligung der Versicherungsnehmer an dem gestiegenen Kapitalanlageergebnis war die Verschmelzung der Aspecta auf die HDI-Gerling Lebensversicherung AG. Insbesondere abgelöste Rückversicherungsverträge und die Neukalkulation der zukünftigen Gewinnströme aus dem ehemaligen Aspecta-Portefeuille führten zu einer bilanziellen Belastung.

Das Kapitalanlageergebnis stieg deutlich um 31,0 % auf 1,6 (1,2) Mrd. €, in der Hauptsache resultierend aus Veräußerungsgewinnen, während im Vorjahr noch Abschreibungen infolge der Finanzkrise zu verkraften waren. Das EBIT verringerte sich auf -44 (209) Mio. €, da das gestiegene Kapitalanlageergebnis den Rückgang des versicherungstechnischen Ergebnisses nicht kompensieren konnte.

Erfolge kann der Geschäftsbereich beim Neugeschäft in der Lebensversicherung vorweisen: Für das Gesamtjahr konnte gemessen am Annual Premium Equivalent (APE), das sich aus den laufenden Prämien zuzüglich 10 % der Einmalprämien zusammensetzt, eine Steigerungsrate von 11 % auf 515 (462) Mio. € erzielt werden.

Besondere Bedeutung gewinnt das Neugeschäftswachstum in diesem Segment vor dem Hintergrund, dass der Talanx-Konzern keine Kapitalisierungsprodukte anbietet. Solche bankähnlichen Produkte bildeten den Schwerpunkt des Marktwachstums.

Mit einem Wachstum der gebuchten Bruttoprämien um 22 % auf 2,2 (1,8) Mrd. € konnte der Geschäftsbereich Privat- und Firmen­versicherung International erneut deutlich zulegen. Auch währungs­kursbereinigt ergibt sich noch ein Wachstum von 13 %. Den größten Anteil daran hat die brasilianische Gesellschaft HDI Seguros S.A., die umgerechnet in Euro sogar um 45 % zulegt (21 % in Lokalwährung).

Die verdienten Nettoprämien nahmen um 24 % auf 1,7 (1,4) Mrd. € zu. Das Kapitalanlageergebnis konnte um 24 % auf 150 (121) Mio. € gesteigert werden. Die kombinierte Schaden-/Kostenquote erhöhte sich auf 105,2 (102,5) %. Das operative Ergebnis lag bei 26 (-42) Mio. €.

Die gebuchte Bruttoprämie im Bereich Schaden-Rückversicherung erhöhte sich um 10 % auf 6,3 (5,8) Mrd. €. Währungskursbereinigt ergab sich ein Anstieg um 7 %. Die verdiente Nettoprämie stieg um 3 % auf 5,4 (5,2) Mrd. €. Das Kapitalanlageergebnis konnte um 28 % auf 779 (610) Mio. € zulegen. Angesichts der gestiegenen Großschadenbelastung erhöhte sich die kombinierte Schaden-/ Kostenquote auf 98,3 (96,7) %. Das versicherungstechnische Ergebnis verringerte sich aus diesem Grund um 58 Mio. € auf 78 Mio. €. Das EBIT erhöhte sich um 20 % auf 909 (760) Mio. €.

Die gebuchten Bruttoprämien in der Personen-Rückversicherung stiegen um 12 % auf 5,1 (4,5) Mrd. €; bereinigt um Währungskurs­effekte betrug der Anstieg 7 %. Die verdiente Nettoprämie lag bei 4,7 (4,1) Mrd. €, das Kapitalanlageergebnis ging leicht auf 508 (525) Mio. € zurück. Das operative Ergebnis sank auf 276 (371) Mio. € infolge einmaliger Erträge aus dem Erwerb eines US-Lebensrück­versicherungsportefeuilles im Vorjahr.

Weichen für die Zukunft gestellt - Weiteres Wachstum und Konzentration auf die Stärken

2010 wurden Weichen für die Zukunft des Talanx-Konzerns gestellt. Ein wichtiges Etappenziel war die Neuausrichtung der Konzernstruktur im Erstversicherungsbereich. Weitere Maßnahmen folgen in diesem und im nächsten Jahr. Hier ist vor allem die Umstrukturierung des Bereichs Privat- und Firmenversicherung Deutschland zu nennen, der seine Verwaltungskosten um rund 245 Mio. € reduzieren muss.

