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dvb-aktuell vom 17.10.2012

Nackte Zahlen zur Überlegenheit privater Vorsorge

Der Systemvergleich zwischen gesetzlicher und privater Rente wird häufig ideologisch geführt. Das Analysehaus Map-Report hat jetzt über Map-Fax, seinen Kurznachrichtendienst für Risiko und Vorsorge, den Vergleich anhand der Sterbetafeln von 1970 und 2010 gezogen. Das Ergebnis ist eindeutig.

Die Chancen der Verbraucher, die Demografiekrise im Alter wirtschaftlich gut zu überstehen, sinken immer weiter. Die Zinsentwicklung, eng verbunden mit der verantwortungslosen Schuldenpolitik vieler Regierungen und Notenbanken, senkt die Entlastung der Privatvorsorge durch den Zinseszinseffekt gewaltig ab.

Nun folgt im beginnenden Wahlkampf die These, dass die Lösung mit den Mitteln der umlagefinanzierten Staatsversicherung mit steuerfinanzierten Garantierenten möglich sei. „Das ist Unfug“, sagt Manfred Poweleit und führt den Beweis anhand des Vergleichs der Sterbetafeln 1970/1972 und 2009/2011. Letztere ist die aktuellste, die das Statistische Bundesamt zur Verfügung gestellt hat.

Was die höhere Lebenserwartung an Rente kostet

Danach ist die Lebenserwartung von Männern in den letzten 40 Jahren um 72 Monate und von Frauen um 70 Monate gestiegen. Die staatliche Rentenversicherung muss also die 1.000 Euro Durchschnittsrente pro Monat 72 Monate länger an derzeit 7,82 Millionen Männer zahlen. Das kostet fast 563 Milliarden Euro mehr.

Frauen sind in diesem Punkt relativ gesehen billiger: 70 Monate längere Lebenserwartung mal 541 Euro Durchschnittsrente ergibt bei fast 9,9 Millionen Rentnerinnen eine Mehrbelastung von 296,11 Milliarden Euro für die Rentenkasse. Zählt man die Effekte des längeren Lebens bei Männern und Frauen zusammen, so werden 859 Milliarden Euro fällig.

Gesetzliche Rente bildet nur Mini-Reserven

Dafür werden keine Reserven gebildet. Die gesetzliche Rentenkasse kann allenfalls sehr kurzfristig mit Termineinlagen geringe Kapitalerträge erzielen. So hat die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV-Bund) im Juni 2012 den Beitragsüberschuss im Schnitt nur mit 0,6 Prozent verzinst bekommen. Sie nimmt zwar pro Monat im Schnitt 19,5 Milliarden Euro ein, gibt wegen des Umlageverfahrens aber fast genau so viel gleich wieder für die Rentenzahlungen aus. Zur Liquiditätssteuerung wird nur die Nachhaltigkeitsreserve von derzeit rund 1,4 Monatsausgaben der Rentenkasse genutzt.

Andererseits werden schon jetzt nur rund 70 Prozent ihrer Ausgaben durch Beitragseinnahmen bestritten, der Rest kommt als Subvention aus dem Bundeshaushalt. „Woher wollen die rentenpolitischen Träumer das Geld nehmen, um diese Subventionen weiter zu bezahlen, die gewaltig steigenden Grundsicherungsleistungen zu finanzieren und dann auch noch eine Mindestrente als flächendeckende Wohltat im Lande zu verteilen?“, fragt Poweleit.

Private Rentenversicherer decken Garantien mit Kapitalerträgen

Die Lebensversicherer haben 2011 Kapitalanlagen in Höhe von fast 743 Milliarden Euro verwaltet. Dabei wurde eine Nettoverzinsung von 4,1 Prozent erreicht, der durchschnittliche Rechnungszins der letzten zehn Jahre liegt bei 3,3 Prozent. Die Renditen sind derzeit keine besonders tolle Einladung für Neukunden. Doch eines ist klar: Bei politisch motivierten Niedrigzinsen, sinken die Überschüsse der Kunden, die Garantien bleiben aber unangetastet – anders als in der gesetzlichen Rentenversicherung, deren Rentenformel demografische Dämpfungselemente enthält.

Nichts tun und sich auf den Staat zu verlassen, wird die schlechteste Lösung für Verbraucher sein. „Selbst wenn Lebensversicherer eines Tages nur noch Kapitalerhalt bieten können, so haben die Kunden wenigstens Kapital angespart und damit ein Fundament für die Problemlösung geschaffen“, resümiert Poweleit. Wer nichts tut, habe dagegen nur eine Sicherheit: künftig zu den Verlierern zu gehören.  



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