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dvb-aktuell vom 27.09.2016

Neuordnung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) in Deutschland gefordert

Die Kürzung von bAV-Ansprüchen in Deutschland bei einem namhaften Anbieter der Branche zeige, dass eine Neuordnung der verschiedenen Leistungsmodelle notwendig sei. Sonst laufen einige bAV-Modelle Gefahr, dass die Praxistauglichkeit nicht mehr gegeben sei.

Die Kürzung von bAV-Ansprüchen in Deutschland bei einem namhaften Anbieter der Branche zeige, dass eine Neuordnung der verschiedenen Leistungsmodelle notwendig sei. Sonst laufen einige bAV-Modelle Gefahr, dass die Praxistauglichkeit nicht mehr gegeben sei.

Aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen und steigender Lebenserwartung besteht dringender Handlungsbedarf bei der bAV. Ebenso negativ anzusehen sind die unzureichende Durchdringungsquote bei der bAV-Verbreitung und die einseitige Belastung von Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch Garantien und Haftung.

Geschäftsleiter der KAS Bank Frank Vogel sieht die Entwicklung kritisch, wenn schon führende Vertreter der Pensionslandschaft über Leistungskürzungen im Future-Service nachdenken. Hier dürften weitere Kürzungen anderer bAV-Einrichtungen folgen.

Die deutschen bAV-Anbieter sollen hier ins europäische Ausland schauen, wo neue bAV-Ansätze schon länger gegeben sind. Hier müsse jedoch auf Garantien verzichtet und eine Risikoverlagerung zugelassen werden.

Defined-Contribution-Modelle (DC), bei denen das Leistungsniveau vollkommen offen gelassen wird, sei für Deutschland jedoch keine Alternative. Hier sei ein kompletter Wechsel darauf nicht konsensfähig, da die Risiken nur einseitig auf den Beitragszahler übertragen werden.

Eine Alternative könnte ein Mischmodell aus Defined-Ambition-Modellen (DA) und Collective-Defined-Contribution-Modellen (CDC) darstellen. DA-Modelle aus Großbritannien sehen eine nachhaltig angestrebte Betriebsrentenhöhe vor, die eine Zielrente auf Basis des eingezahlten Kapitals böten. CDC-Modelle setzen sich aus dem gebildeten Vorsorgekapital und einem auf Basis großer Versichertenkollektive gebildeten Kapitalstock zusammen.

Wenn CDC-Modelle Teil eines DA-Ansatzes sind, komme es zu einer Glättung durch das große Versichertenkollektiv und auch eine gewisse Absicherung gegen Leistungskürzungen. Schließlich müssen angestrebte Leistungen weniger an kurzfristige Änderungen angepasst werden als bei verbindlichen Verpflichtungen.

Ein solches Modell bietet eine langfristige und renditeträchtigere Asset Allokation. Hierdurch werden generationsübergreifende Zielrenditen ermöglicht, sowie schaffen CDC-Modelle Skaleneffekte in der Administration durch die Größe des Kollektivs.

Das deutsche bAV-Modell müsse dringend auf den Prüfstand gestellt werden und Reformen zeitnah angeschoben werden. Nachbarländer wie die Niederlande und auch Großbritannien sind hier schon weiter fortgeschritten und könnten als Impulsgeber dienen, so Frank Vogel.

Quelle: KAS Bank N.V.


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