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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 21.11.2008
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Aus dem öden Flachdach wird eine Naturoase

Flachdächer von Wohnhäusern erhalten als oberste Schutzschicht in den meisten Fällen eine Lage Kieselsteine. Sehr viel lebendiger und widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse, auch gegen ultraviolettes Licht, wirkt jedoch ein bepflanztes Dach. Die Wüstenrot Bausparkasse AG, eine Tochtergesellschaft des Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische (W&W), weist darauf hin, dass das Begrünen von brachen Flächen im Dachbereich sogar das Kleinklima im Haus oder in der Wohnung günstig beeinflussen kann. Außerdem sind begrünte Dächer viel weniger reparaturanfällig als kahle Flachdächer.

Ob ein Pflanzdach möglich ist, hängt von zwei Voraussetzungen ab: Die Dachneigung muss unter 35 Grad liegen und die Dachkonstruktion muss genügend tragfähig sein. Das gilt auch für Garagen oder Carports. Der Pflanzboden – Substrat genannt – und die Bepflanzung belasten mit zusätzlich rund 80 Kilogramm pro Quadratmeter. Zu beachten ist vor allem auch, dass genügend Belastungsreserven für die Schneelast übrig bleiben. Je nach Region sind dafür 75 bis 350 Kilogramm erforderlich.

Kiesauflage oder Dachflora?

Jedes Jahr müssen viele Flachdächer in Deutschland saniert werden, weil sie undicht oder unzureichend wärmegedämmt sind. Nach dem Abdichten und Verlegen der Grundwärmedämmung gemäß Energieeinsparverordnung stehen die Bauherren vor der Frage, für welche Art von Flachdach sie sich entscheiden sollen. Das wäre der richtige Zeitpunkt, auf die herkömmliche Kiesauflage zu verzichten  und die ökologische Alternative eines begrünten Daches zu wählen. Bauliche Vorkehrungen gegen das Abrutschen des speziellen Bodens sind bei einem Gefälle bis 15 Prozent nicht erforderlich. Auch werden keine besonderen Wasserabläufe benötigt, um Staunässe zu vermeiden. Wurzelfeste Unterlagen, die das Eindringen der Pflanzen in die Dämmschichten verhindern, gehören zum Liefererumfang eines Fachbetriebs. 

Die Kanalisation wird entlastet

Ein Gründach anzuschaffen, zahlt sich schnell aus: das Haus wird besser gegen Hitze abgeschirmt, auch die Dämmwirkung gegen Wärmeabfluss erhöht sich und die Dachabdichtung ist widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse. Außerdem leisten begrünte Dächer einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. Je nach Bauart werden 50 bis 90 Prozent der Niederschläge auf den Dachflächen zurückgehalten. Von dort verdunsten sie und kehren unmittelbar in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Das entlastet die Kanalisation spürbar. Viele Städte fördern deshalb Dachbegrünungen durch reduzierte Abwassergebühren.

Von einem Quadratmeter eines Gründachs verdunsten im Jahr etwa 500 Liter Wasser. Dadurch entsteht eine wohltuende Verdunstungskälte und ein positives Kleinklima. Die Wohnräume unter begrünten Dächern weisen im Sommer fünf bis acht Grad geringere Temperaturen auf als Räume unter unbegrünten Dachflächen. Auf Kiesdächern werden in der warmen Jahreszeit Temperaturen von bis zu 80 Grad Celsius gemessen, während die Temperaturen unter einer einfachen Begrünung unter sonst gleichen Bedingungen nur bei etwa 30 Grad Celsius liegen.

Dachwurz, Bergaster & Co.

Da die Pflanzen auf einem Dach keinen Anschluss an einen Nährstoffkreislauf haben, muss als Ersatz mit künstlichen Boden- und Nährbodenschichten gearbeitet werden. Dafür gibt es zwei Verfahren mit jeweils unterschiedlichen Bodendicken, die intensive und die extensive Nutzung. Die gebräuchlichere ist die extensive. Sie benötigt nur drei bis 15 Zentimeter Substrat- oder Vegetationsschichten, während die Schichten der intensiven Variante zusammen 25 bis 35 Zentimeter hoch sein sollten.

