11.05.2012 - dvb-aktuell

Rating: Nervenkrankheiten sind wichtigste BU-Ursache

Der Bedingungswettbewerb im BU-Geschäft ist längst ausgereizt. Ein neues Rating zeigt auch Krankheitsursachen, Annahmequoten und Streitaussichten vor Gericht.

Das Rating „Berufsunfähigkeit“ 2012 des unabhängigen Analysehauses Morgen & Morgen (Hofheim) setzt auf die Kompetenz der BU-Versicherer. Neben dem Leistungs- und Bedingungswettbewerb findet inzwischen ein noch härterer Wettbewerb um die „guten“ Risiken, also risikoarme Berufe, statt. Die meisten Berufe wurden im Schnitt günstiger, hauptsächlich die schlechten Risiken aber durchschnittlich teurer (siehe dvb-Pressemeldung).

Im Teil-Rating „BU-Kompetenz“ schafften  19 Anbieter ausgezeichnete Leistungen mit bestimmten Tarifen, drei mehr als 2011: AachenMünchener, Allianz, Alte Leipziger, Axa, Continentale, Cosmos, DBV, Deutsche Ärzteversicherung, Deutscher Ring, Generali, Gothaer, HDI-Gerling, R + V, SV Leben, Swiss Life, Swiss Life MetallRente.BU, Volkswohl Bund, Württembergische und Zurich Deutscher Herold.

Da sich diese Datenflut kaum mehr in Tabellenübersichten der Medien darstellen lässt, sei auf die Online-Darstellung bei Morgen & Morgen verwiesen, die die Gesellschaften alphabetisch und mit jedem einzelnen Tarif auflistet.

Schlechte Risiken kommen oftmals erst gar nicht durch die Antragsprüfung. Die Auswertung des Ratings 2012 ergab, dass Vorerkrankungen bei den tatsächlich eingereichten Anträgen auf Versicherungsschutz oft überschätzt werden. Fast 74 Prozent werden nämlich ohne Zuschlag oder Leistungsausschluss angenommen. Bei 11,5 Prozent der Anträge gibt es Ausschlüsse, bei 2,75 Prozent Beitragszuschläge und bei weiteren 1,5 Prozent beides. Komplett abgelehnt wurden nur 4,8 Prozent der Anträge.

Nerven- und psychischen Erkrankungen sind erstmals in der privaten BU-Versicherung die häufigste BU-Ursache mit auf 26,3 Prozent der Fälle. Skelett-Erkrankungen folgen mit 24,7 Prozent vor Krebsleiden (15,7 Prozent). Häufigster Grund für die Ablehnung von BU-Leistungen ist noch immer die fehlende Reaktion des Kunden auf Rückfragen des Versicherers, gefolgt von dem nicht erreichten BU-Grad von mindestens 50 Prozent und Betrugsfällen – siehe Grafik.

Der Streit mit dem BU-Versicherer um Leistungen vor Gericht lohnt nur bedingt. Laut Morgen & Morgen gewinnen die Versicherer in 31 Prozent der Fälle, die Kunden dagegen nur in 9,2 Prozent der Prozesse. Mit 54, 1 Prozent kommt es ganz überwiegend zu einem Vergleich. Die restlichen knapp 6 Prozent der Kunden ziehen ihre Klage während des Prozesses zurück. 

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Die Versicherer verweisen in weniger als zwei Prozent der Fälle auf andere Tätigkeiten.

Kommentare

Steffen Benecke - am 11.05.2012

Möchte sich nicht mal jemand die Mühe machen und die Vordrucke für die ärztlichen Untersuchungen auswerten? Da kommen alle fiesen Fragen auf den Tisch:
"Hatten Sie jemals..."
"Gab es in Ihrer Familie Krankheiten..."

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