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02.06.2016 - dvb-aktuell

Weniger Gründungen im Jahr 2015

Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage hat sich die Gründungstätigkeit abgeschwächt. Im Jahr 2015 waren es nur noch 763.000 Gründer. Das ist eine Abnahme zum Vorjahr um 152.000 Personen, bzw. 17 Prozent. Die Erwerbslosenquote fiel unterdessen um 0,4 Prozent.

Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage hat sich die Gründungstätigkeit abgeschwächt. Im Jahr 2015 waren es nur noch 763.000 Gründer. Das ist eine Abnahme zum Vorjahr um 152.000 Personen, bzw. 17 Prozent. Die Erwerbslosenquote fiel unterdessen um 0,4 Prozent. Sogenannte „Notgründungen aus Mangel an besseren Alternativen“ nahm stark um 28 Prozent auf 207.000 Gründungen ab. Das ergab der Gründungsmonitor 2016.

Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW sieht darin die positiven Aspekte, dass es noch nie zu vor so weniger Notgründer gab. Die Zahl der innovativen Gründer stieg um 6 % auf 95.000 an. Innovative Gründungen sind aufgrund der Investitionen in Forschung und Entwicklung, sowie auch ihrer Bestandsfestigkeit für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands von großer Bedeutung. Zwar hat die Gründungsquantität abgenommen, aber die Qualität der Gründungen zugenommen, so Dr. Zeuner.

Im diesjährigen KfW-Gründungsmonitor ist es erstmals möglich, die Bedeutung von digitalen Technologien zu bestimmen. So komme jeder fünfte Gründer aus diesem Bereich, welche aus App-Anbietern, Webportalen, Onlinehändler, Softwareentwickler und Webdesigner bestehen. Zwar beschränkt sich der Großteil (60 Prozent) auf den regionalen Markt – aber 70 Prozent der digitalen Gründer zielen auf den nationalen oder internationalen Markt ab.

Insgesamt nutzen die Gründer 65 Prozent Finanzmittel (2014: 62 Prozent). Hiervon bedienen sich 23 Prozent externer Kapitalquellen, wie Kreditinstitute, Privatinvestoren, aber auch Freunde und Familie. Meist sind es beim externen Kapitalquellen lediglich Kapital bis zu 25.000 Euro (15 % der Gründer). Acht Prozent der Gründer greifen jedoch auf höhere Kapitalwerte zurück, was einem bisherigen Höchstwert entspricht.

Lediglich 15 Prozent der Gründer (2014: 20 Prozent) hatten Finanzierungsprobleme. Das ist erfreulich, da normalerweise Neugründungen auf keine Unternehmerhistorie zurückgreifen können und so mehr Finanzierungsschwierigkeiten haben, als etablierte Unternehmen, da zudem auch keine Sicherheiten gestellt werden können, so der KfW-Chefvolkswirt. Volkswirtschaftlich hat auch die KfW hohes Interesse daran, dass es zu weniger Finanzierungsschwierigkeiten käme, da Förderbanken wie die KfW Gründungsfinanzierungen unterstützen möchten.

Übrigens sind an 43 % der Gründungen Frauen involviert. Der Dienstleistungssektor hat den Hauptanteil an den Gründungen, gefolgt vom produzierendem Gewerbe und dem Handel. Im Jahr 2015 wurden dank Gründern 610.000 vollzeitäquivalente Stellen für die Gründer selbst oder auch andere Arbeitnehmer geschaffen.

Quelle: KfW Bankengruppe

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