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dvb-aktuell vom 27.01.2012

Schuldenkrise bremst Altersvorsorge

Die Finanz- und Schuldenkrise samt den festgefahrenen Niedrigzinsen ist Gift für die Altersvorsorge der Deutschen. Was eine Allensbach-Umfrage noch zeigt.

Die Deutschen rechnen im Alter mit deutlichen Einschränkungen ihrer Altersvorsorge. Dies ergab eine repräsentative Befragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach, die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben worden war und gestern in Berlin vorgestellt wurde. Im Schnitt erwartet jeder Bürger für sich selbst eine Rentenlücke von 600 Euro pro Monat.

Gleichwohl haben Vermittler viel praktische Überzeugungsarbeit zu leisten: Nur 24 Prozent der Befragten sind bereit, einiges für die Altersvorsorge auszugeben. Im Jahr 2001 waren es noch 45 Prozent gewesen. Damit rangiert die Vorsorge für den Ruhestand aktuell weit abgeschlagen auf Platz 10 der abgefragten Ausgaben – weit hinter guter Ernährung, Wohnungseinrichtung, Reisen, Kleidung, Gesundheit und Hobbies.

„Obwohl die Mehrheit überzeugt ist, dass sie sich im Alter finanziell einschränken muss, geht das Interesse am Thema Altersvorsorge zurück“, sagte Prof. Renate Köcher. Die Krise in der Euro-Zone führe dazu, dass die Bürger immer weniger das Gefühl haben, langfristig verlässlich planen und sparen zu können. „Dieser Eindruck stimuliert eher den kurzfristigen Konsum als die langfristige Vorsorge“, ergänzte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Auch für 2012 ist hier keine Trendwende in Sicht: Nur 15 Prozent der Bürger planen in diesem Jahr mehr Geld für die private Altersvorsorge auszugeben als zuvor. Besonders jüngeren und einkommensschwachen Personen fällt es oft schwer dafür überhaupt etwas zu sparen. Dennoch beabsichtigen 24 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 2012 bei der Altersvorsorge eine Schippe draufzulegen.

Wichtigstes Kriterium ist die Sicherheit, sagen 78 Prozent der Befragten. „Nur eine Minderheit hat konkrete Renditeerwartungen, die sich im Durchschnitt bei gut 3 Prozent bewegen“, so Köcher. Dagegen ist 60 Prozent wichtig, dass die Zusatzrente lebenslang ausgezahlt wird. 55 Prozent ist zudem wichtig, dass die Ansprüche auf Altersversorgung im Todesfall an die nächsten Angehörigen übergehen (Mehrfachnennungen waren erlaubt). Wegen eingeschränkter Vererbbarkeit punkten staatlich geförderte Produkte wie Entgeltumwandlung, Riester- und Basisrente bei vielen Bürgern offenbar weniger als erwartet.

Um die Bürger für mehr Altersvorsorge zu motivieren, sind transparente Informationen über künftigen Rentenleistungen nötig. Daher plädierte Dr. Maximilian Zimmerer bei der Vorstellung der Allensbach-Ergebnisse für eine Informationsplattform, die es jedem Bürger per Mausklick ermöglicht, den Stand seiner gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorgeansprüche auf einen Blick zu erfahren. „Damit hätte jeder Bürger zu jeder Zeit seine Versorgungslücken und seinen aktuellen Vorsorgebedarf vor Augen“, erklärte der Vorsitzende des GDV-Hauptausschusses Lebensversicherung. In Dänemark werde solch ein Modell bereits erfolgreich praktiziert. Zimmerer warb dafür, auch in Deutschland die erforderliche Rechtsgrundlage zu schaffen“. 


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