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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 25.02.2008
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Unfallfolgen: Nebenwirkungen unserer Mobilität?

Spitzenvertreter der Verkehrssicherheitsarbeit sprechen sich für „Vision Zero“ aus

Berlin/Bonn, Februar 2008 – Unfallopfer und Unfallfolgen standen im Fokus des Parlamentarischen Neujahrsempfangs des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW) am 21. Februar in Berlin. „Bei 30 Milliarden Euro Kosten für Unfallfolgen pro Jahr müssen wir uns über den Preis für die Mobilität unterhalten“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Ulrich Kasparick vor den rund 90 Gästen aus Politik, Verbänden, Wirtschaft und Medien in den Räumen der Landesvertretung Rheinland-Pfalz. „Jeder Tote und Schwerverletzte ist einer zu viel. Null Tote muss unser Leitbild sein“, ergänzte der Staatssekretär.

Auch DVR-Präsident Professor Manfred Bandmann und DVW-Präsident Kurt Bodewig sprachen sich für „Vision Zero“ als Leitbild aus. Bandmann berichtete, dass der Vorstand des DVR im Oktober 2007 beschlossen habe, die Grundsätze der Sicherheitsphilosophie „Vision Zero“ seiner koordinierten Verkehrssicherheitsarbeit zugrunde zu legen.  

Darüber hinaus machte Bandmann deutlich, dass „die Folgen unserer Mobilität oft etwas stiefmütterlich behandelt werden“. Dabei sei es eine wichtige Aufgabe, Opfern und deren Angehörigen nach einem Unfall adäquate Hilfe anzubieten.  

Zur Frage, in welchem Zusammenhang Unfallopfer und Mobilität stehen, sagte DVW-Präsident und Bundesminister a.D. Kurt Bodewig, MdB: „Mobilität ist ein menschliches Grundbedürfnis, das gerade auch die individuelle Freizeitgestaltung deutlich bestimmt. Daher ist es mir besonders wichtig, dass die Spitzenverbände der Verkehrssicherheitsarbeit gemeinsam und präventiv darauf hinarbeiten, die individuelle Mobilität sicherer zu machen und die Zahl der Unfallopfer zu reduzieren.“  

Das menschliche Leid, aber auch die volkswirtschaftlichen Kosten von Verkehrsunfällen standen im Vordergrund des Vortrages von Professor Dr. Axel Ekkernkamp, Professor in Greifswald und Ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb). „Rund 1,3 Millionen Unfalltote und etwa 50 Millionen Unfallverletzte sind weltweit jedes Jahr zu beklagen“, sagte Ekkernkamp. Diese dramatischen Zahlen seien auch unter volkswirtschaftlichem Blickwinkel bemerkenswert.

Der Unfallchirurg und amtierende Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e. V. machte deutlich, dass das Unfallereignis kein schicksalhaftes Phänomen sei, sondern auf kausalen Zusammenhängen beruhe, die es zu erkennen gelte. „Wenn man klare Erkenntnisse über die Ursachen von Unfällen hat, dann kann man sehr konkret in die Prävention einsteigen.“ Die wissenschaftliche Erforschung von Unfallursachen, die am ukb in Berlin und in der Abteilung für Unfallchirurgie des Klinikums der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald mit großem Erfolg betrieben werde, habe fundierte Ergebnisse hervorgebracht, betonte Ekkernkamp.  

Über Rettungsdienste im Einsatz referierte Professor Dr. Peter Sefrin, stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Notärzte Deutschlands und Vorsitzender des DVR-Fachausschusses Verkehrsmedizin, Erste Hilfe und Rettungswesen. Über die 1.100 Notarztstützpunkte und 80 Luftrettungszentren in Deutschland rückten die Notärzte zu rund zwei Millionen Einsätzen pro Jahr aus.

Ein Problem sieht der Notfallmediziner in den momentanen Kosteneinsparungen, die der adäquaten Versorgung auf dem möglichen notfallmedizinischen Niveau entgegenstehen. „Der Rettungsdienst kann nicht allein durch die Kostenbrille betrachtet werden.“  

Zudem weise der „Unfallverhütungsbericht Straßenverkehr“, der 2007 veröffentlicht wurde, auf deutliche Verschlechterungen der Notfallversorgung hin. „Die Ergebnisse der Leistungsanalyse sind alarmierend. Die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes hat sich in den Jahren 2004 und 2005 im Vergleich zu 2000/2001 um 2,2 Minuten auf 10,9 Minuten verlängert“, erläuterte Sefrin. Dadurch komme es zu einer Verschlechterung der Wiederherstellungschancen, nachdem diese wissenschaftlich nachweisbar zeitabhängig seien. Dies sei medizinisch nicht vertretbar.



Herr Sven Rademacher
Tel.: +49.(0)228.4 00 01-72
E-Mail: srademacher@dvr.de

Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.
Beueler Bahnhofsplatz 16
53222 Bonn
http://www.neues-fahren.de/neues-fahren/default.htm

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