Im Vertrieb begann das neue Management des Geschäftsbereichs 2011 damit, die Strukturen einfacher und effizienter zu machen: Bereits im Herbst 2010 wurden die Aktivitäten der Vertriebsgesellschaften Deutsche Privat Vorsorge, Partner Office und Clarus zusammengeführt und mit Blick auf die weitere vertriebliche Optimierung 2011 an Aragon verkauft. Talanx Deutschland bleibt mit einem Minderheitsanteil beteiligt und arbeitet mit Aragon im Rahmen einer Kooperation zusammen.

Mit dem Verkauf des Rechtsschutz-Privatkundenportfolios an die ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG, einem Beitragsvolumen von rund 59 Mio. €, konzentriert sich die Talanx-Gruppe im deutschen Privatkundengeschäft dagegen künftig stärker auf ihre Kern­kompetenzen. Rechtsschutzversicherungen für Privatkunden bietet die Gruppe zukünftig nur noch gemeinsam mit Roland an. Eine Fortführung des Rechtsschutz-Privatkundengeschäfts hätte unter Profitabilitäts­gesichtspunkten hohe Investitionen nach sich gezogen und erschien aus diesem Grund als nicht mehr rentabel. In der Industrieversicherung dagegen zählt Rechtsschutz nach wie vor zum Kerngeschäft.

Notwendig sind außerdem Investitionen in die IT des Erstversicherungsbereichs. Mit Gründung der Talanx Systeme AG, die ihre operative Tätigkeit Mitte des Jahres aufnimmt, verfolgt Talanx das Ziel, die IT-Funktionen hinsichtlich Kosten, Qualität und Geschwindigkeit zu optimieren und so die Effizienz in der Erstversicherung zu steigern.

Bereits in den ersten Monaten des Jahres konnte die Gruppe mit weiteren Zukäufen Erfolge bei der Umsetzung ihrer Wachstumsstrategie melden. In Holland übernahm HDI-Gerling Industrie den Sachversicherer Nassau Verzekering, ein etablierter Nischenversicherer, der sich auf Spezialsparten wie Berufshaftpflicht, D&O und Krisenmanagement konzentriert hat. 2010 erwirtschaftete die Gesellschaft ein Prämienvolumen von 107 Mio. €.

Im strategischen Zielmarkt Lateinamerika übernahm die Talanx International AG zum 1. April die beiden Versicherungsgesellschaften L\'Union de Paris Cía. Argentina und L\'Union de Paris Cía. Uruguaya. Die bislang in Privatbesitz befindlichen Gesellschaften verzeichneten 2010 Prämieneinnahmen von umgerechnet rund 44 Mio. €.

Steigerung der gebuchten Bruttoprämien erwartet

Insgesamt erwartet der Konzern im laufenden Jahr eine Steigerung der gebuchten Bruttoprämien um ca. 3 % auf über 23 Mrd. €. Haas: "Wachstumsfelder sind insbesondere die Industrieversicherung, das internationale Privatkundengeschäft und die Rückversicherung." Mit Blick auf die Schadenbelastung dürfte 2011 allerdings zu einem weiteren schwierigen Jahr werden: Die exorbitant gestiegene Netto-Großschadenbelastung des ersten Quartals 2011 ist mit 675 (297) Mio. € mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr und wird Spuren im Ergebnis hinterlassen.



Herr Dr. Thomas von Mallinckrodt
Tel.: +49 (0)511 3747-2020

Herr Dr. Christoph Groffy
Tel.: +49 (0)511 3747-2749

Frau Julia Thiem
Tel.: +49 (0)511 3747-2298

Talanx AG
Riethorst 2
30659 Hannover
www.talanx.com

Über Talanx:

Der Talanx-Konzern ist mit Prämieneinnahmen von rund 23 Mrd. € für 2010 drittgrößte deutsche und elftgrößte europäische Versicherungsgruppe. Talanx arbeitet als Mehrmarkenanbieter; dazu zählen HDI, HDI-Gerling, Hannover Rück als einer der weltweit führenden Rückversicherer, Targo Versicherungen, PB Versicherungen, Neue Leben und der Finanzdienstleister AmpegaGerling. Der Konzern mit Sitz in Hannover ist in 150 Ländern aktiv. Die Ratingagentur Standard & Poor's bewertet die Finanzkraft der Talanx mit A+/stable (very good).

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