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19.02.2019 - dvb-aktuell

Irrsinniger Aufwand durch DSGVO - Vermittler wandten 1,5 Millionen Stunden auf

Versicherungsmakler und unabhängige Finanzanlagenvermittler sind durch die Regulierungsmaßnahmen wie die IDD-Umsetzung und die DSGVO 2018 stark beansprucht worden. Das zeigt die Auswertung des AfW-Vermittlerbarometers, der großen, jährlichen Branchenumfrage an dem sich erneut über 1.300 Versicherungsmakler und Finanzanlagenvermittler beteiligt haben. Ein erfragter Themenkomplex, der Ende 2018 durchgeführten Umfrage, betraf die Umsetzung der DSGVO in den Vermittlerunternehmen.

Seit dem 25. Mai 2018 ist die Datenschutz Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Auf die Frage „Ist Ihr Unternehmen DSGVO-konform aufgestellt?“ antworteten 64% der Vermittler mit „Ja“, 4% mit „Nein“ während sich 28% immer noch unsicher sind, ob sie die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Ergänzend wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer befragt, wie viele Stunden sie für die DSGVO-Umsetzung benötigt haben. Der durchschnittliche Zeitaufwand pro registriertem Makler oder Finanzanlagenvermittler wurde mit 34 Stunden angegeben.

„34 Stunden durchschnittlicher Zeitaufwand pro Makler bedeutet, dass allein alle registrierten Makler die unglaubliche Zahl von 1.587.732 Stunden für die Umsetzung der DSGVO aufgewandt haben“, so Rechtsanwalt Norman Wirth, Geschäftsführender Vorstand des AfW und selbst ausgebildeter Datenschutzbeauftragter. „Gesamtwirtschaftlich erscheint der Aufwand Dimensionen zu haben, der durch die Politik doch sehr zu hinterfragen und auszuwerten sein sollte. Riesiger Aufwand, immer noch große Unsicherheit und geringe Akzeptanz in der Bevölkerung – das sollte zu denken geben.“

Quelle: Bundesverband Finanzdienstleistung AfW e.V.

Kommentare

Siegfried Griese - am 19.02.2019

Guten Tag,
wir als Agentur müssen nun die Unlänglichkeiten aus der Vergangenheit und die Fehler der großen Unternehmen wie Amazon etc. ausbaden. Gesetzliche Regeln sind sinnvoll, wenn sie auch das Ziel aller Marktteilnehmer erreicht und nicht wieder Ausnahmen greifen.
So kann ich von Abweichungen bei Immobilienmaklern berichten, die hier eine Lücke weiterhin nutzen. Datenschutz ist in meinen Augen nicht durch Verordnungen zu regeln, sondern der Bürger muss dies in Eigenverantwortung selbst regeln. Gute Zeit weiterhin in diesem so unruhigen Markt. mit freundlichen Grüßen S. Griese

Peter Föll - am 19.02.2019

34 Stunden könnten eventuell ausreichen, um das Thema ansatzweise zu verstehen und grob abzuleiten, was ggf. zu tun wäre.

Ich bin so kühn zu behaupten, dass es keinen Vermittler gibt, der sich 34 Stunden damit beschäftigt hat und die Anforderungen der DSGVO nur ansatzweise erfüllt.

Die bayerische Datenschutzbehörde hat gerade angefangen Unternehmen zu testen. Die Durchfallquote liegt bei 100%, nun wird begonnen zu sanktionieren.

Andreas Wiedenhaupt - am 19.02.2019

Was bringt die DSGVO außer viel Arbeit und Verunsicherung den betroffenen Betrieben, Freiberuflern und Vereinen? Einnahmen für Abmahnanwälte, sanktionierende Behörden und externe "Datenschutzbeauftragte".
Egal, was man im Netz sucht, man muss zu irgendetwas eine Zustimmung erteilen. Liest man das, was bestätigt werden soll, geht dafür sehr viel Zeit drauf. Verweigert man die Zustimmung, erfolgt oft kein Zugriff auf die be- oder gesuchte Seite. Man wird also von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Oder man stelle sich vor, man liest im Wartezimmer des Zahnarztes eine von einem Juristen aufgesetzte DSGVO-Erklärung, bei der man mit einer Passage nicht einverstanden ist. Was nun? Zur Theke gehen und auf die Verweigerung hinweisen? Wahrscheinlich bekommt man dann die Zange in die Hand gedrückt mit der Aufforderung, sich den Zahn selbst zu ziehen. Also wird unterschrieben. Und wenn dann mit den Daten Schindluder betrieben wird, Pech gehabt, es wurde die Zustimmung dafür erteilt. Das ist alles so lächerlich.

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