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dvb-aktuell vom 16.01.2012

Schöner Marketing-Gag von Ergo

Als „Gegenstands-Schutz“ bietet Ergo eine Versicherung an, mit der Kunden wertvolle Einzelstücke versichern können. Ist eine solche Police sinnvoll?

Wer Schmuck, Musikinstrumente oder Mobiltelefone versichern will, aber ansonsten keinen nennenswert wertvollen Hausrat besitzt, fühlt sich vom neuen Angebot der Ergo, das auch über Ergo Direkt erhältlich ist, angesprochen. In der Tat gibt es Parallelen zur Hausratversicherung: Gezahlt wird, wenn ein wertvoller Gegenstand bei Einbruch gestohlen oder zum Beispiel durch Sturm oder Hagel zerstört wird – auch unterwegs („Außenversicherung“). Besser als in der Hausratversicherung: Es sind auch einfacher Diebstahl und „Unfälle“ versichert – etwa, wenn der Kunde selbst versehentlich das neue Notebook fallen lässt, bei Wasserschaden oder unsachgemäßer Handhabung.

Versicherbar sind alle Gegenstände aus dem privaten Eigentum. Den Wert von Antiquitäten, Kunstgegenständen oder Schmuckstücken müssen Kunden mit einem Gutachten belegen, falls der Kaufbeleg fehlt. Es gibt Entschädigungs-Grenzen: So lässt sich eine Geige bis maximal 5.000 Euro versichern und nur, wenn der Kunde sie seit höchstens einem Jahr besitzt.

Bei Beschädigung kommt die Versicherung für die Reparaturkosten auf. Ist der Gegenstand irreparabel zerstört, erhält der Kunde die vereinbarte Summe abzüglich des Restwerts. Bei Raub oder Diebstahl gibt es die vereinbarte Summe. Bei manchen Gegenständen wie Mobiltelefon, Fernseher oder Möbeln sinkt die Summe von Jahr zu Jahr. Auch der Beitrag wird entsprechend gesenkt. Da ist eine Hausratversicherung besser, die stets den Neuwert bezahlt.

Kunden müssen schon sehr an ihrem Einzelstück hängen, um die Gegenstands-Versicherung abzuschließen. Denn sie ist im Verhältnis zur Hausratversicherung teuer. So zahlt jemand für ein neues Smartphone im Wert von 500 Euro in drei Jahren insgesamt 168 Euro Beitrag. Dafür ist das Gerät im ersten Jahr mit 450 Euro, im zweiten mit 350 Euro und im dritten Jahr mit 250 Euro versichert. Wird das Handy im dritten Jahr geklaut, erhält der Kunde also nur 82 Euro mehr an Leistung, als er zuvor an Beiträgen eingezahlt hat.

Zum Vergleich: Eine Handyversicherung würde nur rund 3,00 Euro pro Monat und damit knapp die Hälfte kosten wie bei Ergo (6,50 Euro pro Monat). Allerdings sind die Beiträge generell überzogen, weil sie sich auf den unsubventionierten Handypreis beziehen. „Alt-Handys“ können bis 12 Monate nach dem Kauf für 1,99 Euro pro Monat bei der Wertgarantie Technische Versicherung versichert werden.  

Die Warentester haben die Grenzen der Police am Beispiel einer Halskette plausibel gemacht: Hat die Kette einen Wert von 5.000 Euro, so ist sie dauerhaft mit 4.500 Euro versichert. Dies den Kunden 333,60 Euro – pro Jahr! „Für dieses Geld bekäme er eine komplette Hausrat-Police von sehr guter Qualität“, resümiert die Stiftung Warentest in einem Schnelltest vom 13. Januar 2012. Wohl war: ein teurer Marketing-Gag, den Ergo sich da mit seinen Kunden erlaubt.

Mit den günstigsten Policen im Test von Hausratversicherungen, der jedoch schon 18 Monate zurückliegt, kostet der Schutz zwischen 50 und 100 Euro im Jahr – für eine 100-m2-Wohnung mit 65.000 Euro Summe. Wertsachen sind dabei mit mindestens 13.000 Euro versichert, unterwegs leistet die Police je nach Vertrag zwischen 10 und 30 Prozent der Summe. Für besonders teure Wertgegenstände oberhalb der Hausrat-Entschädigungsgrenzen sollten höhere Grenzen gegen Aufpreis vereinbart oder eine Spezialversicherung in Betracht gezogen werden. Hier kann sich ein versierter Berater beim Kunden unverzichtbar machen. 


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