25.10.2016 - dvb-aktuell

Indexpolicen lohnen sich nicht

Lebensversicherungen bringen in der Niedrigzinsphase kaum noch eine lukrative Rendite für Kunden und auch Versicherer. Letztere steuern mit neuen Produkten, wie Indexpolicen dagegen, die eine höhere Rendite bringen sollen. Ein Test zeigt jedoch, dass sich die neuen Produkte für den Verbraucher nicht lohnen.

Lebensversicherungen bringen in der Niedrigzinsphase kaum noch eine lukrative Rendite für Kunden und auch Versicherer. Letztere steuern mit neuen Produkten, wie Indexpolicen dagegen, die eine höhere Rendite bringen sollen. Ein Test zeigt jedoch, dass sich die neuen Produkte für den Verbraucher nicht lohnen.

Mit mittleren Renditen von vier bis zehn Prozent versuchen die Versicherer die Indexpolicen anzupreisen. Finanztip stellt jedoch in einem Test heraus, dass mehr als vier Prozent mit den aktuellen Indexpolicen nur schwer zu erreichen sind. Wahrscheinlicher sind hingegen Renditen nach allen Kosten von 0,5 bis 2,5 Prozent, so Annika Krempel, Expertin für Versicherungen bei Finanztip. Denn auch bei Indexpolicen fallen – wie auch bei Lebensversicherungen – hohe Verwaltungs- und Abschlusskosten an.

Hinzu komme, dass Indexpolicen alles andere als transparent sind. So kommt die Expertin Krempel zu dem Schluss, dass Verbraucher nicht wirklich nachvollziehen können, was man bei einer Indexpolice eigentlich kauft. Diese Produktart ist sehr komplex. Erst ist die Indexpolice nicht weit entfernt von der Funktionsweise einer klassischen Lebensversicherungen. Der Versicherer legt das Geld risikoarm an und es werden Überschüsse, bestehend aus der Rendite und möglichen Kostenüberschüssen, generiert. Diese Überschüsse landen dann über Optionen am Aktienmarkt. Bei manchen dieser Optionen sind die Gewinnmöglichkeiten durch einen Deckel, sogenanntes Cap, nach oben hin begrenzt. Andere Optionen schütten einen festen Prozentsatz – eine Quote – aus. So sind in starken Börsenjahren die Optionen mit der Quote vorne – in mäßigen Börsenjahren hingegen der Cap.

Finanztip empfiehlt deshalb Riester-Produkte oder ETF-Sparpläne, denn die Indexpolicen bringen nicht mehr als klassische Rentenversicherungen. Versicherer versuchen nun in der Niedrigzinszeit nicht mehr Produkte mit einem garantierten Zins zu verkaufen, sondern nur noch eine Beitragsgarantie. Das kann zwar bei Indexpolicen, wo die Überschüsse risikoreicher angelegt werden, in starken Börsenjahren auch von Vorteil sein, da mehr beim Kunden ankommt. Läuft es hingegen an der Börse schlecht, bleibt dem Kunden nur die Beitragsgarantie. Laut der Untersuchung sollen Kunden jedoch nicht mit einer höheren Rendite als bei klassischen Produkten rechnen.

Quelle: Finanztip Verbraucherinformation gemeinnützige GmbH

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