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dvb-Pressespiegel

Pressemitteilung vom 18.05.2007
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Coface Deutschland erwartet leicht steigende Zahlungsausfälle für Unternehmen im Außenhandel Weltweiter Index des Zahlungsrisikos erhöht - Branchen unter Druck

"Die Entwicklung des regionalen Index der Zahlungsausfälle zeigt, dass die Risiken im globalen Handel zunehmen", sagte Benoît Claire, Vorstandsvorsitzender von Coface Deutschland, in einem Pressegespräch zum Kongress Länderrisiken 2007. Das gelte insbesondere für die Industrieländer, in denen der Risikoindex im ersten Quartal 2007 um 19,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal anstieg. Trotz des erhöhten Zahlungsausfallrisikos weisen die industrialisierten Länder im ersten Quartal 2007 mit 75 Punkten einen Zahlungsindex auf, der weit unter dem Durchschnitt aller Länder (106 Punkte) liegt. Die Branchenrisiken nehmen 2007 insgesamt zu. Von dieser Entwicklung sind in erster Linie die USA betroffen, in geringerem Maße jedoch auch Europa.

Der Zahlungsrisikoindex der Coface bildet die Zahlungsausfälle aus kurzfristigen Handelsgeschäften ab. Basis ist das Weltrisiko im Jahr 2000 (100 Punkte). Verantwortlich für die Erhöhung bei den Industrieländern, die gleichzeitig zu einem Anstieg des weltweiten Zahlungsindex um 10,3 Prozent führt, sind vor allem die derzeit negativen Wachstumsaussichten der amerikanischen Wirtschaft. Coface setzte die USA deshalb auf die negative Beobachtungsliste in A1. „Veränderungen bei großen Volkswirtschaften haben immer wesentlich größere Auswirkungen auf den Index des Weltrisikos als eine schlechtere Beurteilung einer kleineren Volkswirtschaft“, sagte Benoît Claire.

Mittel- und Osteuropa kann 2007 mit einem soliden Wirtschaftswachstum rechnen. Zu den Stärken der Wachstumsmärkte zählen die robuste Inlandsnachfrage, die solide Exportentwicklung sowie die hohe Wettbewerbsfähigkeit. Der regionale Zahlungsindex lag im ersten Quartal 2007 bei 185 Punkten und erhöhte sich gegenüber dem Vorquartal nur geringfügig (plus 0,3 Prozent). Hinsichtlich der Länderratings hat Coface in der Region allerdings Änderungen vorgenommen. Lettland (A2) und Estland (A3) stehen neu auf der negativen Beobachtungsliste. In beiden Staaten sind deutlichen Anzeichen einer wirtschaftlichen Überhitzung erkennbar. Während die Wachstumsraten Rekordgrößen von 12 und 11,4 Prozent erreichen, steigt das Risiko von Währungskrisen. In Lettland erreicht das Leistungsbilanzdefizit 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Estland liegt das Defizit bei 14 Prozent. In den GUS-Staaten ist das Risiko der Nichtzahlung im ersten Quartal 2007 nahezu stabil geblieben (minus 0,1 Prozent), liegt aber mit 311 Punkten dreimal höher als der Weltindex. In Asien geht das Zahlungsrisiko nach einigen Jahren der Verbesserung 2007 voraussichtlich nicht weiter zurück. Der regionale Risikoindex lag in den ersten drei Monaten 2007 bei 168 Punkten. Die Wettbewerbsfähigkeit der Region leidet unter einer Aufwertung der asiatischen Währungen. Deshalb stufte die Coface das Rating von Thailand von A2 auf A3 herunter. Die wirtschaftliche Situation und das politische Klima des bislang auf der negativen Beobachtungsliste stehenden Landes beeinflussen die Wirtschaft negativ. Die Inlandsnachfrage verringerte sich Ende 2006 und auch für das Jahr 2007 wurde das erwartete Wirtschaftswachstum auf 4 Prozent nach unten korrigiert. Auch wenn Coface augenblicklich keine Störungen im Zahlungsverhalten erkennen kann, sind negative Einflüsse auf Unternehmen wahrscheinlich.

Der Nahe und Mittlere Osten sind in hohem Maße geopolitischen Risiken ausgesetzt. Schwache Regierungen und ein schlechtes Geschäftsklima stehen einer günstigen Wirtschaftsentwicklung im Wege. Der Coface-Index für Zahlungsausfälle für Unternehmen aus dieser Region liegt hat sich in den ersten drei Monaten um 2,7 Prozent erhöht und liegt bei 257 Punkten. Für den Iran stufte die Coface das Rating von B auf C zurück. Die stark expansive Budgetpolitik sowie ein Anstieg der öffentlichen Ausgaben im Jahr 2007 führte zu einem größeren Haushaltsdefizit. Die öffentlichen Ausgaben stärken einerseits den Verbrauch der Haushalte, führen aber gleichzeitig zu einer hohen Inflationsrate von 17 Prozent. Spannungen mit der internationalen Gemeinschaft aufgrund von nuklearen Aktivitäten des Irans und den von der UN im Dezember 2006 erteilten Restriktionen wirken sich negativ auf das wirtschaftliche Umfeld aus.

In Lateinamerika werden die Risiken voraussichtlich sinken. Die größten Volkswirtschaften können Schulden abbauen und dadurch ein stabileres Wirtschaftsumfeld schaffen. Der Regionale Risikoindex liegt in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei 235 Punkten und hat sich gegenüber dem Vorquartal nicht verändert.

