Im Sommer 2014 kam es in einem Mehrfamilienhaus in der Yorckstraße in Berlin-Schöneberg zu einem erheblichen Leitungsschaden. In der rund 200 Quadratmeter großen Wohnung Schweigers traten dabei schätzungsweise 10.000 Liter Wasser aus und beschädigten sowohl die Bausubstanz als auch das Inventar.
Der Schaden blieb nicht der einzige: Bei der Wiederinbetriebnahme der Heizung nach der ersten Sanierungsphase brach ein Feuer aus, das weitere erhebliche Schäden verursachte. Damit war die Berliner Wohnung, die der Schauspieler als Nebenwohnsitz neben seinem Hauptwohnsitz auf Mallorca nutzt, in doppelter Weise betroffen.
Gutachterverfahren über Jahre
Die Schadensermittlung zog sich über mehrere Jahre hin. Erst 2019, nachdem alle Schäden und deren Ursachen umfassend dokumentiert worden waren, reichte Schweiger Zivilklage beim Landgericht München ein. Der Gerichtsstand ergibt sich aus dem Unternehmenssitz der Hiscox SE in Bayern.
Zwischen dem Schadensfall und der Klageeinreichung lagen damit rund fünf Jahre, in denen Gutachter die Berliner Wohnung begutachteten und die Schadenshöhe ermittelten. Schweiger hatte die Wohnung nach eigenen Angaben vollständig generalsanieren müssen, was Maßnahmen an Fußboden, Heizung, Sanitäranlagen, Küche, Wänden und Einbauschränken umfasste.
Gericht erkennt Schaden nur teilweise an
Ursprünglich hatte der Kläger einen deutlich höheren Betrag gefordert: Neben den anerkannten Schadenspositionen machte er zusätzlich Entsorgungs- und Planungskosten geltend, die seinen Forderungen zufolge rund 160.000 Euro über dem zugesprochenen Betrag lagen.
Das Landgericht München sprach Schweiger letztlich 385.929,57 Euro zu. Durch die lange Verfahrensdauer und die aufgelaufenen Zinsen ergibt sich nach Berechnungen ein Gesamtbetrag von rund 480.000 Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Hiscox kann Berufung einlegen.
Versicherer und Versicherter lagen weit auseinander
Laut Medienberichten hatte Hiscox dem Schauspieler zunächst nur einen Bruchteil der entstandenen Schadenssumme angeboten. Schweiger bezeichnete das ursprüngliche Angebot des Versicherers als „lächerlich kleine Summe". Sein Kommentar nach dem Urteil gegenüber der Bild-Zeitung war knapp: „Endlich. Hat auch lang genug gedauert."



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