Bei einer extensiven Begrünung wird eine extrem anspruchslose, robuste und trockenheitsverträgliche Pflanzendecke, etwa mit  Moosen, Sukkulenten, Gräsern oder Kräutern, eingesetzt. Sukkulenten wie zum Beispiel Mauerpfeffer oder Dachwurz sind Pflanzen, die Wasser in ihren Sprossen und Blättern speichern können und deshalb sehr sonnige Standorte vertragen.   

Auf Intensivschichten, für die mancherorts eine Genehmigung einzuholen ist, können anspruchsvollere, höher wachsende Pflanzen und Gräser gedeihen. Das sind Bergaster, Roter Sonnenhut, Fackellilie, Margerite, Rittersporn, Flockenblume. Staudendächer müssen in regenarmen Zeiten gegossen werden. Auch brauchen sie im Herbst meist einen Schnitt.

Ein halbes Jahr nach der Bepflanzung sollte bei beiden Bepflanzungsformen eine Kontrolle erfolgen, um kahle Stellen auszubessern. Einmal pro Jahr sollte gedüngt werden. Da Dachpflanzen gerne überall hinwuchern, empfiehlt es sich, den Bewuchs in Dachabläufen und -rändern sowie in den Drainagen zu entfernen.

Mehr Effizienz bei Fotovoltaik-Anlagen

Solarstromanlagen bringen auf Gründächern einen höheren Ertrag als auf einer Unterlage mit Steinen oder Metall. Denn die Pflanzendecke auf dem Dach wirkt im Sommer kühlend, weil es keine Wärmerückstrahlung gibt. Im Gründachaufbau wird außerdem Wasser gespeichert, das bei der Verdunstung einen natürlichen Kühleffekt bewirkt. Beides ist für Fotovoltaik-Module vorteilhaft. Die sind nämlich bei niedrigen Betriebstemperaturen besonders wirksam und erzeugen dann am meisten Strom. Nach einer groben Faustregel sinkt die Leistung von Solarmodulen bei jedem Grad Erwärmung über 25 Grad Celsius um 0,5 Prozent ab – auf einem kühlenden Gründach bringen sie also mehr Stromertrag.

Wüstenrot-Tipps für ein Dach mit Pflanzenbewuchs

- Dachbegrünungen vermindern die Schallreflexion von Dachoberflächen und

verbessern die Schalldämmung des Gebäudes. Hochfrequente elektromagnetische Strahlung, etwa durch Mobilfunk-Sendeanlagen, wird besser abgeschirmt als bei konventionellen Dächern.

- Extensives Dachgrün ist bereits für 25 bis 35 Euro pro Quadratmeter zu haben. Bei Intensivbegrünungen und Dachgärten hängen die Kosten sehr stark von den individuellen Gestaltungswünschen der Bauherren ab.

- Wurzelfeste Dachabdichtungen gehören heute zum Standard. Achten Sie immer auf das Prüfzeugnis „Wurzelfest nach FLL“.   

- Aus ökologischen und optischen Gründen sollte bei der Pflanzenauswahl gezielt auf eine artenreiche Zusammensetzung geachtet werden.

- Die Vorteile des Pflanzdaches haben dazu geführt, dass viele Kommunen Dachbegrünungen finanziell fördern oder als Entsiegelungsmaßnahme durch  reduzierte Abwassergebühren belohnen. Fragen Sie Ihre örtliche Verwaltung, ob sie den Einsatz von Pflanzdächern fördert.



Herr Dr. Immo Dehnert
Pressesprecher
Tel.: 0711 662-1471
Fax: 0711 662-1334
E-Mail: immo.dehnert@ww-ag.com

Wüstenrot & Württembergische AG
Gutenbergstraße 30
70176 Stuttgart
http://www.ww-ag.de




Ob Dachwiese, Blumenstauden oder Moose und wasserspeichernde Pflanzen – es gibt viele Möglichkeiten, für Abwechslung im Flachdacheinerlei zu sorgen.
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