Hinsichtlich der weltweiten Branchenbewertung geht Coface in diesem Jahr von einer Eintrübung des Geschäftsklimas innerhalb einzelner Branchen aus. „Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2007 mehrere Branchen aufgrund einer höheren Risikoeinschätzung mit einer Abwertung rechnen müssen“, erklärte Norbert Langenbach, Vorstandsmitglied bei Coface Deutschland. Insbesondere die Branche Pharmazie steht unter Druck. Die Branche wurde weltweit und in Nordamerika von A auf A- zurückgestuft. Der Markt für pharmazeutische
Produkte dürfte auch 2007 ein starkes Wachstum von 5 Prozent verzeichnen, fällt damit jedoch hinter die letzten Jahre zurück. Ursachen für diesen Rückgang sind die Eindämmung der Gesundheitskosten in den Industrienationen sowie die Konkurrenz durch Generika.

Der Weltmarkt für Informationstechnologien und Telekommunikationslösungen wuchs 2006 um etwa 6 Prozent. Wie bereits im Vorjahr verliehen Internet, Mobiltelefonie, Unterhaltungselektronik, Dienstleistungen sowie neue Investitionen in Festnetze der Branchenkonjunktur Auftrieb. In den Schwellenländern herrscht große Nachfrage, die jedoch auf preisgünstige Produkte beschränkt ist. Wegen des enormen Drucks auf die Margen der Mobiltelefonhersteller wird die Branche von A- auf B+ zurückgestuft. Das weltweite Branchenrating für das Baugewerbe verschlechtert sich von A- auf B+, da der Rückgang im Wohnungsbau die Liquidität der schwächsten Unternehmen gefährden könnte. In Nordamerika und Westeuropa wird die Baubranche von A- auf B bzw. von A- auf B+ zurückgestuft. Die weltweite Beurteilung der Eisen- und Stahlbranche liegt stabil bei A. Lediglich die mittel- und osteuropäischen Unternehmen erhalten dank der Produktivitätsfortschritte, die mit Hilfe massiver Investitionen aus dem Ausland erzielt wurden, mit B+ eine bessere Ratingnote als im Vorjahr. Der weltweite Markt für Kraftfahrzeuge wird 2007 langsamer wachsen. Dabei werden sich die Schwellenländer sehr dynamisch entwickeln, während die Nachfrage in den Industrieländern, die nach wie vor die wichtigsten Automobilmärkte darstellen, stagniert. In Westeuropa wird die Branche von B auf B- zurückgestuft. Bei den US-Herstellern bestehen immer noch signifikante Risiken. Den Handel weltweit beurteilt Coface mit A-. In Nordamerika wird die Branche von A auf A- heruntergestuft, während sich die Bewertung für den Handel in Westeuropa und Japan von B+ auf A- verbessert.

“Angesichts der bestehenden Risiken in Ländern und Branchen ist ein professionelles Forderungsmanagement unverzichtbar“, sagte Benoît Claire. Die Ergebnisse einer Studie des Bundesverbandes deutscher Unternehmensberater, wonach nur jede fünfte Firma ein professionelles Risikomanagement hat und die Hälfte aller befragten Unternehmen gar keinen Bedarf für eine laufende Gefahrenanalyse und Gefahrenabwehr sieht, nannte Claire „erschreckend“. Es sei wichtig, die Risiken im Auge zu behalten. „Denn wer seine Chancen nutzen will, muss seine Risiken kennen. Und das nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft“, sagte Claire.



Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Herr Erich Hieronimus
Tel.: 06131 / 323-541
Fax: 06131/ 323-70-541
E-Mail: erich.hieronimus@coface.de

Coface Holding AG
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
www.allgemeine-kredit.de

Kurzportrait Coface Deutschland

Unternehmenshintergrund und Geschäftsfelder:
Coface Deutschland, Mainz, zählt zu den großen Kreditversicherern und Anbietern von Dienstleistungen im Forderungsmanagement. Das Unternehmen blickt auf eine über 80-jährige Geschichte zurück. Coface Deutschland gehört zu einem der weltgrößten Kreditversicherer, der Coface-Gruppe, Paris. Die klassische Kreditversicherung schützt Unternehmen vor Forderungsverlusten im In- und Ausland. Dieses Geschäftsfeld wird von der Coface Kredit betrieben. Drei weitere Gesellschaften bieten Dienstleistungen im Forderungsmanagement an: Coface Finanz (Factoring), Coface Debitoren (Forderungseinzug/Inkasso) und Coface Rating (Bonitätsinformationen/@rating). Das Unternehmen verfügt über Informationen zu rund 45 Millionen Unternehmen in aller Welt. Es kann so Kunden der Versicherungsnehmer aus allen Branchen und in über 150 Ländern hinsichtlich ihrer Zahlungsfähigkeit überprüfen.

Ratings:
Moody´s, eine der drei großen internationalen Ratingagenturen, hat die Coface-Gruppe im Insurance Financial Strength Rating mit Aa3 bewertet. Die internationale Rating-Agentur Fitch bewertet die Coface S.A und die Coface Deutschland zum dritten Mal mit AA, der zweithöchsten Bewertungsstufe. Dieses Rating wurde zuletzt Anfang 2005 bestätigt.

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