Versicherung auf "Erstes Risiko"
Insbesondere für mitversicherte Kosten in vielen Versicherungszweigen ist die Versicherung "auf erstes Risiko" (auch Erstrisikoversicherung, Erstrisikosumme oder Versicherung auf Erstes Risiko genannt) typisch. Das heißt: Die Kosten bis zur jeweils vereinbarten Summe (Erstrisikosumme) werden vom Versicherer übernommen. Alle darüber hinaus gehenden Kosten gehen zu Lasten des Versicherungsnehmers. Eine Versicherungswertermittlung und damit eine Unterversicherung kann es bei diesen Positionen naturgemäß nicht geben. Die Kürzung der Entschädigung wegen Unterversicherung nach § 75 VVG scheidet damit aus; begrenzt wird die Leistung allein durch die vereinbarte Erstrisikosumme.
Beispiel: Aufräumungskosten in der Gebäudeversicherung werden in Höhe von bis zu 10 Prozent der Versicherungssumme mitversichert. Die Versicherungssumme beträgt 500.000 EUR, die Aufräumungskosten sind somit bis zu einem Betrag von 50.000 EUR auf erstes Risiko mitversichert. Fallen jedoch im Schadenfall tatsächlich 70.000 EUR Kosten an, werden hiervon 50.000 EUR übernommen. Die verbleibenden 20.000 EUR gehen zu Lasten des Kunden.
Abzugrenzen ist die Erstrisikoversicherung von der Vollwertversicherung, bei der die Versicherungssumme dem Versicherungswert entsprechen muss und bei einer zu niedrigen Summe anteilig gekürzt wird, sowie vom Unterversicherungsverzicht: Dort bleibt die Summe weiterhin Versicherungswertbezogen, der Versicherer verzichtet jedoch – meist bei Einhaltung bestimmter Mindestsummen je Quadratmeter oder nach korrekter Wertermittlung – auf die Einrede der Unterversicherung.
- Aufräumungs-, Abbruch-, Bewegungs- und Schutzkosten in der Gebäude- und Inhaltsversicherung
- Hotel- bzw. Unterbringungskosten und Mietausfall in der Wohngebäude- und Hausratversicherung
- Schlossänderungskosten nach Schlüsselverlust durch Einbruchdiebstahl
- Außenversicherung sowie Entschädigungsgrenzen für Wertsachen und Bargeld in der Hausratversicherung
- Sachen im Freien, Gartenanlagen, Pflanzen und ähnliche Positionen mit festen Entschädigungsgrenzen


