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dvb-aktuell vom 27.09.2012

Unisex sorgt für Verunsicherung in der PKV

Es gibt in Zukunft eine alte und neue Tarifwelt – Bisex wird durch Unisex ersetzt. Unisex erweist sich aber gerade in der privaten Krankenversicherung (PKV) noch als Black-Box. Niemand kann derzeit vorhersagen, welche konkrete Auswirkungen und Folgen es für Vermittler und Versicherte haben wird, sagt Gerd Güssler, Geschäftsführer des Marktbeobachters KVpro.de.

Werbewirksam inszenierter „Schlussverkauf-Aktionismus“ für Alt-Tarife von Seiten der Vertriebe und Versicherer, kombiniert mit zum Teil erschreckendem Unwissen und Desinteresse der Versicherten sorgen für Spekulationen. Ähnlich wie Ende 2008 (neue Tarifwelt, teilweise Mitnahme der Alterungsrückstellungen beim Gesellschaftswechsel) halten sich die Unternehmen bei der Unisex-Umstellung noch bedeckt.

Vollkommen neue Tarife mit neuen Bedingungen im Kommen

Doch wie stellen sich die Gesellschaften mit ihren derzeitigen Tarifen für die Zukunft auf?  Für Güssler sind erste Hinweise für eine Antwort bereits erkennbar. Versicherer werden wohl die heutigen Tarife im Neugeschäft vollständig oder teilweise nicht mehr anbieten und neue Tarife mit neuen Bedingungen und Leistungen auflegen. Hier kommt es dann entscheidend darauf an, was die Tarife wirklich leisten.

Zudem dürften bestehende Tarife belassen und Neu-Kunden den Unisex-Beitrag im bestehenden Tarif angeboten bekommen. Das ist ein Vorteil von Unternehmen, die eine bestimmte Leistungsqualität konsequent in einem Tarifwerk anbieten bzw. deren Tarife ein zusammenhängendes Kollektiv bilden. Gleiches gilt für Unternehmen, die bereits im Frühjahr neue Volltarife aufgelegt haben und bei denen künftige Neukunden den Unisex-Beitrag neben den vorhandenen Bisex-Kunden im gleichen Tarif entrichten, meint KVpro.

Beitragsentwicklung noch nicht seriös abzuschätzen

Über die künftigen Beiträge lässt sich noch kein abschließendes Urteil abgeben. Dazu müssen verschiedene Wanderbewegungen von Bestandskunden berücksichtigt werden, darunter derjenigen, die das Tarifwechselrecht (nach Paragraf 204 VVG) ausüben. Darüber hinaus gilt es, eine Absenkung des Rechnungszinses für Unisex einzupreisen. Das Ergebnis dieser Berechnungen ist dann auch noch wettbewerbsfähig zu gestalten, ohne dass die Beiträge der Altkunden  in unangemessener Weise erhöht werden müssen. „Aktuare sind derzeit wirklich nicht zu beneiden“, sagt Güssler.

Nicht unwahrscheinlich ist zunächst folgendes Szenario in der PKV: Im schlimmsten Fall bleiben alle Männer in Bisex-Tarifen und alle Frauen wechseln am 21.Dezember in Unisex-Tarife. Sämtliche ab dem Stichtag neu abschließenden Männer kommen dann in die Unisex-Kollektive mit einem sehr hohen Frauenanteil und zahlen somit erst einmal den höheren „Frauenbeitrag“. Erst, wenn sich in der Unisex-Welt das Mischungsverhältnis der Geschlechter mit der Zeit wieder verändert, dürften die Beiträge eher wieder sinken.

Beitragsgarantien auf Inhalt prüfen

Viele Versicherer werben derzeit mit Beitragsgarantien für 2013. KVpro.de-Recherchen zeigen, dass es sich dabei jedoch oftmals nicht um generelle Garantien handelt. Vielmehr beziehen sich die versprochenen stabilen Beiträge oftmals nur auf bestimmte Tarife oder Tarifkombinationen, oder sie werden nur unter bestimmten Voraussetzungen gewährt. („Schaufenster“-Garantien).

Bestandskunden rät KVpro, falls nach Prüfung erforderlich, Tarife noch in der Bisex-Welt zu ändern. Das kann vor allem für Männer wichtig sein. Motto: Billigtarif reparieren und in ein Qualitätsprodukt „upgraden“. Nur im Notfall den Versicherer wechseln, denn beim „Stallwechsel“ verliert der Verbraucher unter Umständen wertvolle Rechte.

All diese Faktoren wird ein qualifizierter Berater prüfen, die Vor- und Nachteile besprechen sowie die getroffenen Entscheidungen in der Beratungsdokumentation festhalten. „Auf die Qualität der Produktgeber, deren Tarif- und Vertriebspolitik sowie die Qualifikation der Berater kommt es in Zukunft mehr denn je an“, so Güssler. 


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