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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 22.09.2008
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Teilhabe am Erwerbsleben zentrale Herausforderung für älter werdende Gesellschaft 4. Internationales Forum Disability Management in Berlin

Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen Chancen auf Arbeit zu geben, wird zu einer zentralen Herausforderung. Mit dieser Botschaft startete im Beisein des Bundesministers für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz und des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Klaus Hinne, das 4. Internationale Forum zum Disability Management in Berlin. Vom 22. bis 24. September diskutieren Fachleute aus allen Teilen der Welt über Strategien, um Hindernisse für die Beschäftigung von kranken und behinderten Menschen zu überwinden und die Prävention am Arbeitsplatz zu verbessern. Gastgeber des Forums sind das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV).

"Disabiltiy Management ist Programm und als Dienstleistung ein Instrument zur Erhaltung der Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern in einer älter werdenden Gesellschaft", erklärte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales und Tagungspräsident des Forums, Franz Thönnes. "Der demographische Wandel und die Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern mehr Anstrengungen für gute und gesunde Arbeit. Wer dennoch krank wird, dem soll kompetent und schnell geholfen werden, wieder in das Arbeitsleben zurückkehren zu können." Deshalb habe der Gesetzgeber schon 2004 das betriebliche Eingliederungsmanagement eingeführt. Es ermöglicht allen Beschäftigten, die im Jahr länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind, professionelle Hilfen vom Unternehmen in Anspruch zu nehmen, ja einzufordern.

DGUV-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer - zweiter Tagungspräsident des Forums - machte auf die guten Erfahrungen der Berufsgenossenschaften und Un-fallkassen bei der Wiedereingliederung von Versicherten nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten aufmerksam. Hier gelang es im vergangenen Jahr - auch dank der guten Arbeitsmarktlage - in gut 90 Prozent der Fälle, in denen der Arbeitsplatz durch Unfall oder Krankheit in Gefahr war, den Arbeitsplatz zu erhalten oder Versicherte wieder in Arbeit zu bringen. "Diese Erfahrungen zeigen, welches Potenzial das frühzeitige und professionelle Management von Erkrankungen bietet."

Dass noch viel zu tun ist, zeigen aktuelle Daten der Rentenversicherung: Danach wurden im vergangenen Jahr rund 160.000 Menschen frühverrentet. Aktuelle Daten der Betriebskrankenkassen legen nahe, dass allein die Kosten für arbeitsbedingte Frühberentung etwa zehn Milliarden Euro im Jahr betragen.

Auch bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen gibt es Nachholbedarf. So gab es kapp 170.000 schwerbehinderte Arbeitslose im August 2008. Damit profitierte auch diese Gruppe von der gesunkenen Arbeitslosigkeit (gegenüber August 2007 lag der Wert um 8,8 Prozent niedriger), jedoch nicht so sehr wie der Durchschnitt der Arbeitslosen (minus 13,8 Prozent für denselben Zeitraum).

Die Frage, wie die betriebliche Eingliederung verbessert werden kann, ist ebenso Gegenstand des Forums wie die Erkenntnis, dass Eingliederungsmanagement zwar in Großunternehmen inzwischen gängige Praxis ist, kleine und mittelgroße Unternehmen aber zurückhaltend sind. Im Mittelstand fehlen oft Know-how und personelle Ressourcen. Deshalb verstärken Staat, Sozialversicherungsträger und Sozialpartner in Deutschland hier ihr Engagement, schaffen Voraussetzungen für mehr Beratung und passgenaue Angebote - vom Gesprächsleitfäden bis zu Musterbetriebsvereinbarungen. Mit der Initiative "Neue Qualität der Arbeit" (INQA) ist in Deutschland darüber hinaus eine Partnerschaft etabliert, die gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen mit den wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen verbindet. Auch das Programm zur Humanisierung der Arbeit soll helfen, auf diesem Feld weiterzukommen und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz fortlaufend zu verbessern.



Herr Stefan Boltz
Tel.: 030 288763-768
Fax: 030 288763-771
E-Mail: presse@dguv.de

Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
(DGUV)
Mittelstraße 51
10117 Berlin
http://www.dguv.de/

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