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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 03.05.2010
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BAI befürchtet Rückschlag für Alternative Investments durch Solvency II - Diskriminierung gegenüber anderen Anlageklassen ist verfehlt und belastet Investoren

Als weiterhin verfehlt und kontraproduktiv bewertet der Bundesverband Alternative Investments e.V. (BAI), die Interessenvertretung der im Bereich Alternative Investments (u.a. Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe) engagierten Marktteilnehmer, die geplanten Vorgaben unter Solvency II zur Eigenmittelunterlegung bei Anlagen in Alternative Investments.

Der BAI hatte bereits im letzten Jahr im Zuge der einschlägigen CEIOPS-Konsultation auf wenig nachvollziehbare Eigenmittelvorgaben hingewiesen, die zum Teil auf methodologische Fehler zurückzuführen waren. Für Aktien aus dem EWR- bzw. OECD-Raum soll es nach der zwischenzeitlich erfolgten Überprüfung eine Kapitalunterlegung von 45 % geben, die diese Anlageklasse für Versicherungsunternehmen und Pensionskassen unattraktiver machen dürfte. Die ursprünglich vorgeschlagene Quote von 60 % für andere Aktien, Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffe wurde zwar nunmehr um 5 % herabgesetzt, stellt aber im Ergebnis weiterhin ein schwerwiegendes Investitionshindernis dar.

„55 % Eigenmittelunterlegung für Aktien außerhalb des EWR bzw. der OECD, Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffe sind nicht akzeptabel“ kritisiert Frank Dornseifer, Geschäftsführer Recht und Policy des BAI. „Vor allem ist nicht hinnehmbar, dass nicht zwischen den Anlageklassen differenziert wird. Die Ergebnisse der CEIOPS-Analyse hätten aber gerade diese Differenzierung nahe gelegt. Sollten diese Vorschläge am Ende in Brüssel umgesetzt werden, werden sich z.B. Versicherer gut überlegen, ob sie in diese Anlageklassen investieren. Dabei stehen auch Versicherer unter Renditedruck und der Mindestzins dürfte sich in Zukunft nicht unbedingt nur über klassische Anlageformen wie Renten usw. erzielen lassen. Auch stellt sich die Frage, ob ein Versicherungsunternehmen mit Anleihen diverser Staaten besser fährt, als mit vermeintlichen Risikotiteln, als die Anlagen in Private Equity, Hedgefonds und Co. gerne dargestellt werden, obwohl diese in der Krise zum Teil stabilisierende Wirkung für das Portfolio hatten“ erklärte Dornseifer und erläutert weiter: „Wir haben jüngst auf einer Verbandsveranstaltung, der BAI Alternative Investor Conference, mit vielen Investoren diese Thematik diskutiert. Und diese teilen unsere Einschätzung, dass die Eigenmittelanforderungen unter Solvency II ein nicht zu vernachlässigendes Problem darstellen. Auch auf Investorenseite formiert sich daher der Widerstand.“

Achim Pütz, 1. Vorsitzender des BAI, ergänzte: „Auf der Alternative Investor Conference haben wir deutlich gemacht, dass es neben Hedgefonds und Private Equity andere Assetklassen und Strategien gibt, mit denen sich Investoren befassen sollten: z.B. Rohstoffe, Infrastruktur und Forstland, oder aber auch patentgeschützte Technologien. Diese können nicht nur eine sinnvolle Beimischung für das Portfolio unter Diversifikationsaspekten, sondern auch sehr ertragsstark sein. Wenn die Anforderungen an die Eigenmittelunterlegung durch Solvency II bei diesen so genannten Alternative Investments überzogen sind, ist das schlichtweg kontraproduktiv.“

Der BAI setzt sich daher weiterhin gemeinsam mit den nationalen und internationalen Partnerverbänden für eine praxisgerechte Ausgestaltung und Umsetzung von Solvency II ein. „Die mangelnde Differenzierung in der europäischen Gesetzgebung ist leider kein Einzelfall. Auch die AIFM-Richtlinie ist mit einem Onesize-fits-all-Approach gestartet und ist daher – zu Recht - vehement kritisiert worden. Die Anstrengungen die wir unternehmen, sollen dazu dienen, dass Regulierung konsistent ist und sich auf das Wesentliche konzentriert. Dann können auch die Aufseher effizient arbeiten“ konstatiert Dornseifer und ergänzt: „Alternative Anlageklassen und Strategien dürfen dabei nicht diskriminiert werden. Wir hoffen daher, dass unsere Petiten Gehör finden“.



Herr Frank Dornseifer
Geschäftsführer Recht und Policy
Tel.: +49 228-96987-15
Fax: +49 228-96987-90
E-Mail: dornseifer@bvai.de

BAI Bundesverband Alternative Investments e.V.
Poppelsdorfer Allee 106
53115 Bonn
Deutschland
http://www.bvai.de/

Der Bundesverband Alternative Investments e. V. (BAI) ist die zentrale Interessenvertretung der Alternative Investment-Branche in Deutschland. Er hat es sich zur satzungsmäßigen Aufgabe gemacht, insbesondere den Bekanntheitsgrad von alternativen Anlagestrategien als Assetklasse sowie deren Verständnis in der Öffentlichkeit zu steigern. Er führt den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern sowie den zuständigen Aufsichtsbehörden. Darüber hinaus pflegt er den Austausch mit nationalen und internationalen Organisationen und Verbänden. Der Verband verfolgt das Ziel, gesetzliche Reformen sowie eine Rechtsfortbildung im Interesse der Mitglieder und deren Anleger zu erreichen und damit attraktive und international wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Anlage in Alternative Investments zu schaffen. Der Kreis der BAI-Mitglieder, die sich aus allen Bereichen des professionellen Alternative Investments Geschäfts rekrutieren, ist zwischenzeitlich auf über 125 Unternehmen und Personen angewachsen, mit steigender Tendenz.

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