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dvb-aktuell vom 16.09.2016

Flugzeugfonds-Anleger drohen hohe Verluste

Anlegern von Flugzeugfonds drohen massive Verluste. So kündigen Fluggesellschaften an, die Leasingverträge der Flugzeuge auslaufen zu lassen. Die Flugzeugfonds haben es dann schwer, die Flugzeuge zu verkaufen oder andere Fluggesellschaften für Folgeleasingverträge zu überzeugen.

Anlegern von Flugzeugfonds drohen massive Verluste. So kündigen Fluggesellschaften an, die Leasingverträge der Flugzeuge auslaufen zu lassen. Die Flugzeugfonds haben es dann schwer, die Flugzeuge zu verkaufen oder andere Fluggesellschaften für Folgeleasingverträge zu überzeugen.

Am 14.9.2016 kündigte die Fluggesellschaft Singapore Airlines an, den Leasingvertrag über 10 Jahre für ihren ersten Airbus A380 im Oktober 2017 auslaufen zu lassen. Weitere Leasingverträge des A380 stünden ebenso zur Disposition. Pikant: Vier der von Singapore Airlines geleasten Flugzeuge des Typs gehören nach Angaben der KWAG-Rechtsanwälte der Dr. Peters Group aus Dortmund. Schaut man in die damaligen Fondsprospekte, so war damals noch die Rede von einer Investition in erstklassige, moderne und marktgängige Flugzeuge, die nach Ablauf der Leasingverträge eine hohe Wahrscheinlichkeit für rentable Anschlussleasingverträge oder hohe Verkaufserträge in Aussicht stellen.

Das wird nun zu einem Problem vieler Flugzeugfonds, da der Flugzeugtyp A380 nicht mehr gefragt seien. So will die australische Gesellschaft Qantas die eigentlich fest bestellten A380 nicht mehr abnehmen. Selbst Airbus hat schon reagiert und bereits Produktionskürzungen beschlossen. Ab 2018 sollen nicht mehr 27 Maschinen pro Jahr vom Band laufen, sondern nur noch 12. Auch gebe es bisher noch keinen Zweitmarkt für das größte Passagierflugzeug der Welt. So versuchen schon seit einigen Monaten viele Flugzeugfondsemittenten versuchen, neue Leasinginteressenten zu finden – das aber meist vergeblich. Es bleibt noch die Hoffnung auf einige Asiatische Billigfluglinien, welche die Maschinen kaufen. Das würde jedoch nach Rechtsanwalt Jan-Henning Ahrens nur zu einem Preis weit unterhalb des Zeitwerts gelingen. Sprich: Für die Anleger von vielen Flugzeugfonds würde die Investmentidee nicht mehr aufgehen und es würden Verluste erzielt.

Schaut man auf die einzelnen Emittenten, so fällt auf, dass die Dr. Peters Group 12 Flugzeugfonds aufgelegt hat. Neben den obigen A380 der Singapore Airlines sind auch gleiche Typen bei Emirates und Air France. Ein weiteres Emissionshaus Hannover Leasing legte ebenso zwei A380-Fonds auf. Hier dreht es sich um die Fluggesellschaften Emirates und ebenso auch die Singapore Airlines. Die Laufzeiten der Fonds reichen bis ins Jahr 2029.

Warum all das ein Problem für die Anleger ist? Die Erstcharter für Flugzeuge ist auf 10 Jahre ausgelegt. Ebenso lange ist die absolute Verjährungsfrist für Anleger, nach der alle Ansprüche zehn Jahre nach Beitritt zum Fonds verjähren. Die Gesamtlaufzeiten der Flugzeugfonds sind aber auf 15 Jahre und länger angelegt.

Sprich: Wenn es nun, wie bei der Singapore Airlines kritisch wird und Leasingverträge auslaufen, sind die Ansprüche der Anleger schon verjährt. Diese Konstruktion würde quasi alle Anlegerrechte aushebeln, wie der Anwalt beschreibt. Es blieben jedoch noch Chancen auf Ansprüche wegen Prospekthaftung und gegen die Berater. Anleger sollten jetzt die Verjährungsfrist genau prüfen und Maßnahmen einleiten.

Seit 2006 sind Emissionshäuser mit Flugzeugfonds aktiv – also nun etwa 10 Jahre, nach welcher Laufzeit die meisten Leasingverträge auslaufen. Das größte Risiko bei den Fonds ist der Verkauf der Flugzeuge nach den Leasingverträgen oder Anschlussverträge zu finden. So könnten Fondsanleger von hohen Verlusten betroffen sein, sollte es den Fondsgesellschaften nicht gelingen, rentable Anschlussverträge zu finden. Nach den 10 Jahren trete dann aber auch die zivilrechtliche Verjährung für mögliche Schadensersatzansprüche ein.

Quelle: KWAG – Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens und Gieschen


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