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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 09.01.2009
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Bald keine Frischmilch mehr im Supermarkt?

Marktcheck der Verbraucherzentrale

Immer mehr Supermärkte nehmen Frischmilch aus dem Angebot. Bei Aldi, Lidl und Penny gibt es gar keine frische Milch mehr, bei Alnatura und bei Real beträgt der Anteil nur noch 25 Prozent, bei REWE 28 Prozent. Das ist das alarmierende Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die jetzt in den Regalen ganz überwiegend zu findende Milch wird als „länger frisch“ oder „maxi frisch“ bezeichnet, ist aber keine Frischmilch. Es ist ESL (Extended Shelf Life)-Milch, die auf über 120 Grad Celsius erhitzt oder mikrofiltriert wurde. Viele Verbraucher erkennen nicht, dass es sich nicht um Frischmilch handelt. „Werden Fisch oder Eier gekocht, würde sie niemand als frisch bezeichnen. Es ist irreführend, wenn Milch ‚maxi frisch’ heißt, obwohl sie gar nicht mehr frisch ist“, sagt Silke Schwartau, Leiterin der Ernährungsberatung der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem die Kennzeichnung der Milch: Anders als bei der H-Milch und der pasteurisierten Frischmilch gibt es keine vorgeschriebene Kennzeichnung für ESL-Milch. Sie wird unter der Flagge „Frischmilch“ verkauft. „Die Anbieter nutzen Lücken im Gesetz. Nur dadurch konnte es gelingen, das wertvolle Lebensmittel fast bis zum letzten Tropfen aus den Geschäften zu verbannen“, sagt Schwartau.

Die Vorteile liegen einseitig beim Handel, da die Tüten länger im Regal stehen können. Die Produktion der ESL-Milch ist, so die Verbraucherzentrale, ökologisch kaum vertretbar. Sie verbraucht sinnlos Energie, etwa für den Transport der Milch und die Erwärmung in den Molkereien. Der Handel profitiert, da er Milch auch aus den letzten Winkeln Deutschlands und über die Grenzen hinaus beziehen kann. „Regionale Molkereien, die die Milch nur über kurze Wege transportieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, haben das Nachsehen“, stellt Schwartau fest.

Den Verbrauchern wird ein wertvolles Lebensmittel, insbesondere für Kinder, vorenthalten. Milch-Gourmets bemängeln überdies den Kochgeschmack der ESL-Milch.

Die Verbraucherzentrale fordert eine klare Kennzeichnung. Anhand der Verkehrsbezeichnung muss deutlich werden, dass es sich bei ESL-Milch nicht um  Frischmilch handelt. Der Handel wird aufgefordert, weiter Frischmilch anzubieten.

Den Kunden ruft die Verbraucherzentrale zu: „Nehmen Sie diese Bevormundung nicht hin!“ Die Verbraucherzentrale nimmt Beschwerden – Stichwort „Rettet die Frischmilch“ - per E-Mail oder Telefon (040-24832-240) auf und leitet diese an die Geschäfte weiter.

Die Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg wurde Anfang Januar 2009 durchgeführt und ist im Internet veröffentlicht unter www.vzhh.de.



Frau Silke Schwartau
E-Mail: presse@vzhh.de

Verbraucherzentrale Hamburg e.V.
Kirchenallee 22
20099 Hamburg
http://www.vzhh.de/

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