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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 09.03.2009
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BVK: Deutscher Private Equity-Markt spürt Einschnitte durch die Finanz- und Wirtschaftskrise

Im vergangenen Jahr wurden 1.140 deutsche Unternehmen vom Start-up bis zum Großunternehmen durch Beteiligungskapital finanziert - ein Plus von 5 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt investierten Private Equity-Gesellschaften 8,4 Mrd. € in diese Unternehmen. Davon kamen 5,9 Mrd. € von in Deutschland ansässigen Gesellschaften und damit etwas mehr Kapital als im Vorjahr (5,6 Mrd. €).

Damit zeigt sich die deutsche Private Equity-Branche robust angesichts der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Dies geht aus der heute vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) für den deutschen Private Equity-Markt im Jahr 2008 veröffentlichten Statistik hervor.

Insbesondere aufgrund eines investitionsschwachen vierten Quartals und eines Rückgangs der Investitionen ausländischer Beteiligungsgesellschaften verzeichneten die Gesamtinvestitionen in deutsche Unternehmen allerdings einen Rückgang von rund 21 % gegenüber dem Vorjahr, als 10,6 Mrd. € investiert wurden.

Ausländische Beteiligungsgesellschaften investierten im abgelaufenen Jahr nur 2,5 Mrd. € - nach 5,1 Mrd. € im Jahr 2007. Die Investitionszahlen reflektieren die trotz oder auch wegen der Finanzkrise anhaltende Nachfrage nach Beteiligungskapital von Seiten der Unternehmen und den Bedarf an Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit.

Auch im Jahr 2008 entfiel mit drei Vierteln der Investitionen das Gros auf Buy-Outs. Allerdings sank ihr Volumen von 8,9 Mrd. € auf 6,4 Mrd. €. Die Seed-/Start up-Investitionen zeigten sich von den Wirren der Finanz- und Wirtschaftskrise relativ unbeeindruckt. Mit 390 Mio. € lagen sie genau auf dem Niveau des Vorjahres. Ein Investitionsplus ist bei den Expansionsfinanzierungen zu konstatieren. Mit 1,4 Mrd. € verdoppelte sich hier das Vorjahresergebnis von 0,7 Mrd. €. Der Zuwachs ist maßgeblich auf einen Anstieg der Expansionsfinanzierungen von Buy-Out-Gesellschaften im Rahmen ihrer Engagements zurückzuführen. Viele Buy-Out-Gesellschaften hatten 2008 neues Eigenkapital in ihre Portfoliounternehmen investiert, um diese gegen die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise zu wappnen.

Deutliche Einschnitte mussten die deutschen Beteiligungsgesellschaften beim Fundraising hinnehmen. Das Volumen der im Jahresverlauf neu eingeworbenen Mittel erreichte ein Volumen von 1,9 Mrd. € und markierte damit einen massiven Rückgang um zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahreswert von 5,7 Mrd. €. Besonders stark litt das unabhängige Fundraising unter den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise. Nur noch 1,3 Mrd. € wurden von unabhängigen Beteiligungsgesellschaften eingeworben; im Vorjahr waren es noch 4,2 Mrd. €. Dies ist zum einen natürlich auf die Zurückhaltung der institutionellen Investoren zurückzuführen, zum anderen hatten in den Vorjahren viele Gesellschaften bereits neue Fonds schließen können, so dass nur noch wenige Gesellschaften 2008 im Fundraising waren.

Mitgliederbefragung zeigt unsicheren Ausblick

Der Ausblick auf 2009 ist von starken Unsicherheiten geprägt. Aufgrund der weltweiten, wirtschaftlichen Talfahrt ist davon auszugehen, dass sich der deutsche Private Equity-Markt weiteren Einschnitten gegenüber sehen wird und 2009 nicht die Ergebnisse des Vorjahres erreicht werden können. Dies belegen auch die zusammen mit der Jahresstatistik veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung der BVK-Mitglieder zu den Aussichten für das Jahr 2009. In der „Private Equity-Prognose 2009“ wurden die Gesellschaften zu ihren Einschätzungen bezüglich des Fundraisings, der Investitionen und zu den Auswirkungen der konjunkturellen Entwicklung auf die Portfoliounternehmen befragt.

Demnach prognostiziert die knappe Mehrheit der Gesellschaften bezüglich der Entwicklung der Investitionen einen leichten oder deutlichen Rückgang. Allerdings sieht dagegen jeweils rund ein Viertel die Investitionen auf einem gleichen oder sogar höheren Niveau als 2008. Während sowohl Venture Capital-Gesellschaften als auch Buy-Out-Spezialisten dieses Bild nachhaltig untermauern, zeigen sich die Mittelstandsfinanzierer uneinheitlich, da hier die Zahl derer, die einen Investitionsrückgang erwarten, praktisch genauso hoch ist wie die der Gesellschaften, die eine Zunahme erwarten. Eindeutig fällt das Urteil über die erwarteten Bewertungen der Zielunternehmen aus: Mehr als drei Viertel der Befragten sehen diese unterhalb des Niveaus von 2008. Als attraktivste Branche nannten die Befragten den Bereich Energie/Wasser/Umwelt, mit deutlichem Abstand folgt Biotechnologie/Pharma/Medizin. In den Einschätzungen der Buy-Out-Spezialisten zu einigen marktspezifischen Finanzierungskennzahlen! spiegeln sich die Erfahrungen der vergangenen 18 Monate wider. Erwartet werden im Jahr 2009 Buy-Outs mit höheren Eigenkapitalanteilen, niedrigeren Bewertungs-und Fremdfinanzierungs-Multiples Basis des EBITDA.

2009 ist zudem nicht mit einem besseren Fundraising-Ergebnis zu rechnen. Nur wenige Gesellschaften sind im Fundraising oder planen 2009 damit zu beginnen. Die Mehrheit wird erst 2010 wieder aktiv ins Fundraising gehen. Besondere Belastungen für die Chancen neue Fonds zu schließen, erwarten die Gesellschaften insbesondere aus einer weiteren Verschlechterung der Investorenstimmung.

Befragt nach den Prognosen für die Portfoliounternehmen zeigt sich, dass die Beteiligungsgesellschaften und ihre Beteiligungen vom aktuellen konjunkturellen Umfeld geprägt sind und 2009 als Jahr der Herausforderungen sehen. Als größte Herausforderungen, die von Private Equity-finanzierten Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Aussichten 2009 bewältigt werden müssen, nannten die Gesellschaften vor allem die Überarbeitung der Finanzierungskonzepte und auftretende Probleme durch die eingeschränkte Kreditfinanzierung bzw. schlechtere Finanzierungskonditionen, die Sicherung der Eigenkapitalfinanzierung sowie die Fähigkeit zur Tilgung von Fremdfinanzierungen.

Die BVK-Statistik wird von PEREP Analytics, der pan-europäischen Private Equity-Statistikplattform erstellt. PEREP Analytics ist ein Gemeinschaftsprojekt von 16 europäischen Private Equity-Verbänden mit dem Ziel der europaweit einheitlichen Erfassung und Auswertung der Private Equity-Marktdaten und wird vom europäischen Private Equity-Verband EVCA betrieben.

Die ausführliche Beteiligungsmarktstatistik zum Gesamtjahr 2008 sowie die „Private Equity-Prognose 2009“ finden Sie unter www.bvkap.de zum Download.



Tel.: +49-30-30 69 82-22
Fax: +49-30-30 69 82-20
E-Mail: presse@bvkap.de

BVK Bundesverband Deutscher
Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V.
Reinhardtstraße 27c
10117 Berlin
Deutschland
http://www.bvk-ev.de/

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